Ein Klimasensor im geschlossenen Gehäuse misst genau genommen das Gehäuse. Drinnen, wo sich die Luft langsam ändert, fällt das nicht auf. Draussen schon: Die Wand heizt sich auf, im Kasten steht die Luft, und die gemeldete Feuchte hinkt der wirklichen um Stunden hinterher. Der Elsys ELT-ETH LoRa löst das, indem er den Feuchtefühler aus dem Gehäuse herausholt. Ein SHT41 sitzt ab Werk in einer Filterkappe unter dem Gerät und sieht die Aussenluft direkt. Was drinnen bleibt, misst weiter mit: Temperatur, Luftdruck und ein Beschleunigungssensor. Konfiguriert wird per NFC mit dem Telefon oder über Funk. Der Haken daran steht offen im Datenblatt — und weiter unten auf dieser Seite.
- ±0.2 °CSonde, typisch bei 0 … 60 °C
- ±2 %RHSonde, typisch bei 25 °C
- bis 10 Jahreeine AA-Lithiumzelle
- IP54mit Sonde — Gehäuse allein IP67
- −40 … +60 °CBetriebsbereich
Was den ELT-ETH ausmacht
- Der Fühler sitzt draussen, nicht im Kasten: Das ist der ganze Unterschied zu einem gewöhnlichen Aussensensor. Ein Feuchtefühler hinter einer Gehäusewand misst die Luft, die im Gehäuse eingeschlossen ist — und die folgt der Aussenluft nur träge und gedämpft. Der SHT41 dieses Geräts hängt in der Aussenluft und meldet, was tatsächlich draussen los ist.
- Die Filterkappe schützt, ohne abzudichten: Ein Sinterfilter hält Staub, Insekten und Spritzer vom Sensorelement fern und lässt Wasserdampf trotzdem durch. Genau diese Durchlässigkeit ist der Grund, warum das Gerät mit montierter Sonde nicht mehr IP67 erreicht — dicht und ehrlich messend schliesst sich bei Feuchte gegenseitig aus.
- Ab Werk fertig montiert: Sonde und Filterkappe kommen vorkonfektioniert. Es gibt nichts zu verkabeln, keinen Stecker zu verwechseln und keine Dichtung, die beim Zusammenbau schiefsitzt.
- Vier Grössen aus einem Gerät: Neben der externen Sonde messen intern Temperatur, Luftdruck und ein Beschleunigungssensor mit. Der Luftdruck liefert den Wetterzusammenhang, ohne den ein Feuchtewert schwer zu deuten ist; der Beschleunigungssensor merkt, wenn jemand am Gehäuse rüttelt oder es verdreht.
- Zehn Jahre auf einer einzigen Zelle: Eine AA-Lithiumzelle, und der Hersteller nennt bis zu zehn Jahre Laufzeit. Bei einem Gerät an einer Fassade in vier Metern Höhe entscheidet nicht der Kaufpreis über die Kosten, sondern wie oft jemand mit der Leiter anrücken muss.
- Einstellen, ohne es zu öffnen: Die Konfiguration läuft über NFC — Telefon ans Gehäuse halten — oder über einen Funkbefehl vom Netzserver. Beides zählt hier doppelt: Jedes Öffnen bedeutet, eine Dichtung wieder korrekt zu schliessen, und genau das geht auf einer Leiter am ehesten schief.
- Klasse A, B oder C: Das Gerät beherrscht alle drei Betriebsarten. Für den Batteriebetrieb ist Klasse A richtig; wer schnellere Reaktion auf Befehle braucht und eine Speisung hat, kann umstellen, ohne die Hardware zu wechseln.
- Ein Streckenbudget von 137 bis 151 dB: Der Spielraum zwischen dem schnellen Spreizfaktor und dem langsamsten beträgt 14 dB. Das ist die Reserve, die darüber entscheidet, ob ein Sensor am Ende des Areals noch ankommt — auf Kosten der Sendezeit und damit der Batterie.
- Antenne am Kabel statt am Gerät: Der Anschluss sitzt aussen. Wo das Gerät ungünstig steht — hinter einer Metallverkleidung, in einer Nische —, wandert die Antenne dorthin, wo Empfang ist, ohne dass der Sensor umziehen muss.
- Verschlüsselt bis zur Anwendung: AES-CTR für den Inhalt, AES-CMAC gegen Verfälschung. Das ist LoRaWAN-Standard, aber bei Messwerten, aus denen sich Belegung und Betriebszeiten ableiten lassen, keine Nebensache.
- Entwicklung und Gehäuse aus Schweden: Gefertigt wird in der EU. Bei einem Gerät, das zehn Jahre draussen hängen soll, ist die Frage nach Ersatz und Nachlieferbarkeit keine akademische.
