Das Kürzel LW im Namen steht für „Low-and-Wide», und genau das ist der Grund für dieses Gerät: Es hängt schon ab 1.9 m Höhe und schaut mit 130° so weit zur Seite, dass es auf 3.5 m Montagehöhe rund 45 m² überblickt. Wer in einem Ladenlokal mit abgehängter Decke, in einem Zwischengeschoss oder unter einem Vordach zählen muss, kommt mit dem normalen VS125 nicht weit — dort deckt der schmalere Öffnungswinkel kaum eine Türbreite ab. Der VS125-LW-P löst das über Optik statt über Stückzahl und hängt dabei an einer einzigen Netzwerkleitung mit PoE.
- 130° × 117°Sichtfeld horizontal × vertikal
- ab 1.9 mminimale Montagehöhe
- 99.8 %Zählgenauigkeit
- 2 × 5 MPStereo-Bildsensoren
- 802.3afSpeisung über PoE
Was den VS125-LW-P ausmacht
- Gebaut für niedrige Decken: 130° horizontal und 117° vertikal gegenüber 101° × 70° beim normalen VS125. Auf 2.5 m Höhe sieht der LW ein Feld von 3.43 × 2.61 m, der Standard-VS125 nur 1.94 × 1.12 m — gut die vierfache Fläche aus derselben Höhe.
- Fünf Megapixel je Auge: Zwei 5-MP-Sensoren mit 2592 × 1744 Bildpunkten. Der weitere Winkel verteilt sich auf mehr Pixel, sonst wäre die Auflösung am Rand des Bildes nicht mehr für die Personenerkennung ausreichend.
- Ein Kabel für Strom und Daten: 802.3af-PoE oder wahlweise 12 V über Netzteil. Im Deckenhohlraum eines Ladenlokals ist die Netzwerkleitung meist einfacher zu ziehen als eine Zuleitung mit Steckdose.
- Stereo-Vision statt Einzelbild: Aus dem Versatz zweier Bilder entsteht eine Tiefenkarte. Ein Schatten hat keine Höhe und wird nicht gezählt — der typische Fehler einfacher Kamerazähler entfällt.
- Sieht bei null Lux: Infrarotbeleuchtung mit automatischer Regelung, damit auch im geschlossenen Laden oder in einem dunklen Durchgang gezählt wird.
- Merkmale statt Identitäten: Kinder gegen Erwachsene, Geschlecht, Gruppen, Blickrichtung — ausgewertet als Kategorie. Die Blickrichtungserkennung zeigt, welche Auslage tatsächlich angeschaut wird, nicht nur, wer vorbeigeht.
- Personal aus der Zählung nehmen: Über Mitarbeiterband, Namensschild oder Schulterschlaufe erkennt der Sensor eigenes Personal und rechnet es heraus. Gerade auf kleinen Flächen mit viel Personalbewegung ist das der Unterschied zwischen brauchbaren und unbrauchbaren Besucherzahlen.
- Bis 16 Geräte zu einer Fläche: Multi-Device-Stitching verbindet mehrere Sensoren zu einem gemeinsamen Erfassungsbereich, ohne Doppelzählung an den Nahtstellen. Ein breiter Eingang bleibt so eine einzige Zählstelle.
- Verweildauer und Zonen: Bis zu vier Zähllinien und vier Zonen mit je bis zu zehn Eckpunkten für Warteschlangen- und Aufenthaltsauswertung.
- Heatmap eingebaut: Bewegungs- und Verweildichte als Flächendarstellung — die Grundlage für Platzierungsentscheide, die sich belegen lassen.
- Speicher und Nachlieferung: Eine Million Datensätze lokal, CSV-Export, dazu bis zu 8 × 50 000 Pakete Nachlieferung nach einem Netzunterbruch.
- Industrieschnittstellen an Bord: Ein Digitaleingang, zwei Digitalausgänge und ein RS485-Port (in Entwicklung), dazu BACnet/IP für die direkte Anbindung an eine Gebäudeleittechnik.
Wo der VS125-LW-P eingesetzt wird
- Ladenlokale mit niedriger Decke: Boutiquen, Apotheken, Bäckereien — überall dort, wo eine abgehängte Decke auf 2.4 bis 2.8 m sitzt.
