Das Abeeway LoRaWAN Relay schliesst Funklöcher, ohne dass ein zweites Gateway gebaut werden muss. Es sitzt zwischen bis zu fünfzehn schwer erreichbaren Geräten und dem bestehenden Netz, sammelt deren Meldungen ein und gibt sie weiter — batteriebetrieben, ohne Stromanschluss, ohne Rückweg ins Internet, ohne Standortmiete. Damit ist es die Antwort auf das Problem, das jeden Netzausbau teuer macht: Die letzten zehn Prozent der Geräte liegen im Keller, im Metallschrank oder im Tunnel und kosten mit klassischer Netzverdichtung mehr als alle übrigen zusammen. Das Relay arbeitet nach der offenen Spezifikation TS011 der LoRa Alliance und wird vom Netzserver verwaltet, nicht von einer Herstellerplattform.
- 15 Geräteje Relay verwaltbar
- 5 bis 10 JahreLaufzeit auf drei AA-Zellen
- TS011 1.0.0offene Spezifikation der LoRa Alliance
- IP68 / IK08untertauchbar und schlagfest
- −20 bis +65 °CBetriebstemperatur
Was das Relay auszeichnet
- Es spart nicht nur Gateways, es spart auch Batterie bei den Geräten: Ein Sensor, der ein weit entferntes Gateway erreichen muss, funkt mit hohem Spreizfaktor und voller Leistung — die energieaufwendigste Betriebsart, die es gibt. Steht ein Relay in der Nähe, genügt SF7 bei geringer Leistung. Der Gewinn liegt also auf beiden Seiten der Funkstrecke, und bei einer Gruppe von zehn Sensoren wiegt der zweite Teil oft schwerer als der erste.
- Batteriebetrieb ist die eigentliche Leistung: Ein Empfänger, der dauernd zuhört, wäre in Wochen leer. Das Relay hält stattdessen einen sparsamen Aufweckkanal offen und schaltet erst dann auf den vollen Empfang um, wenn ein Gerät sich meldet. Daraus werden fünf bis zehn Jahre statt Wochen.
- Offene Spezifikation statt Herstellerbindung: TS011 der LoRa Alliance ist der Standard, nach dem der Netzserver bestimmt, welches Gerät an welchem Relay hängt. Die Verwaltung läuft mit den üblichen MAC-Kommandos der Klasse A — nicht über eine Zusatzplattform.
- Die Rechnung ist betriebswirtschaftlich, nicht technisch: Abeeway beziffert den Aufwand für die letzten zehn Prozent der Geräte bei klassischer Verdichtung auf 30 Prozent oder mehr der gesamten Netzinvestition — nicht nur wegen der Gerätekosten, sondern wegen Dachstandorten, Stromanschlüssen und Mietverträgen. Ein Relay braucht nichts davon.
- Interne Rundstrahlantenne: Die verwalteten Geräte dürfen rundherum liegen; es gibt keine Ausrichtung, die stimmen muss, und keine Antenne, die abbrechen kann.
- Es meldet seinen eigenen Batteriestand: Über die Standard-MAC-Kommandos der Klasse A. Ein Relay, das ausfällt, nimmt fünfzehn Geräte mit — deshalb ist diese Rückmeldung keine Nebensache.
- Lokale Kommandozeile über USB: Für Inbetriebnahme und Fehlersuche gibt es ein serielles Terminal; die Firmware lässt sich über denselben Anschluss aktualisieren. Das ist der Unterschied zwischen „es geht nicht» und einer Diagnose vor Ort.
- Dasselbe Gehäuse wie die Tracker: IP68, IK08, wechselbare AA-Zellen, Befestigung mit Band, Schraube oder Magnet. Ein Relay im Schaltschrank, im Schacht oder an einem Mast ist damit kein Sonderbau.
- Es gibt einen Rechner für den Einzelfall: Abeeway stellt einen Simulator bereit, der aus dem Verkehrsprofil und den Funkparametern sowohl die Laufzeit des Relays als auch die der verwalteten Geräte schätzt. Bei einem Gerät, dessen Nutzen von der Auslegung abhängt, ist das der richtige erste Schritt.
Wo ein Relay die richtige Antwort ist
- Zähler in Kellern und Schächten: Der klassische Fall. Ein Relay im Treppenhaus erreicht die Zähler unten und das Gateway draussen — ohne Kabel und ohne Steckdose.
