Der Elsys ELT-ETH wM-Bus ist ein batteriebetriebener Aussensensor für Temperatur und Luftfeuchte, dessen Fühler ausserhalb des Gehäuses in einer Filterkappe sitzt — er misst damit die Luft und nicht den Kasten, in dem er steckt. Gesendet wird nicht über LoRaWAN, sondern über Wireless M-Bus: dieselbe Funkstrecke, über die in vielen Liegenschaften längst Wasser-, Wärme- und Stromzähler ausgelesen werden. Genau darin liegt sein Zweck. Er bringt Klimadaten in eine Infrastruktur, die bereits steht, statt eine zweite daneben zu stellen. Die Telegramme folgen dem offenen OMS-Standard, werden also von jeder Zählerauslesung verstanden, die schon im Haus arbeitet.
- externe SondeSHT4x in Filterkappe
- bis 10 Jahreauf einer AA-Lithiumzelle
- T1 · C1a · C1bwM-Bus-Modi nach EN 13757
- OMS-Telegrammoffenes Format, kein eigener Decoder
- −40 bis 60 °CBetriebsbereich
Was den ELT-ETH wM-Bus ausmacht
- Der Fühler sitzt draussen, nicht im Kasten: Die externe SHT4x-Sonde steckt in einer Filterkappe unter dem Gehäuse. Elsys schreibt zum internen Feuchtefühler ausdrücklich, dass er auf Änderungen der Aussenfeuchte sehr träge reagiert — im geschlossenen Gehäuse misst man eben die eingeschlossene Luft. Die ETH-Ausführung existiert genau deshalb: Sie ist die einzige der Baureihe, die eine brauchbare Feuchtekurve im Freien liefert.
- Es spricht die Sprache der Zähler: Das Gerät sendet im Open-Metering-System-Format mit Herstellerkennung „ELY» und Gerätetyp „Sensor device». Eine Auslesung, die heute schon Wasser- und Wärmezähler einsammelt, nimmt dieses Telegramm ohne Anpassung mit. Kein herstellereigener Decoder, keine Sonderbehandlung in der Datendrehscheibe.
- Ende-zu-Ende verschlüsselt: Die Nutzdaten sind mit AES-CBC geschützt, der Verschlüsselungsmodus steht im Telegrammkopf. Der Sammler dazwischen reicht die Daten nur weiter, lesen kann sie erst die Zentrale mit dem Schlüssel.
- Drei Funkmodi für zwei Betriebsarten: T1 sendet laufend und passt zur Begehung oder Vorbeifahrt, C1a und C1b sind kompakter und passen zum fest installierten Sammler. Umgeschaltet wird per NFC, ohne das Gehäuse zu öffnen.
- Konfiguration durch das geschlossene Gehäuse: Die Einstellungen liegen auf einem NFC-Chip und werden mit dem Handy übertragen; Änderungen lassen sich sperren, damit auf der Baustelle niemand versehentlich etwas verstellt. Kein Öffnen, keine Dichtung, die man zweimal anfasst.
- Vier Messgrössen, einzeln abschaltbar: Temperatur, Feuchte, Luftdruck und Beschleunigung sind je für sich zuschaltbar. Was du nicht brauchst, verbraucht weder Sendezeit noch Batterie — bei einem Gerät, das zehn Jahre halten soll, ist das kein Detail.
- Der Beschleunigungssensor ist dein Manipulationsmelder: Er meldet die Lage in X, Y und Z und zusätzlich einen Bewegungszähler. Wird ein Gerät von der Wand genommen oder verdreht, steht das in den Daten, bevor jemand vor Ort war.
- Zwei Multi-Purpose-Eingänge auf der Klemmleiste: Impuls, Schaltkontakt oder Analogsignal lassen sich zusätzlich anschliessen. Im Telegramm bekommt der externe Wert ein eigenes Kennzeichen — er bleibt also vom internen Messwert unterscheidbar und landet nicht in derselben Spalte.
- Die Batteriespannung fährt in jedem Telegramm mit: Sie ist fester Bestandteil des Kopfes, nicht eine Zusatzoption. Du siehst den Abfall kommen und planst den Wechsel, statt ihn zu entdecken.
