Der Abeeway Combo Compact Tracker hat zwei Funkwege statt einem: LoRaWAN wie seine Geschwister und zusätzlich Mobilfunk in den Schmalband-Varianten LTE-M und NB-IoT. Damit meldet er auch dort, wo kein eigenes Gateway steht und keines gebaut werden kann — auf fremdem Gelände, auf der Strasse, im Ausland. Gehäuse, Sensorik und Ortungsverfahren sind die des Compact Trackers: GNSS, serverseitig gerechnetes Low-Power-GPS, WLAN-Erfassung und Bluetooth, dazu Beschleunigung, Temperatur und optional Magnetschalter und Druck. Der Preis für die Freiheit ist die Batterie: Mobilfunk kostet ein Vielfaches an Energie, und aus vier Jahren Laufzeit wird eines.
- LTE-M und NB-IoTzusätzlich zu LoRaWAN
- eSIM oder nano-SIMfest verbaut oder gesteckt
- 1 JahrLaufzeit bei stündlichem Low-Power-GPS
- IP68 / IK08untertauchbar und schlagfest
- 3 × AAwechselbare Lithiumzellen, 8 Ah
Was dieses Gerät auszeichnet
- Zwei Funkwege, eine Konfiguration: Auf dem eigenen Gelände über LoRaWAN, unterwegs über Mobilfunk. Welcher Weg wann genutzt wird, entscheidet die Konfiguration — nicht der Anwender und nicht ein zweites Gerät.
- Der Mobilfunk ist schmalbandig, nicht schnell: LTE-M und NB-IoT sind für wenige Kilobyte am Tag gebaut, nicht für Datenströme. Genau deshalb passen sie zu einem Tracker: gute Gebäudedurchdringung, geringer Verbrauch im Vergleich zu gewöhnlichem LTE, und Tarife, die je Gerät und Jahr statt je Monat gerechnet werden.
- eSIM oder gesteckte nano-SIM: Die fest verbaute Variante überlebt Vibration und Feuchtigkeit und lässt sich über die Luft auf einen anderen Anbieter umstellen; die gesteckte erlaubt, eine vorhandene Firmen-SIM zu verwenden. Beides ist vorgesehen.
- Sehr breite Bandunterstützung: Von B1 bis B85 — inklusive der europäischen Bänder B3, B8 und B20 und der amerikanischen B12, B13 und B14. Ein Tracker, der eine Lieferung von Basel nach Rotterdam begleitet, wechselt die Netze, nicht das Gerät.
- Die Laufzeit ist der ehrliche Unterschied: Neun Monate bei stündlicher Satellitenortung, ein Jahr bei stündlichem Low-Power-GPS, anderthalb Jahre bei WLAN. Der reine LoRaWAN-Bruder schafft im selben Betrieb vier bis sieben Jahre. Wer beides vergleicht, vergleicht Reichweite gegen Standzeit.
- Bewegungsgesteuert wird es wirtschaftlich: Über fünf Jahre in Bereitschaft heisst: Ein Gerät, das nur bei Bewegung meldet und sonst schweigt, hält auch mit Mobilfunk sehr lange. Die kurze Laufzeit entsteht durch dauerndes Melden, nicht durch den Mobilfunk an sich.
- Optionaler externer Temperaturfühler: Für Ladungen, bei denen die Gehäusetemperatur nicht die interessante ist — ein Fühler im Behälter statt am Deckel.
- Wechselbare Zellen statt Akku: Drei Lithium-Thionylchlorid-Zellen in AA-Bauform mit zusammen 8 Ah. Bei einem Gerät, das jährlich einen Wechsel braucht, ist das die Voraussetzung dafür, dass sich der Betrieb überhaupt rechnet.
- Konfiguration über drei Wege: Über Mobilfunk, über LoRaWAN oder lokal über Bluetooth mit der Abeeway-App. Ein Gerät, das nicht mehr meldet, ist damit nicht verloren.
- Dieselbe Bauform wie die übrige Reihe: IP68, IK08, 112 × 66 × 33 mm. Halterungen, Ersatzbatterien und Montageroutinen bleiben dieselben — bei gemischten Beständen ein unterschätzter Vorteil.
Wo der Combo-Tracker eingesetzt wird
- Ladungsträger im Umlauf zwischen Firmen: Auf dem eigenen Hof über das eigene Gateway, beim Kunden über Mobilfunk — ohne dort etwas installieren zu müssen.
- Transport über Landesgrenzen: Anhänger und Wechselbrücken, die Netze wechseln. Die breite Bandunterstützung ist hier der Grund für die Gerätewahl.
- Baumaschinen im Mietgeschäft: Das Gerät steht wochenlang auf fremden Baustellen, zu denen es keinen Netzzugang gibt.