- Metallische Strassenkästen: Verteilerschränke schirmen ab. Ein Relay auf oder neben dem Kasten holt heraus, was innen niemand hört.
- Tunnel und Unterführungen: Eine Kette aus wenigen Relays führt das Signal aus dem Bauwerk, wo ein Gateway weder Strom noch Rückweg hätte.
- Ex-Bereiche mit schlechter Abdeckung: Gateways brauchen Strom und stehen deshalb oft ausserhalb. Ein batteriebetriebenes Relay darf weiter hinein.
- Einzelne Gebäudeteile im Rollout: Wenn nach der Installation drei von zweihundert Geräten nicht melden, ist ein zusätzliches Gateway die teure und ein Relay die schnelle Lösung.
- Tiefgaragen und Parkdecks: Untergeschosse mit Belegungssensorik, wo die Decke aus Stahlbeton das Gateway vom Sensor trennt.
- Baustellen und Zwischenzustände: Während der Bauphase wandert die Abdeckung mit dem Baufortschritt. Ein Relay lässt sich umhängen, ein Gateway nicht.
- Grosse Rollouts mit Restproblemen: Der betriebswirtschaftliche Kern — nicht das Netz für alle bauen, sondern für die Ausnahmen eine Ausnahme vorsehen.
Passt ein Relay zu Deinem Problem?
Ja, wenn einzelne Geräte oder kleine Gruppen ausserhalb der Abdeckung liegen und ein zusätzliches Gateway an Strom, Rückweg oder Standort scheitert. Genau für diese Lage ist es gebaut.
Eher nicht, wenn ein ganzes Areal keine Abdeckung hat. Fünfzehn Geräte je Relay sind die Obergrenze; für Flächen ist ein Aussengateway die richtige und meist auch die günstigere Antwort.
Voraussetzung ist ein Netzserver, der TS011 beherrscht. Das Relay wird vom Netz verwaltet, nicht von einer App — kann der Netzserver die Relay-Kommandos nicht, bleibt es wirkungslos. Das ist die erste Frage, die vor der Bestellung zu klären ist, und sie betrifft die Plattform, nicht das Gerät.
Ein Relay ersetzt keine Planung. Ob es hilft, hängt davon ab, wo es steht — zwischen Gerät und Gateway, mit brauchbarer Verbindung in beide Richtungen. Der Simulator des Herstellers rechnet das durch, bevor Hardware bestellt wird.
Damit hast Du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Auslegung, Laufzeit und Einbindung in den Netzserver.
Wie das Relay funkt, ohne die Batterie zu verbrauchen
Ein Relay muss zuhören können, und Zuhören kostet in einem Funksystem mehr Energie als Senden. Die Lösung heisst Aufweckkanal: Das Relay öffnet in kurzen Abständen ein sehr schmales Empfangsfenster und schläft dazwischen. Ein Gerät, das etwas loswerden will, sendet zunächst eine lange Weckpräambel, die garantiert in eines dieser Fenster fällt. Erst dann wechselt das Relay auf den vereinbarten Kanal, nimmt die eigentliche Nachricht entgegen und gibt sie ans Gateway weiter. Denselben Weg nimmt die Gegenrichtung: Das Relay holt Downlinks vom Netz und reicht sie an das richtige Gerät durch.
Der Preis dieses Verfahrens trägt das Endgerät, nicht das Relay — die Weckpräambel kostet Sendezeit. Diesem Aufwand steht aber ein Gewinn gegenüber, der meist grösser ist: Weil das Relay nahe steht, funkt das Gerät mit niedrigerem Spreizfaktor und geringerer Leistung. Ein Sensor, der vorher SF12 auf volle Distanz brauchte, kommt mit SF7 aus. Ob die Rechnung im Einzelfall aufgeht, hängt am Verkehrsprofil und an der Zahl der verwalteten Geräte; genau dafür gibt es den Simulator des Herstellers.
Welches Gerät an welchem Relay hängt, bestimmt der Netzserver über die MAC-Kommandos der Spezifikation TS011 in der Fassung 1.0.0. Das Relay entdeckt Geräte in seiner Reichweite und meldet sie; die Zuordnung trifft das Netz. Damit bleibt die Steuerung dort, wo auch die übrige Netzkonfiguration liegt — und ist nicht an eine Herstellerplattform gebunden.