Wo der ELT-ETH eingesetzt wird
- Aussenklima am Gebäude: Fassade, Balkon, Innenhof. Der Referenzwert, gegen den eine Lüftung oder eine Heizkurve rechnet — und zwar der echte vor Ort, nicht der von der Wetterstation zwölf Kilometer entfernt.
- Landwirtschaft: Stall, Gewächshaus, Aussenlager. Feuchte entscheidet über Schimmel, Kondensation und Tierwohl, und die Werte unterscheiden sich schon zwischen zwei Gebäuden auf demselben Hof.
- Taupunktüberwachung: Temperatur und Feuchte aus derselben Quelle, dazu der Luftdruck — daraus lässt sich beurteilen, wann eine Fläche unter den Taupunkt fällt. Für Kellerlüftung und Fassadenüberwachung ist das die eigentliche Frage.
- Baustellen und Trocknung: Nach Wasserschaden oder Estrichverlegung dokumentiert der Sensor den Verlauf, ohne dass jemand täglich vorbeifährt.
- Unbeheizte Hallen und Lager: Wo es keine Klimatisierung gibt, entscheidet die Aussenluft über das Innenklima. Ein Sensor draussen und einer drinnen ergeben zusammen die Aussage, ob Lüften gerade hilft oder schadet.
- Energiemanagement: Verbrauchsdaten ohne Wetterbezug sind schwer zu deuten. Ein eigener Aussensensor je Liegenschaft macht den Vergleich zwischen zwei Gebäuden erst belastbar.
- Grosse Rollouts: Das Gerät gehört zur ELT-Familie — gleiches Gehäuse, gleiche Batterie, gleiche App, gleicher Payload-Decoder wie die übrigen ELT-Sensoren. Wer schon ELT-2 im Bestand hat, ändert für dieses Modell nichts an seinen Abläufen.
- Nachrüstung ohne Eingriff: Zwei Schrauben an die Wand, Batterie einlegen, per NFC anmelden. Keine Leitung, kein Kabelweg, keine Kernbohrung.
Damit hast du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Auslegung, Montage und Integration.
Warum die Sonde nach draussen muss
Feuchte ist die unangenehmste der drei Klimagrössen. Temperatur überträgt sich durch eine Gehäusewand hindurch, wenn auch verzögert; Luftdruck gleicht sich ohnehin aus. Relative Feuchte dagegen hängt an der Temperatur der Luft, in der gemessen wird — und die Luft in einem geschlossenen Kasten an einer besonnten Wand ist nicht die Luft davor. Steigt die Gehäusetemperatur um fünf Grad, fällt die dort gemessene relative Feuchte deutlich, ohne dass sich draussen etwas geändert hätte. Wer daraus eine Lüftungsregelung ableitet, regelt nach dem Sonnenstand.
Der ELT-ETH umgeht das, indem der Messpunkt aus dem Gehäuse herauswandert. Die Filterkappe ist dabei kein Kompromiss, sondern Bedingung: Dampf muss den Sensor erreichen können, Staub und Spritzer nicht. Ein Sinterkörper leistet beides. Was er nicht leistet, ist Dichtheit — und daher stammt der Schritt von IP67 auf IP54.
Einordnung aus der Anwendungspraxis, keine Herstellerangabe: Für die Messqualität im Freien zählt neben dem Sensor der Standort mehr, als den meisten lieb ist. Direkte Sonne auf dem Gehäuse verfälscht die Temperatur, Nähe zu einer Abluftöffnung die Feuchte, und eine dunkle Wand strahlt abends nach. Nordseite oder ein schattiger, gut belüfteter Platz bringt mehr als jede Verbesserung an der Sensorik.

Die Diagramme aus dem Datenblatt zeigen, was der Fühler leistet — und wo er nachlässt. Links die Feuchtegenauigkeit bei 25 °C: typisch etwa ±2 %RH über den ganzen Bereich, oberhalb von 90 %RH öffnet sich die Kurve merklich. Rechts die Temperatur: typisch rund ±0.2 °C zwischen 0 und 60 °C, ausserhalb davon steigt der Fehler an. Diese Werte sind aus den Herstellerdiagrammen abgelesen, nicht aus einer Zahlentabelle — für die Auslegung genau genug, für eine Kalibrieraussage nicht.
Was das praktisch heisst: Bei sehr hoher Feuchte — Nebel, Nieselregen, Stallluft nahe der Sättigung — wird die Angabe ungenauer, und zwar genau dort, wo viele Anwendungen ihre Schwelle setzen. Wer bei 95 %RH eine Entfeuchtung startet, sollte die Hysterese grosszügig wählen, statt dem letzten Prozentpunkt zu vertrauen.
