Dieser Compact Tracker ist die für explosionsgefährdete Bereiche zugelassene Ausführung: II 3G Ex ic nA IIC T4 Gc für Gas und II 3D Ex ic tc IIIB T135 °C Dc für Staub, gültig für Zone 2 und Zone 22. Bemerkenswert ist die Gasgruppe IIC — sie schliesst Wasserstoff und Acetylen ein, an denen die meisten Geräte dieser Klasse scheitern. Funktion und Bauform bleiben die des Standardgeräts: fünf Ortungsverfahren von Satellit bis Bluetooth über LoRaWAN, IP68 und IK08, drei wechselbare Lithiumzellen mit bis zu sieben Jahren Laufzeit. Wer Behälter, Fässer oder Anlagenteile im Ex-Bereich orten will, darf das Standardgerät dort nicht anbringen; dieses schon.
- Zone 2 / 22Gas und Staub, Gerätekategorie 3
- IICGasgruppe inklusive Wasserstoff
- −20 bis +40 °CGrenze der Zulassung
- IP68 / IK08untertauchbar und schlagfest
Was diese Ausführung ausmacht
- Gasgruppe IIC, nicht nur IIB: Das ist der Unterschied, auf den es ankommt. IIC schliesst Wasserstoff und Acetylen ein — die Gase mit der geringsten Zündenergie. Viele Geräte dieser Preisklasse enden bei IIB und sind damit in der Elektrolyse oder der Gasaufbereitung nicht einsetzbar.
- Zwei Zündschutzarten kombiniert: Die Kennzeichnung nennt „ic» für Eigensicherheit und „nA» für die nicht funkende Ausführung. Beides zusammen deckt das ab, was Kategorie 3 verlangt.
- Die Zulassung steht auf dem Gerät: II 3G Ex ic nA IIC T4 Gc für Gas, II 3D Ex ic tc IIIB T135 °C Dc für Staub, beides für −20 bis +40 °C. Das ist die Zeile, die der Sicherheitsverantwortliche vor der Freigabe sehen will.
- Funktion identisch zum Standardgerät: Dieselben fünf Ortungsverfahren, derselbe Magnetschalter, dieselben Betriebsarten, dieselben Laufzeiten. Gemischte Bestände lassen sich mit einer Konfiguration betreiben.
- Der Temperaturbereich ist der Preis: Das Standardgerät arbeitet von −20 bis +65 °C, diese Ausführung bis +40 °C. Ein schwarzes Gehäuse in der Sommersonne erreicht das — der Aufstellort gehört deshalb geprüft, nicht nur die Zone.
- Batterien sind Teil der Zulassung: In Ex-Bereichen darf nicht jede AA-Zelle hinein. Abeeway führt ein eigenes Set mit Anti-Explosions-Hülle; das ist kein Zubehör, sondern eine Auflage.
- IK08 und IP68 bleiben: Fünf Joule Schlagenergie und dauerndes Untertauchen — im Ex-Bereich sind Reinigung mit Hochdruck und mechanische Beanspruchung eher die Regel als die Ausnahme.
- Sieben Jahre ohne Servicebesuch: Gerade im Ex-Bereich ist jeder Zugang zum Gerät eine organisatorische Frage mit Freigabe und Begleitung. Je seltener, desto besser.
Wo Zone 2 und Zone 22 tatsächlich vorkommen
- Tanklager und Fasslager: Rund um Befüllstutzen und Entlüftungen liegt regelmässig Zone 2 — und genau dort stehen die Behälter, deren Standort niemand kennt.
- Gasflaschen und Druckbehälter: Umlaufbehälter im Werksverkehr, die zwischen Standorten wandern und einzeln nachverfolgt werden müssen.
- Chemie- und Pharmaproduktion: Mobile Rührwerke, IBC-Behälter und Gebinde mit Lösemitteln, oft über mehrere Gebäude verteilt.
- Kläranlagen und Biogas: Faultürme und Gasaufbereitung bringen Methan in Bereiche, die sonst ganz normal befahren werden.
- Mühlen, Silos und Futtermittelwerke: Staubzone 22 im ganzen Gebäude, dazu mobile Behälter und Fördertechnik.
- Lackierereien: Ausserhalb der Kabine, aber im Umgriff der Absaugung — Gebinde und Wagen, die dort stehen und weiterwandern.
- Wasserstoffanlagen: Elektrolyse und Betankung fallen in Gruppe IIC. Das ist die Anwendung, für die diese Ausführung und nicht eine IIB-zertifizierte gebraucht wird.
- Rollouts über gemischte Werke: Ein Standort hat selten nur Ex-Bereiche. Drei Ausführungen desselben Geräts, eine Konfiguration, ein Auswertungsweg.