- Hochwertige Einzelstücke: Werkzeugsätze, Messgeräte, Musterkoffer — wo der Wert den jährlichen Batteriewechsel rechtfertigt.
- Diebstahlverfolgung: Bewegt sich etwas unerwartet, folgt der Tracker über Mobilfunk auch dann, wenn er das LoRaWAN-Gebiet verlässt.
- Kühl- und Gefahrgutbehälter: Mit externem Fühler eine Temperaturaufzeichnung, die den Weg mitmacht und nicht am Werkstor endet.
- Übergangsphasen im Netzausbau: Wo das eigene LoRaWAN noch nicht steht, aber schon geortet werden muss.
- Gemischte Flotten: Ein Teil der Geräte fährt weit, der andere bleibt am Standort. Zwei Ausführungen derselben Reihe mit einer Auswertung.
Combo oder reines LoRaWAN?
Combo, wenn der Gegenstand Bereiche verlässt, in denen Du Funkabdeckung herstellen kannst. Das ist der einzige Grund, der den Aufpreis und die kürzere Laufzeit rechtfertigt — und er ist ein guter.
Reines LoRaWAN, wenn alles auf eigenem oder abgedecktem Gelände bleibt. Vier bis sieben Jahre Laufzeit statt einem, kein Mobilfunkvertrag, keine Roaming-Frage.
Rechne den Tarif mit. Zu jedem Gerät gehört eine SIM mit Vertrag. Bei LoRaWAN über ein eigenes Gateway gibt es diese Position nicht — bei zwanzig Geräten über fünf Jahre ist das ein Betrag, der die Gerätewahl beeinflusst.
Kein Ersatz für einen Fahrzeugtracker. Auch mit Mobilfunk ist dies ein batteriebetriebenes Gerät für wenige Meldungen am Tag. Wer Sekundentakt, Zündungserkennung und Bordnetzanschluss braucht, braucht ein anderes Gerät — sag uns, worum es geht, wir haben beides im Sortiment.
Für explosionsgefährdete Bereiche ist diese Ausführung nicht zugelassen. Dafür gibt es die Ex-Ausführungen des reinen LoRaWAN-Trackers.
Damit hast Du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Tarifwahl, Batterieauslegung und die Anbindung an Deine Plattform.
Zwei Funkwege und wann welcher läuft
LTE-M und NB-IoT sind beides Schmalbandverfahren im Mobilfunknetz, aber sie verhalten sich unterschiedlich. LTE-M überträgt schneller, erlaubt Verbindungsübergaben zwischen Funkzellen und eignet sich damit für Geräte in Bewegung. NB-IoT dringt tiefer in Gebäude ein und verbraucht im Ruhezustand weniger, kann dafür aber während einer Fahrt die Zelle nicht wechseln. Für einen Tracker, der unterwegs meldet, ist LTE-M in aller Regel der richtige Weg; für einen, der in einem Keller steht, NB-IoT. Das Gerät beherrscht beides — die Wahl trifft die Konfiguration zusammen mit dem Tarif.
LoRaWAN bleibt daneben bestehen und ist der günstigere Weg, wo er verfügbar ist: kein Vertrag, keine Zelle, geringerer Verbrauch. Die naheliegende Betriebsweise ist deshalb, LoRaWAN als Regelfall zu konfigurieren und den Mobilfunk als Rückfallebene für den Fall, dass kein Gateway antwortet. Dass beides im selben Gerät steckt, ist genau dafür gedacht.
Bei der Ortung ändert sich nichts gegenüber dem reinen LoRaWAN-Gerät. Im Freien liefert der Mehrsystem-Empfänger 10 bis 18 Meter in 50 bis 90 Prozent der Messungen, mit 30 bis 45 Sekunden Kaltstart. Low-Power-GPS nimmt nur einen rohen Schnappschuss auf und lässt den Server rechnen — unter zehn Sekunden Empfangszeit, 15 bis 30 Meter Genauigkeit. In Gebäuden erfasst das Gerät WLAN-Zugangspunkte, ohne selbst zu senden, und kommt auf 20 bis 50 Meter; mit Bluetooth-Ankern auf fünf bis fünfzehn. Diese Genauigkeiten hängen an der Dichte und Anordnung der Anker und Zugangspunkte und sind Auslegungsgrössen, keine Zusage für einen konkreten Ort.