- Türen und Schleusen: Ein Gerät über der Tür deckt die ganze Öffnung ab, statt zwei nebeneinander mit Übergabelogik.
- Kassenzonen: Verweildauer je Zone zeigt, wann eine zweite Kasse geöffnet werden muss.
- Zwischengeschosse und Galerien: Wo die lichte Höhe klein ist und trotzdem eine Fläche und nicht nur ein Durchgang gezählt werden soll.
- Bibliotheken und Lernräume: Belegung je Tischgruppe über die Zonenauswertung.
- Sitzungs- und Schulungsräume: Belegung und Verweildauer als Grundlage für die Raumbuchung.
- Konversionsmessung im Detailhandel: Besucherzahl je Stunde neben den Kassendaten ergibt die Konversionsrate.
- Grosse Rollouts: Ein Netzwerkport je Gerät, zentrale Verwaltung über Milesight DeviceHub, Konfiguration einmal erstellt und verteilt.
Passt der VS125-LW-P zu deinem Vorhaben?
Anbindung: Dieses Gerät ist die PoE-Ausführung. Es braucht eine Netzwerkleitung mit 802.3af-Speisung — alternativ ein 12-V-Netzteil — und schickt seine Daten über Ethernet. Es kommt nicht in ein LoRaWAN-Netz und hat kein Mobilfunkmodem. Wo keine Netzwerkleitung liegt, ist der VS125-LW-L0EGL dasselbe Gerät mit eingebautem 4G-Modem.
Kein Überwachungsgerät: Der VS125-LW ist ein IoT-Sensor, der Personen zählt, keine Überwachungskamera. Er gibt kein Bild aus. Milesight schreibt im Datenblatt, die Vorschau sei kundenseitig einstellbar und es würden „no data with personal information» übertragen. Was das Gerät verlässt, sind Zahlen: Durchgänge, Belegung, Verweildauer, Merkmalskategorien. In der DSGVO-Handreichung des Herstellers steht, wie weit das geht: Die Bildansicht lässt sich in drei Stufen einstellen — Tiefenbild-Stream, Schwarzweiss-Einzelbild, das nur zeigt, wenn niemand da ist, oder gar kein Bild, wobei Zähllinien und Zonen dann anhand der Bewegungsspuren gezeichnet werden. Erfasst werden laut Hersteller ausschliesslich Körperumriss und Bewegungsspur; Speicherung und Auswertung finden im Gerät statt, und die Baureihe ist DSGVO-zertifiziert. Die Handreichung liegt im Reiter „Dokumente».
Grenzen: Mit IP40 gehört das Gerät ins Gebäude; Milesight rät im Handbuch von regenexponierten Stellen und von privaten Bereichen wie Sanitärräumen ab. Für draussen ist die IP67-Ausführung VS125-O gebaut. Die Montagehöhe endet bei 3.5 m — höher hängen bringt hier nichts, weil die Optik auf den Nahbereich gerechnet ist. Über 3.5 m nimmst du den VS125-P (bis 6 m) oder den VS126-P (6 bis 15 m). Und: Die Merkmalserkennung ist nur bis 3.3 m spezifiziert, die Gruppenzählung bis 3.5 m.
Damit hast du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Planung und Integration.
Technik im Detail
Der Erfassungsbereich eines deckenmontierten Zählers hängt nicht an der Montagehöhe, sondern am Abstand zwischen Sensor und Kopfhöhe. Bei 1.9 m Montagehöhe und 1.7 m Körpergrösse bleiben davon 20 cm — und selbst daraus macht der weite Öffnungswinkel noch ein Feld von 0.86 × 0.65 m. Der normale VS125 mit 101° käme unter denselben Bedingungen auf einen Bruchteil davon und ist deshalb erst ab 2.2 m spezifiziert. Genau hier liegt der Nutzen des LW: Er verschiebt die untere Grenze um 30 cm und vervielfacht darüber die Fläche.