Was der Betrieb kostet
Der Hersteller nennt bis zu zehn Jahre auf einer Zelle und sagt dazu ausdrücklich, dass der Wert von Abtastintervall, Sendeintervall, Datenrate und Umgebung abhängt. Beide Intervalle sind getrennt einstellbar — das Gerät kann also häufig messen und selten senden, was für Verlaufsdaten ohne Funklast die sparsamste Kombination ist.
Für die Projektplanung sind zwei Punkte wichtiger als die Jahreszahl. Erstens ist der Spreizfaktor der grösste Hebel: Ein Sensor am Rand der Abdeckung sendet auf SF12 und braucht für dieselbe Nachricht ein Vielfaches der Sendezeit eines Sensors mit gutem Empfang. Zweitens ist Kälte kein Nebeneffekt — eine Lithiumzelle liefert bei −20 °C weniger, als das Datenblatt bei Raumtemperatur verspricht. Elsys stellt für diese Rechnung einen Batterielaufzeitrechner bereit, verlinkt im Reiter „Dokumente».
Anbindung an deinen Netzserver
Das Gerät meldet sich über OTAA oder ABP an, beherrscht adaptive Datenrate und eine adaptive Kanalwahl. Damit läuft es an The Things Stack, ChirpStack, Swisscom LPN und den übrigen gängigen Netzwerkservern.
Für die Nutzdaten stellt Elsys einen offenen Payload-Decoder für die gesamte Sensorfamilie bereit — derselbe Decoder bedient ELT, ERS und EMS. Wer bereits Elsys-Sensoren betreibt, muss auf der Auswertungsseite also nichts Neues bauen: Die externe Sonde erscheint als zusätzlicher Kanal im gewohnten Format. Der Link steht im Reiter „Dokumente».
Eingestellt wird über NFC mit der Hersteller-App oder über einen Funkbefehl. Änderbar sind unter anderem Abtast- und Sendeintervall, Datenrate, Schlüssel, Auslöseschwellen und das Aktivierungsverfahren. Für Stückzahlen zählt der NFC-Weg: Geräte lassen sich am Tisch vorkonfigurieren, bevor sie überhaupt an die Wand kommen — bei zwanzig Sensoren spart das den Unterschied zwischen einem Nachmittag und zwei Tagen.
Technische Daten
Die allgemeinen Produktdaten — Schutzart, Batterie, Masse, Gehäusewerkstoff, Temperatur- und Feuchtebereich, Geräteklasse, Marke und Herkunftsland — findest du in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite. Hier stehen die Werte, die dort keinen Platz haben.
| Messung | |
|---|---|
| Externe Sonde | SHT41, Temperatur und relative Feuchte, in Filterkappe vormontiert |
| Intern | Temperatur, Luftdruck, Beschleunigung |
| Feuchtegenauigkeit | typisch ±2 %RH bei 25 °C, oberhalb 90 %RH ansteigend (aus dem Herstellerdiagramm) |
| Temperaturgenauigkeit | typisch ±0.2 °C, maximal ±0.4 °C zwischen 0 und 60 °C (aus dem Herstellerdiagramm) |
| Abtast- und Sendeintervall | getrennt einstellbar über NFC oder Funkbefehl |
| Funk | |
| Anmeldung und Regelung | OTAA, ABP, ADR, adaptive Kanalwahl |
| Sendeleistung | max. 14 dBm EIRP |
| Streckenbudget | 137 dB (SF7) bis 151 dB (SF12) |
| Verschlüsselung | AES-CTR Ende zu Ende, Integritätsschutz AES-CMAC |
| Verfügbare Bänder | EU863-870, IN865, US902-928, AU915-928, AS923, KR920-923, HK923 |
| Mechanik und Umgebung | |
| Schutzart | IP54 mit externer Sonde und Filterkappe; IP67 für das ELT-Gehäuse allein |
| Lagertemperatur | −40 bis 85 °C |
| Einsatzhöhe | 0 bis 2000 m |
| Verschmutzungsgrad | 2 |
| Bedienung | |
| Anzeige | Leuchtdiode für Start und Sendevorgang |
| Konfiguration | NFC über Hersteller-App; Funkbefehl über den Netzserver |
| Bestellbezeichnung | ELT-ETH LoRa — „ELT LoRaWAN with ext. SHT41 and filter cup pre-assembled» |
Montage und Standortwahl

So sieht die vom Hersteller vorgesehene Lage aus: Gehäuse flach an der Wand, Antenne nach oben, Filterkappe nach unten. Das ist keine Ästhetik, sondern der Unterschied zwischen einer Kappe, aus der Wasser abläuft, und einer, in der es steht. Die beiden Montageflügel haben Schlüssellochbohrungen — man setzt die Schrauben, hängt das Gerät ein und zieht nach.