Vor der Bestellung klären: Welche Zone, welche Gruppe?
Diese Ausführung deckt Zone 2 und Zone 22 ab — Bereiche, in denen eine gefährliche Atmosphäre im Normalbetrieb nicht oder nur kurzzeitig auftritt. Für Zone 0 und 20, also das ständige oder langzeitige Vorhandensein etwa im Inneren eines Behälters, braucht es die Ausführung mit Ex ia Ga; die führen wir als eigenen Artikel.
Bei Gas ist diese Ausführung mit Gruppe IIC sehr weit gefasst. Bei Staub endet sie bei IIIB, also bei nicht leitfähigem Staub — leitfähiger Metallstaub gehört zu IIIC und liegt ausserhalb. Diese Asymmetrie wird leicht übersehen.
Die Umgebungstemperatur ist Teil der Zulassung, nicht nur eine Betriebsangabe: ausserhalb von −20 bis +40 °C gilt die Kennzeichnung nicht mehr.
Ohne Ex-Bereich das falsche Gerät. Der Compact Tracker ohne Ex-Zulassung hat dieselbe Funktion, einen weiteren Temperaturbereich und einen deutlich tieferen Preis.
Damit hast Du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Batterieauslegung, Funkplanung und die Anbindung an Deine Plattform.
Fünf Ortungsverfahren und wann welches läuft
Der Tracker hat nicht ein Ortungsverfahren mit Zusatzoptionen, sondern fünf, zwischen denen die Konfiguration umschaltet. Im Freien liefert der Mehrsystem-Empfänger eine Position mit 10 bis 18 Metern in 50 bis 90 Prozent der Fälle — eine ehrlichere Angabe als eine Standardabweichung, weil sie die Ausreisser mitnimmt. Ein Kaltstart dauert 30 bis 45 Sekunden bei voller Empfängerleistung; daran hängt die Batterierechnung, nicht an der Anzahl der Meldungen.
Low-Power-GPS verlagert die Arbeit auf den Server. Der Tracker nimmt einen rohen Schnappschuss der sichtbaren Satelliten auf und überträgt ihn; die Position entsteht mit Almanach- und Ephemeridendaten, die der Server ohnehin vorhält. Für das Gerät bleiben unter zehn Sekunden Empfangszeit statt einer halben Minute, die Genauigkeit sinkt auf 15 bis 30 Meter — und die Laufzeit steigt von einem auf vier Jahre.
In Gebäuden übernimmt WLAN. Der Tracker sendet nicht, er hört nur zu und schickt die erfassten Zugangspunkte mit; die Position entsteht wieder serverseitig. 20 bis 50 Meter bei drei Sekunden Messdauer — und weil nur empfangen wird, kostet ein Scan einen Bruchteil einer Satellitenmessung, was die sieben Jahre Laufzeit erklärt. Bluetooth kommt in zwei Rollen dazu: als Ortung an gesetzten Ankern mit fünf bis fünfzehn Metern und als Näherungserkennung mit unter einem Meter. Die Ortungsgenauigkeiten hängen an Dichte und Anordnung der Anker und Zugangspunkte; sie sind Auslegungsgrössen und keine Zusage für ein konkretes Gebäude.
Batterielaufzeit und Betriebsaufwand
Drei Lithium-Thionylchlorid-Zellen in AA-Bauform, zusammen 8 Ah bei 3.6 Volt. Die Werte gelten laut Hersteller bei fünf Satelliten mit −130 dBm — also unter guten, nicht unter idealen Bedingungen.
| Betriebsart | Laufzeit | Was das für die Planung heisst |
|---|---|---|
| 1 GNSS-Position je Stunde | 1 Jahr | Nur wo die Position wirklich stündlich und genau gebraucht wird |
| 1 Low-Power-GPS-Position je Stunde | 4 Jahre | Der Normalfall für Aussenbetrieb |
| 1 WLAN-Position je Stunde | 7 Jahre | Der Normalfall für Gebäude- und Hofbetrieb |
| 1 Bluetooth-Scan alle 3 Minuten | über 5 Jahre | Für Inventar- und Näherungsanwendungen |
| Bereitschaft ohne Ortung | über 5 Jahre | Reiner Ereignisbetrieb über Bewegung oder Magnetschalter |
Für die Projektplanung heisst das: Die Frage ist nicht, wie oft gemeldet wird, sondern welches Verfahren dabei anläuft. Ein Ladungsträger, der zweimal täglich über Low-Power-GPS meldet und bei Bewegung zusätzlich, hält die gesamte Nutzungsdauer durch — ein Servicebesuch entfällt. Beachte ausserdem die Lagerangabe des Herstellers: maximal zwölf Monate bei 10 bis 30 °C, bevor die Geräte in Betrieb gehen sollten.