Laufzeit und Betriebsaufwand
Drei Lithium-Thionylchlorid-Zellen in AA-Bauform, zusammen 8 Ah bei 3.6 Volt, vom Anwender wechselbar. Der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, dass die Laufzeit von der Mobilfunkqualität abhängt: In schlechter Abdeckung sendet das Gerät länger und mit mehr Leistung.
| Betriebsart | Laufzeit | Zum Vergleich: reines LoRaWAN |
|---|---|---|
| 1 GNSS-Position je Stunde | 9 Monate | 1 Jahr |
| 1 Low-Power-GPS-Position je Stunde | 1 Jahr | 4 Jahre |
| 1 WLAN-Position je Stunde | 1.5 Jahre | 7 Jahre |
| 1 Bluetooth-Scan alle 3 Minuten | 1.5 Jahre | über 5 Jahre |
| Bereitschaft ohne Ortung | über 5 Jahre | über 5 Jahre |
Die letzte Zeile ist die aufschlussreichste: In Bereitschaft sind beide Geräte gleich sparsam. Der Unterschied entsteht ausschliesslich beim Melden. Daraus folgt die wirtschaftliche Betriebsweise für den Combo-Tracker: bewegungsgesteuert melden statt getaktet. Ein Anhänger, der zwei Wochen steht und dann fährt, kostet in dieser Zeit fast nichts an Batterie; derselbe Anhänger mit stündlicher Meldung braucht nach einem Jahr neue Zellen.
Anbindung an Netz und Plattform
Auf der LoRaWAN-Seite ist das Gerät ein Klasse-A-Teilnehmer nach der Spezifikation 1.0.4 und läuft an jedem Netzserver — eigener ChirpStack, The Things Network, Swisscom LPN oder die ThingPark-Plattform von Actility. Low-Power-GPS und WLAN-Ortung brauchen zusätzlich einen Löser, der aus dem Rohdatensatz eine Koordinate macht. Auf der Mobilfunkseite braucht es einen Tarif für LTE-M oder NB-IoT und einen Endpunkt, der die Meldungen entgegennimmt.
Den offiziellen Decoder stellt Abeeway als abeeway-codec bereit; die Nutzlast ist auf beiden Wegen dieselbe. Die Beschreibung der Betriebsarten und Parameter steht in der Abeeway-Dokumentation, Laufzeitrechner und Konfigurationswerkzeuge liegen unter tools.abeeway.io. Lokal lässt sich das Gerät über Bluetooth mit der Abeeway-App konfigurieren; die Firmware lässt sich über denselben Weg aktualisieren.
Regionalvarianten und Ausführungen
Wir führen grundsätzlich die europäische Ausführung. Die übrigen Regionalvarianten beschaffen wir auf Anfrage.
| Ausführung | Herstellernummer | Unterschied | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|
| Combo Compact Tracker EU868 | DEABE5XX-XXEU | LoRaWAN 868 MHz und Mobilfunk | Das ist die Version, die Du hier bestellst |
| Compact Tracker ohne Mobilfunk | DEABE5XX-XXXEU | nur LoRaWAN, vier- bis siebenfache Laufzeit | eigener Artikel im Shop |
| Combo Compact Tracker US915 / AS923 / AU915 | DEABE5XX-XX… | andere Funkregionen | auf Anfrage |
| Externer Temperaturfühler | auf Anfrage | Messung ausserhalb des Gehäuses | auf Anfrage |
Technische Daten im Einzelnen
Allgemeine Produktdaten wie Schutzart, Masse, Gewicht, Batterieformat und Herkunftsland stehen in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite. Hier folgen die Werte, die es dort nicht als Feld gibt.