Reihenfolge, die sich bewährt: Gerät im Netzwerkserver erfassen, per NFC konfigurieren, Batterie einlegen, Beitritt am Schreibtisch abwarten — und erst dann montieren. Ein Gerät, das schon oben hängt, wenn ein Schlüssel nicht stimmt, kostet eine zweite Leiterfahrt.
Zur Antenne: Sie gehört dorthin, wo freie Sicht Richtung Gateway besteht. Eine Metallfassade oder eine Blechverkleidung direkt hinter dem Gerät kostet erheblich Reichweite — in dem Fall die Antenne über ein Verlängerungskabel um die Ecke führen, statt den Sensor an einen messtechnisch schlechteren Platz zu verschieben.
Zur Filterkappe: Sie ist ein Verschleissteil in dem Sinn, dass sie zusetzen kann — durch Staub, Pollen, im Stall durch Ammoniak und Fett. Ein zugesetzter Filter macht den Sensor nicht falsch, aber träge, und das sieht man den Daten nicht sofort an. Bei staubigen Standorten gehört ein Blick darauf in die jährliche Runde.
Die ELT-Familie im Vergleich
Alle vier Geräte teilen Gehäuse, Batterie, App und Payload-Decoder. Der Unterschied liegt darin, was gemessen wird und wo der Fühler sitzt.
| Modell, Unterschied und wofür es gemacht ist | ||
|---|---|---|
| ELT-ETH LoRa | externe SHT41-Sonde in Filterkappe, IP54 | das ist dieses Gerät — ehrliche Aussenfeuchte |
| Elsys ELT-2 | alles im geschlossenen Gehäuse, IP67, externe Antenne | Innenräume und geschützte Standorte; dazu Analog-, Impuls- und Kontakteingänge |
| Elsys ELT-2 Interne Antenne | wie ELT-2, Antenne im Gehäuse | wo nichts vorstehen soll oder Vandalismus ein Thema ist |
| Elsys ELT Lite | abgespeckte Ausführung | der günstige Einstieg, wenn nur eine Grösse zählt |
| Elsys ELT Ultrasonic | Ultraschall-Distanzmessung bis 10 m | Füllstände, Schneehöhe, Pegel |
Passendes Zubehör und Alternativen
- Die Batterie brauchst du dazu: Eine EVE ER14505V, 3.6 V Lithium in AA-Bauform. Eine gewöhnliche Alkaline-AA passt mechanisch, liefert aber nur 1.5 V und ist hier nicht verwendbar.
- Gateway für drinnen: Das RAK7268CV2 WisGate Edge Lite 2+ ist unser meistverkauftes Gateway und deckt ein Gebäude oder einen Betrieb ab.
- Gateway für draussen: Sind die Sensoren über ein Areal verteilt, gehört das WisGate Edge Prime RAK7240CV2 an einen hohen Punkt.
- Ersatzmembran fürs Gehäuse: Die atmungsaktive Membran der ELT-Reihe gleicht den Druck im Gehäuse aus, ohne Wasser einzulassen. Wer ein Gerät öffnet, ersetzt sie sinnvollerweise gleich mit.
- Wenn zusätzlich Kontakte oder Zähler dazusollen: Für die ELT-Reihe gibt es das EXT-Modul, das ADC-Modul für analoge Signale und das Dual-PT1000-Modul für Präzisionstemperaturfühler.
- Eine Antenne brauchst du dazu: Sie liegt dem Gerät nicht bei. Zum Steckertyp macht das Datenblatt keine Angabe, und wir wollen dir keine verkaufen, die nicht passt — frag uns kurz, dann nennen wir dir das passende Modell aus unserem Sortiment. Die Auskunft bekommst du sofort.
Unterstützung bei der Auslegung
Die Frage, die bei diesem Gerät am häufigsten kommt, ist die nach dem Standort: Wo hängt der Sensor so, dass er die Luft misst und nicht die Wand — und kommt er von dort noch ans Gateway? Beschreib uns die Liegenschaft, dann sagen wir dir, worauf zu achten ist. Datenblatt, Handbuch, Payload-Decoder und der Batterielaufzeitrechner des Herstellers liegen im Reiter „Dokumente». Für Funkplanung, Vorkonfiguration in Stückzahl und die Inbetriebnahme vor Ort erstellen wir dir gern ein Angebot.


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