Der Preis dafür ist die Verzeichnung am Bildrand. Ein Objektiv mit 130° horizontalem und 117° vertikalem Öffnungswinkel bildet Personen am Rand stark verzerrt ab — deshalb die höhere Sensorauflösung von 5 MP je Auge und deshalb auch die engere Grenze für die Merkmalserkennung: Zählen funktioniert bis 3.5 m, das Unterscheiden von Kind und Erwachsenem nur bis 3.3 m. Wer die Attribute braucht, plant die Montagehöhe entsprechend. Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis und ist als Auswahlhilfe zu verstehen, nicht als Zertifizierungsaussage des Herstellers.
Die Ethernet-Schnittstelle ist mit 1.5 kV galvanisch getrennt und beherrscht 802.1x. In Filialnetzen mit Portauthentifizierung lässt sich der Sensor damit regulär anmelden, statt einen ungesicherten Port zu belegen — ein Punkt, an dem viele günstige Zähler in der IT-Prüfung scheitern.
Erfassungsfläche nach Montagehöhe
| Montagehöhe | Erfassungsbereich | Fläche |
|---|---|---|
| 1.9 m | 0.86 × 0.65 m | 0.6 m² |
| 2.0 m | 1.28 × 0.98 m | 1.3 m² |
| 2.2 m | 2.14 × 1.63 m | 3.5 m² |
| 2.5 m | 3.43 × 2.61 m | 9.0 m² |
| 3.0 m | 5.57 × 4.24 m | 23.6 m² |
| 3.5 m | 7.71 × 5.87 m | 45.3 m² |
Die Werte gelten für eine angenommene Körpergrösse von 1.7 m. Für die Projektplanung heisst das: Zwischen 2.5 und 3.5 m Montagehöhe liegt der Faktor fünf in der Fläche — 20 cm mehr Abhängung sparen unter Umständen ein ganzes Gerät.
Betriebsaufwand und Verbrauch
| Leistungsaufnahme, Mittel | 6.9 W |
| Leistungsaufnahme, Maximum | 12 W |
| Wartung | keine Kalibrierung, kein Batteriewechsel; Objektive gelegentlich reinigen |
Ein 802.3af-Port stellt am Gerät rund 12.95 W bereit — der VS125-LW-P liegt im Mittel bei 6.9 W und erreicht die Klassengrenze nur in Spitzen. An einem Switch mit begrenztem PoE-Budget rechnest du sinnvollerweise mit 7 bis 8 W je Sensor.
Integration in bestehende Systeme
Die Zählwerte verlassen das Gerät über HTTP(S) an einen frei wählbaren Endpunkt, über MQTT(S) an einen Broker oder über eine API auf Abruf; die Inhalte des Push lassen sich anpassen. BACnet/IP bindet den Sensor nativ in eine Gebäudeleittechnik ein. Dazu kommen 802.1x, SSH, NTP und OpenVPN.
Eingerichtet wird über die Weboberfläche, erreichbar über den eingebauten Wi-Fi-Zugangspunkt oder über das Netzwerk. Im Betrieb übernehmen Milesight DeviceHub und die Development Platform Firmware und Konfiguration vieler Geräte gleichzeitig.
Technische Daten
Allgemeine Produktdaten wie Schutzart, Masse, Gewicht, Farbe, Temperaturbereich, Stromversorgung und Herstellernummer stehen in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite. Hier stehen die Werte, die dort nicht auftauchen.