Laufzeit und Auslegung
Drei Lithium-Thionylchlorid-Zellen in AA-Bauform, zusammen 8 Ah bei 3.6 Volt, vom Anwender wechselbar. Der Hersteller gibt fünf bis zehn Jahre an — die Spanne ist kein Ungefähr, sondern das Ergebnis der Auslegung. Dieses Beispiel nennt das Datenblatt:
| Parameter | Wert im Beispiel | Wirkung |
|---|---|---|
| Datenrate des Aufweckkanals | SF9, Bandbreite 125 kHz | bestimmt, wie oft und wie lange das Relay lauscht |
| Zweiter Relay-Kanal | abgeschaltet | ein zweiter Kanal verdoppelt den Lauschaufwand |
| Relay zum Gateway | SF10, Bandbreite 125 kHz | bestimmt die Sendezeit je weitergereichter Meldung |
| Endgerät zum Relay | SF7, Bandbreite 125 kHz | der Gewinn beim Endgerät — kurze Sendezeit, wenig Leistung |
| Verwaltete Geräte | 10 | jedes zusätzliche Gerät kostet Weiterleitungen |
Für die Projektplanung heisst das: Nicht die Zahl der Geräte allein entscheidet, sondern wie oft sie melden und mit welchem Spreizfaktor das Relay ans Gateway kommt. Ein Relay mit zehn Zählern, die stündlich melden, liegt am oberen Ende der Spanne; dasselbe Relay mit fünfzehn Trackern in Bewegung am unteren. Der Laufzeitrechner für das Relay nimmt beide Seiten und schätzt auch, was die Umstellung für die verwalteten Geräte bedeutet. Beachte ausserdem die Lagerangabe des Herstellers: maximal zwölf Monate bei 10 bis 30 °C vor der Inbetriebnahme.
Einbindung und Inbetriebnahme
Das Relay ist ein LoRaWAN-Gerät der Klasse A mit den erweiterten MAC-Kommandos aus TS011. Es meldet sich über die Luft an und wird danach vom Netzserver verwaltet. Die entscheidende Voraussetzung liegt damit nicht beim Gerät, sondern bei der Plattform: Der Netzserver muss Relay-Kommandos beherrschen, sonst bleibt das Relay ein Gerät ohne Aufgabe. Diese Frage gehört vor die Bestellung.
Für die Inbetriebnahme vor Ort gibt es eine serielle Kommandozeile über USB, die sich mit einem gewöhnlichen Terminalprogramm bedienen lässt. Über denselben Anschluss läuft die Firmware-Aktualisierung; ein Kommando schaltet den Urlader frei, die Übertragung selbst nimmt das Xmodem-Protokoll. Der Batteriestand kommt über die Standard-Kommandos der Klasse A ins Netz — das Relay schätzt ihn selbst.
Regionalvarianten und Ausführungen
Wir führen grundsätzlich die europäische Ausführung. Die übrigen Regionalvarianten und die Ex-Ausführungen beschaffen wir auf Anfrage.
| Ausführung | Herstellernummer | Unterschied | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|
| LoRaWAN Relay EU868 | DEABE700EU | 868 MHz, ohne Ex-Zulassung | Das ist die Version, die Du hier bestellst |
| LoRaWAN Relay EU868 ATEX Zone 2 | DEABE700EU-Ex2 | Ex ic nA IIC T4 Gc, −20 bis +40 °C | auf Anfrage |
| LoRaWAN Relay EU868 ATEX Zone 0 | DEABE700EU-Ex0 | Ex ia IIC T4 Ga, mit IECEx | auf Anfrage |
| LoRaWAN Relay US915 / AS923 / AU915 / IN865 | DEABE70… | andere Funkregionen | auf Anfrage |
Technische Daten im Einzelnen
Allgemeine Produktdaten wie Schutzart, Masse, Gewicht, Batterieformat und Herkunftsland stehen in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite. Hier folgen die Werte, die es dort nicht als Feld gibt.