| Mobilfunk | |
|---|---|
| Verfahren | LTE-M und NB-IoT |
| Bänder | B1, B2, B3, B4, B5, B8, B12, B13, B14, B17, B18, B19, B20, B25, B26, B28, B66, B71, B85 |
| Abgestrahlte Gesamtleistung | 18 dBm |
| SIM | eSIM oder nano-SIM |
| LoRaWAN | |
| Spezifikation | 1.0.4, Klasse A, Aktivierung über die Luft |
| Sendeleistung | 14 dBm, maximal 19 dBm |
| Empfindlichkeit | −130 dBm bei SF10 |
| Ortung | |
| GNSS-Genauigkeit | 10–18 m in 50–90 % der Messungen |
| GNSS-Kaltstart / Warmstart | 30–45 s / unter 5 s |
| GNSS-Empfindlichkeit | −140 dBm |
| Low-Power-GPS | 15–30 m, Erstposition unter 10 s, −145 dBm |
| WLAN-Ortung | 20–50 m, Empfindlichkeit −86 dBm, Band 2412–2472 MHz |
| Bluetooth-Ortung | 5–15 m, Empfindlichkeit −88 dBm, Sendeleistung maximal 3 dBm |
| GNSS-Band | 1575–1610 MHz |
| Stromversorgung | |
| Batterien | 3 × AA, Lithium-Thionylchlorid, 3.6 V, zusammen 8 Ah nominal |
| Wechselbar | ja, durch den Anwender |
| Mechanik und Umgebung | |
| Betriebstemperatur | −20 bis +65 °C |
| Lagertemperatur | 10 bis 30 °C empfohlen, maximal 12 Monate |
| Luftfeuchtigkeit | unter 95 %, nicht kondensierend |
| Schlagfestigkeit | IK08, entspricht 5 Joule |
| Sensorik und Ereignisse | |
| Sensorik | Beschleunigung, Temperatur, optional Magnetschalter, Druck und externer Fühler |
| Betriebsarten | Bewegungsverfolgung, Dauerbetrieb, Bewegungsbeginn und -ende, Position auf Abruf, Aktivitätsmessung |
| Konformität | |
| Funkzulassungen | EC, FCC, IC, TELEC, IMDA, PTCRB |
| LoRa Alliance | zertifiziert für EU868, US915, AS923, IN865, AU915 |
Montage und Inbetriebnahme
Für die Satellitenortung zählt freie Sicht nach oben, für den Mobilfunk freie Sicht zur Seite. Ein Tracker unter einem Stahldeckel oder im Inneren eines Metallbehälters erreicht beides nicht; dort bleiben WLAN- und Bluetooth-Ortung sowie der LoRaWAN-Weg, der Beton besser durchdringt als LTE. Auf Metall montiert verstimmen sich die Antennen — wenige Millimeter Abstand oder ein Kunststoffträger helfen mehr als eine höhere Sendeleistung.
Vor dem Rollout gehört die SIM-Frage geklärt: fest verbaut oder gesteckt, welcher Anbieter, welche Länder, welches Datenvolumen je Gerät und Jahr. Diese Entscheidung ist schwerer rückgängig zu machen als jede Konfiguration am Gerät. Ein Feldtest über zwei bis vier Wochen mit einer Handvoll Geräte auf der tatsächlichen Strecke zeigt beides: ob die Abdeckung trägt und ob die Laufzeit hinkommt. Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis und ist als Auslegungshilfe zu verstehen, nicht als Zusage des Herstellers.
Zum Bild
Zum Bild: Der Combo-Tracker steckt im selben Gehäuse wie der Abeeway Compact Tracker — gleiche Masse von 112 × 66 × 33 mm, gleiches Gewicht von 190 Gramm, gleiche Schutzart IP68 mit IK08 und dieselben drei AA-Zellen. Abeeway verwendet für beide Geräte denselben Grundkörper; das abgebildete Gehäuse ist daher das richtige.
Die Compact-Reihe im Vergleich
| Modell | Unterscheidungsmerkmal | Wofür es gemacht ist |
|---|---|---|
| Combo Compact Tracker (diese Seite) | LoRaWAN und Mobilfunk, 1 Jahr Laufzeit | Gegenstände, die abgedeckte Bereiche verlassen |
| Compact Tracker | nur LoRaWAN, 4 bis 7 Jahre Laufzeit | Gegenstände auf eigenem oder abgedecktem Gelände |
| Compact Tracker ATEX Zone 2 und Zone 0 | Ex-Zulassung bis Gruppe IIC | Behälter und Anlagen in Ex-Bereichen |
| Micro Tracker V3 | 59 × 34 × 13 mm, 21 g, Akku | kleine Gegenstände, wo 190 g zu viel sind |
| Smart Badge | Ausweisformat, Notruftaster | Personen statt Gegenstände |
Zubehör und Alternativen
- SIM-Karte für NB-IoT und LTE-M: SIM Karte IoT Europa, 60 MB — für die gesteckte Ausführung; bei der eSIM kommt der Tarif über die Luft.
- Ersatzbatterien: drei Zellen der Bauform AA in Lithium-Thionylchlorid, etwa die EVE ER14505V — bei diesem Gerät eher jährlich als alle fünf Jahre.
- Gateway für das eigene Gelände: RAK7268CV2 WisGate Edge Lite 2+ — wo LoRaWAN greift, bleibt der Mobilfunk aus und die Batterie hält länger.
- Die günstigere Alternative: Compact Tracker ohne Mobilfunk — wenn alles auf abgedecktem Gelände bleibt.
Unterstützung bei der Auslegung
Datenblatt, Payload-Decoder und die Herstellerdokumentation findest Du im Reiter „Dokumente» auf dieser Seite. Sag uns, welche Strecken die Gegenstände zurücklegen, wie oft eine Position gebraucht wird und ob eine Firmen-SIM vorhanden ist — daraus ergeben sich Betriebsart, Laufzeit und Tarif. Für Funkplanung, Vorkonfiguration in Stückzahl und Inbetriebnahme erstellen wir Dir gern ein Angebot.
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