| Erfassung | |
|---|---|
| Bildsensoren | 2 × 5 MP, 2592 × 1744 |
| Sichtfeld | 130° horizontal, 117° vertikal |
| Montagehöhe | 1.9 bis 3.5 m |
| Erforderliche Beleuchtung | 0 Lux bei eingeschalteter Infrarotbeleuchtung |
| Zählgenauigkeit | bis 99.8 % |
| Funktionen | |
| Zähllinien | bis 4, bidirektional |
| Zonen | bis 4, je bis 10 Eckpunkte |
| U-Turn-Filter | bei Montagehöhe 1.9 bis 3.3 m |
| Merkmalserkennung | Kinder/Erwachsene, Geschlecht, Blickrichtung, Personalerkennung — 1.9 bis 3.3 m |
| Gruppenzählung | 1.9 bis 3.5 m |
| Heatmap | Bewegung und Verweildauer |
| Geräteverbund | bis 16 Geräte |
| Verdeckungsalarm | Support |
| Daten und Netzwerk | |
| Lokaler Speicher | eine Million Datensätze, CSV-Export |
| Prüfspeicher | 8 GB |
| Nachlieferung nach Ausfall | 8 × 50 000 Pakete |
| Ethernet | 1 × RJ45, 10/100 Mbit/s, PoE-PD |
| Isolation Ethernet | 1.5 kV RMS |
| Protokolle | MQTT(S), HTTP(S), 802.1x, SSH, NTP, OpenVPN, BACnet/IP |
| Wi-Fi | 802.11 b/g/n, 2.4 GHz, nur als Zugangspunkt zur Konfiguration |
| Anschlüsse und Weiteres | |
| Ein- und Ausgänge | 1 × DI, 2 × DO, 1 × RS485 (in Entwicklung) |
| Bedienelemente | 1 × Reset-/Wi-Fi-Taster, 1 × RGB-Statusanzeige |
| Leistungsaufnahme | 6.9 W im Mittel, 12 W maximal |
| Umweltkonformität | RoHS |
Montage und Inbetriebnahme
Der Sensor gehört waagrecht an die Decke, Blick nach unten; vier Deckenbefestigungssätze und ein Multifunktionskabel liegen bei. Bei einem so weiten Öffnungswinkel ist die Wahl der Stelle heikler als bei einem schmalen: Alles, was näher als eine Armlänge unter dem Gerät hängt — Beschilderung, Lampen, Sprinklerköpfe —, steht mitten im Bild und erzeugt einen toten Sektor.
Vor dem Bohren die Höhe prüfen: Bis 3.3 m bekommst du die Merkmalserkennung, bis 3.5 m die Zählung. Wer darüber montieren muss, ist beim Standard-VS125 richtig. Die Zonen und Zähllinien werden anschliessend im Browser direkt in die Vorschau gezeichnet; danach schaltest du die Vorschau auf die gewünschte Datenschutzstufe.
Die VS125-Baureihe
Wir führen grundsätzlich die europäische Ausführung. Die übrigen Regionalvarianten beschaffen wir gern auf Anfrage.
| Modell | Unterschied | Verfügbarkeit |
|---|---|---|
| VS125-LW-P (dieses Gerät) | Low-and-Wide, 130° × 117°, ab 1.9 m, PoE | Das ist die Version, die du hier bestellst |
| VS125-LW-L0EGL | Low-and-Wide mit 4G-Modem statt PoE | bei uns im Sortiment |
| VS125-P | 101° × 70°, Montagehöhe 2.2 bis 6 m, PoE | bei uns im Sortiment |
| VS125-L0BEU | wie VS125-P, aber mit 4G-Modem | bei uns im Sortiment |
| VS125-O-P und VS125-O-L0BEU | Aussenausführung, IP67, −30 bis 65 °C | bei uns im Sortiment |
Passendes Zubehör
- PoE-Einspeisung: Liefert dein Switch kein PoE, braucht es einen 802.3af-Injektor je Sensor. Ein Netzteil ist beim PoE-Modell nur optional im Lieferumfang.
- Mitarbeitererkennung: Für die Personalerkennung bietet Milesight Mitarbeiterbänder (VA21) und Namensschilder (VA04) an — ohne eines davon zählt der Sensor das eigene Personal mit.
- Halterungen: Für Sturzmontage und abweichende Deckenhöhen gibt es die Milesight-Halterungen VB01 und VB02, für die bündige Deckeneinlassung den Rahmen VC01.
- Kein Gateway nötig: Anders als bei LoRaWAN-Sensoren entfällt hier das Gateway; der Sensor spricht direkt mit deinem Server.
Unterstützung bei der Auslegung
Ob eine Fläche mit einem Gerät auskommt, hängt an lichter Höhe und Zuschnitt — frag uns, das lässt sich anhand eines Grundrisses vorab abschätzen. Datenblatt, Handbuch und die DSGVO-Handreichung findest du im Reiter „Dokumente».
Sag uns, wie viele Standorte du ausrüsten willst: Für Auslegung, Vorkonfiguration und Inbetriebnahme erstellen wir dir gern ein Angebot.


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