| Relay-Funktion | |
|---|---|
| Spezifikation | LoRa Alliance TS011 in der Fassung 1.0.0 |
| Verwaltete Geräte | bis zu 15 |
| Verwaltung | durch den Netzserver über MAC-Kommandos der Klasse A |
| Antenne | intern, rundstrahlend |
| Funk | |
| Modem | Semtech SX1262, Klasse A |
| Aktivierung | über die Luft |
| Sendeleistung | 14 dBm, maximal 19 dBm |
| Empfindlichkeit | −130 dBm bei SF10 |
| Stromversorgung | |
| Batterien | 3 × AA, Lithium-Thionylchlorid, 3.6 V, zusammen 8 Ah nominal |
| Wechselbar | ja, durch den Anwender |
| Laufzeit | 5 bis 10 Jahre je nach Auslegung |
| Lokale Schnittstelle | |
| Kommandozeile | seriell über USB, mit gewöhnlichem Terminalprogramm |
| Firmware-Aktualisierung | über USB, Urlader und Xmodem |
| Mechanik und Umgebung | |
| Betriebstemperatur | −20 bis +65 °C |
| Lagertemperatur | 10 bis 30 °C empfohlen, maximal 12 Monate |
| Luftfeuchtigkeit | unter 95 %, nicht kondensierend |
| Schlagfestigkeit | IK08, entspricht 5 Joule |
| Befestigung | Spannband, Schraube oder Magnet |
| Konformität | |
| Funkzulassungen | EC, FCC, IC, TELEC, IMDA |
| LoRa Alliance | zertifiziert für EU868, US915, AS923, IN865, AU915 |
Aufstellen und Ausrichten
Das Relay gehört zwischen das Problem und die Lösung — physisch. Es braucht eine brauchbare Verbindung nach oben zum Gateway und nach unten zu den Geräten; ein Relay, das selbst im Funkloch steht, verlagert das Problem nur. In der Praxis heisst das: an der Grenze des Abdeckungsbereichs, möglichst hoch und möglichst frei, nicht im Metallschrank, sondern daneben oder darauf.
Weil die Antenne innen liegt, verstimmt direkter Metallkontakt sie. Wenige Millimeter Abstand oder ein Kunststoffträger helfen mehr als eine bessere Aufstellung. Bei einer Kette aus mehreren Relays gilt die Spezifikation zu beachten: TS011 sieht keine beliebige Verkettung vor — die Geräte hängen am Relay, das Relay am Gateway.
Vor der Bestellung lohnt eine Messung mit einem Feldtester an der vorgesehenen Stelle, danach die Rechnung im Simulator. Erst beides zusammen sagt, ob ein Relay genügt oder ob es doch ein Gateway wird. Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis und ist als Auslegungshilfe zu verstehen, nicht als Zusage des Herstellers.
Zum Bild
Zum Bild: Das Relay steckt im selben Gehäuse wie der Abeeway Compact Tracker — gleiche Masse von 112 × 66 × 33 mm, gleiches Gewicht von 190 Gramm, gleiche Schutzart IP68 mit IK08 und dieselben drei AA-Zellen. Abeeway verwendet für beide Geräte denselben Grundkörper; das abgebildete Gehäuse ist daher das richtige, auch wenn es vom Tracker bekannt vorkommt.
Zubehör und Alternativen
- Ersatzbatterien: drei Zellen der Bauform AA in Lithium-Thionylchlorid, etwa die EVE ER14505V.
- Die Alternative für Flächen: RAK7268CV2 WisGate Edge Lite 2+ für innen — wo mehr als fünfzehn Geräte betroffen sind, ist ein Gateway die richtige Antwort.
- Die Alternative für aussen: WisGate Edge Prime RAK7240CV2 — mit Mobilfunk-Rückweg, wo kein Netzwerkanschluss liegt.
- Die Geräte, für die es sich lohnt: Compact Tracker und andere batteriebetriebene Sensoren, deren Laufzeit an der Sendeleistung hängt.
Unterstützung bei der Auslegung
Datenblatt, Laufzeitrechner und die Herstellerdokumentation findest Du im Reiter „Dokumente» auf dieser Seite. Sag uns, wie viele Geräte betroffen sind, wie oft sie melden und wie weit das nächste Gateway steht — daraus ergibt sich, ob ein Relay genügt. Für Funkmessung vor Ort, Auslegung und Inbetriebnahme erstellen wir Dir gern ein Angebot.

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