Anbindung an Netz und Plattform
Der Tracker ist ein LoRaWAN-Gerät der Klasse A und meldet sich per Over-the-Air-Aktivierung oder mit festen Schlüsseln an. Er läuft an jedem Netzserver — eigener ChirpStack, The Things Network, Swisscom LPN oder die ThingPark-Plattform von Actility, aus deren Haus Abeeway kommt. Low-Power-GPS und WLAN-Ortung brauchen zusätzlich einen Löser, der aus dem Rohdatensatz eine Koordinate macht; ohne ihn kommen die Meldungen an, bleiben aber unübersetzt.
Den offiziellen Decoder stellt Abeeway als abeeway-codec bereit; er deckt die Firmware-Generationen Asset Tracker 2 und 3 ab und lässt sich direkt in ChirpStack oder TTN einhängen. Die vollständige Beschreibung der Betriebsarten und Parameter steht in der Abeeway-Dokumentation; ein Laufzeitrechner für das geplante Meldeprofil liegt unter tools.abeeway.io.
Regionalvarianten und Ausführungen
Wir führen grundsätzlich die europäische Ausführung. Die übrigen Regionalvarianten beschaffen wir auf Anfrage.
| Ausführung | Herstellernummer | Unterschied | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|
| Compact Tracker EU868 ATEX Zone 2/22 | DEABE5XX-XXXEU-Ex2 | Ex ic nA IIC T4 Gc, −20 bis +40 °C | Das ist die Version, die Du hier bestellst |
| Compact Tracker EU868 ATEX Zone 0/20 | DEABE5XX-XXXEU-Ex0 | Ex ia IIC T4 Ga, höchstes Schutzniveau | eigener Artikel im Shop |
| Compact Tracker EU868 ohne Ex-Zulassung | DEABE5XX-XXXEU | −20 bis +65 °C, günstiger | eigener Artikel im Shop |
| Compact Tracker US915 / AS923 / AU915 / IN865 | DEABE5XX-XXX… | andere Funkregionen | auf Anfrage |
Technische Daten im Einzelnen
Allgemeine Produktdaten wie Schutzart, Masse, Gewicht, Batterieformat und Herkunftsland stehen in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite. Hier folgen die Werte, die es dort nicht als Feld gibt.
| Explosionsschutz | |
|---|---|
| Kennzeichnung Gas | II 3G Ex ic nA IIC T4 Gc (−20 °C bis +40 °C) |
| Kennzeichnung Staub | II 3D Ex ic tc IIIB T135 °C Dc (−20 °C bis +40 °C) |
| Abgedeckte Zonen | Zone 2 (Gas), Zone 22 (Staub) |
| Gasgruppe | IIC — schliesst Wasserstoff und Acetylen ein |
| Ortung | |
| GNSS-Genauigkeit | 10–18 m in 50–90 % der Messungen |
| GNSS-Kaltstart / Warmstart | 30–45 s / unter 5 s |
| GNSS-Empfindlichkeit | −140 dBm |
| Low-Power-GPS | 15–30 m, Erstposition unter 10 s, −145 dBm |
| WLAN-Ortung | 20–50 m, 3 s Messdauer, Empfindlichkeit −86 dBm |
| Bluetooth-Ortung | 5–15 m, 1 s Messdauer, Empfindlichkeit −88 dBm |
| Bluetooth-Näherung | unter 1 m |
| Weitere Verfahren | Winkelmessung nach Quuppa, iBeacon, Eddystone, AltBeacon |
| Funk | |
| LoRaWAN-Modem | Semtech SX1262, Klasse A, OTAA oder ABP |
| Sendeleistung LoRaWAN | 14 dBm, maximal 19 dBm |
| Empfindlichkeit LoRaWAN | −130 dBm bei SF10 |
| WLAN-Band | 2412–2472 MHz, nur Empfang |
| Bluetooth | Sendeleistung maximal 3 dBm |
| GNSS-Band | 1575–1610 MHz |
| Stromversorgung | |
| Batterien | 3 × AA, Lithium-Thionylchlorid, 3.6 V, zusammen 8 Ah nominal |
| Wechselbar | ja, durch den Anwender |
| Mechanik und Umgebung | |
| Betriebstemperatur | −20 bis +40 °C (Grenze der Ex-Zulassung) |
| Lagertemperatur | 10 bis 30 °C empfohlen, maximal 12 Monate |
| Luftfeuchtigkeit | unter 95 %, nicht kondensierend |
| Schlagfestigkeit | IK08, entspricht 5 Joule |
| Sensorik und Ereignisse | |
| Sensorik | Beschleunigung, Temperatur, Magnetschalter, optional Druck |
| Betriebsarten | Bewegungsverfolgung, Dauerbetrieb, Bewegungsbeginn und -ende, Position auf Abruf, Aktivitätsmessung |
| Konformität | |
| Funkzulassungen | EC, FCC, IC, TELEC, IMDA |
| LoRa Alliance | zertifiziert für EU868, US915, AS923, IN865, AU915 |
Montage und Inbetriebnahme
Für die Satellitenortung zählt freie Sicht nach oben. Ein Tracker unter einem Stahldeckel oder im Inneren eines Metallbehälters sieht nichts — dort ist die WLAN- oder Bluetooth-Ortung nicht die schlechtere, sondern die einzige, die funktioniert. Auf Metall montiert verstimmt sich zudem die Funkantenne; ein Abstandshalter von wenigen Millimetern oder ein Kunststoffträger bringt in der Praxis mehr als ein zusätzliches Gateway.
Das Gehäuse hat seitliche Laschen für Schrauben, Kabelbinder oder Spannbänder. Wer den Magnetschalter nutzen will, braucht den passenden Magneten gegenüber am beweglichen Teil; der Abstand ist schmal, weshalb er zum Zubehör gehört und nicht improvisiert werden sollte. Im Ex-Bereich gilt zusätzlich: Batteriewechsel und Öffnen des Gehäuses nur ausserhalb der Zone oder unter Freigabe. Der Batteriewechsel öffnet das Gehäuse — die Dichtung gehört danach kontrolliert, sonst ist von IP68 nicht mehr viel übrig.
Vor einem grösseren Rollout lohnt ein Feldtest über zwei bis vier Wochen mit einer Handvoll Geräte am echten Einsatzort. Er zeigt, ob die gewählte Betriebsart die erwartete Laufzeit bringt und ob die Gateway-Abdeckung dort trägt, wo die Ladungsträger tatsächlich stehen. Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis und ist als Auslegungshilfe zu verstehen, nicht als Zusage des Herstellers.
Die Compact-Tracker-Reihe im Vergleich
| Modell | Unterscheidungsmerkmal | Wofür es gemacht ist |
|---|---|---|
| Compact Tracker ATEX Zone 2 (diese Seite) | Ex ic nA IIC T4 Gc, Staub IIIB | Behälter und Anlagen in Zone 2 und 22 |
| Compact Tracker ATEX Zone 0 | Ex ia IIC T4 Ga, Staub IIIC | auch im Inneren von Behältern |
| Compact Tracker ohne Ex-Zulassung | −20 bis +65 °C, günstiger | alles ausserhalb von Ex-Bereichen |
| Combo Compact Tracker | zusätzlich LTE-M und NB-IoT, eSIM | wo LoRaWAN allein nicht hinreicht |
| Micro Tracker V3 | 59 × 34 × 13 mm, 21 g, Akku, IP65 | kleine Gegenstände, wo 190 g zu viel sind |
| Smart Badge | Ausweisformat, Notruftaster, Summer | Personen statt Gegenstände |
Zubehör und Alternativen
- Ersatzbatterien: für Ex-Ausführungen führt Abeeway ein eigenes Set aus drei Zellen ER14505 mit Anti-Explosions-Hülle. Eine gewöhnliche AA-Lithiumzelle ist im Ex-Bereich kein Ersatz.
- Magnet für den Reedkontakt: das Gegenstück zum eingebauten Magnetschalter — ohne ihn bleibt diese Funktion ungenutzt.
- Gateway für innen: RAK7268CV2 WisGate Edge Lite 2+ — unser meistverkauftes Gateway für Halle und Lager.
- Gateway für aussen: WisGate Edge Prime RAK7240CV2 — für Höfe, Bauhöfe und Werksgelände mit Mobilfunk-Rückweg.
- Anker für die Innenortung: der Industrial Manageable Beacon im selben Gehäuse — wenn die Position in Metern statt in Hallen gebraucht wird.
Unterstützung bei der Auslegung
Datenblatt, Payload-Decoder und die Herstellerdokumentation findest Du im Reiter „Dokumente» auf dieser Seite. Sag uns, wie viele Geräte es werden, wo sie stehen und wie oft eine Position gebraucht wird — daraus ergibt sich die Betriebsart und daraus die Laufzeit. Nenn uns die ausgewiesenen Zonen und Gasgruppen — davon hängt ab, ob diese Ausführung reicht. Für Funkplanung, Vorkonfiguration in Stückzahl und Inbetriebnahme erstellen wir Dir gern ein Angebot.
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