- Ein Fehler wird gemeldet, nicht verschwiegen: Fällt ein Fühler aus, kennzeichnet das Gerät den Datensatz im Telegramm als fehlerhaft und setzt den Wert auf null. Eine abgerissene Sonde meldet also nicht stillschweigend 0 °C, sondern einen erkennbaren Fehler — der Unterschied entscheidet, ob eine Auswertung stimmt.
- Entwicklung und Fertigung in Schweden: Gerät und Firmware kommen aus Schweden, das Gehäuse aus Schweden, Lettland und Litauen. Für Beschaffungen mit Herkunftsnachweis ist das die Angabe, nach der gefragt wird.
Wo er eingesetzt wird
- Liegenschaften mit bestehender Funkauslesung: Wo Zähler bereits über wM-Bus eingesammelt werden, kommt die Klimamessung ohne zweites Funknetz dazu.
- Aussentemperatur als Führungsgrösse: Ein Messpunkt an der Nordfassade liefert die Grundlage für die Heizkurve — ohne Kabel durch die Fassade.
- Kriechkeller, Dachräume und Hohlräume: Orte, an denen Feuchte zum Bauschaden wird und niemand regelmässig nachsieht.
- Lager und Kühlräume: Die externe Sonde folgt dem Raum schnell genug, um Türöffnungen und Störungen sichtbar zu machen.
- Landwirtschaftliche Gebäude: Stall, Silo und Futterlager — robustes Gehäuse, keine Infrastruktur vor Ort nötig.
- Begehungs- und Vorbeifahrtsauslesung: Im T1-Modus genügt ein Durchgang mit dem Auslesegerät; für verstreute Objekte ohne festen Sammler ist das der billigste Weg zu Daten.
- Grössere Rollouts: Konfiguration per NFC vor dem Einbau, Montage mit zwei Schrauben, keine Netzanmeldung je Gerät. Der Aufwand je Messpunkt bleibt auch bei dreistelligen Stückzahlen berechenbar.
Zwei Dinge zur Schutzart. Mit montierter Filterkappe ist die Baugruppe IP54 und nicht IP67 — die Kappe muss atmen können, sonst misst sie nichts. Sie gehört deshalb nach unten, damit kein Wasser darin stehen bleibt. Und: Die Batterie ist nicht im Lieferumfang. Es braucht eine AA-Lithiumzelle vom Typ ER14505; eine gewöhnliche Alkalizelle liefert die nötige Spannung nicht.
Zum Bild: Die Abbildungen zeigen den baugleichen ELT-ETH mit derselben Filterkappe und demselben Gehäuse. Gehäusemasse, Montageflügel, Antennenanschluss und Sonde sind bei beiden Ausführungen identisch; der Unterschied liegt im Funkmodul im Innern und auf dem Typenschild an der Rückseite.
Damit hast du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Planung und Integration.
Wireless M-Bus ist kein kleines LoRaWAN
Die beiden Verfahren sehen sich von aussen ähnlich — batteriebetriebener Sender, 868 MHz, schmalbandig — und verhalten sich im Betrieb doch grundverschieden. wM-Bus nach EN 13757 ist ein einseitiger Funk: Das Gerät sendet sein Telegramm in den Raum und erfährt nicht, ob es jemand gehört hat. Es gibt keine Anmeldung an ein Netz, keine Quittung, keine automatische Anpassung der Datenrate. Das ist kein Mangel, sondern die bewusste Auslegung einer Zählerauslesung: Ein Zähler, der nichts erwartet, kann auch nicht auf eine Antwort warten und verbraucht dabei Strom.
Für die Planung folgt daraus zweierlei. Erstens zählt die Reichweite zum Sammler, nicht zu einem Netz — der Sammler steht im Haus, im Treppenhaus oder im Vorbeifahren im Fahrzeug. Zweitens gibt es keinen Rückkanal, über den sich verlorene Telegramme nachfordern liessen; Lücken schliesst man über die Sendehäufigkeit, nicht über eine Wiederholung auf Anforderung. Wer durchgehende Reihen ohne Begehung braucht, plant den festen Sammler ein. Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis und ist als Auswahlhilfe zu verstehen, nicht als Zertifizierungsaussage des Herstellers.
Filterkappe oder Kabelverschraubung — der eine Kompromiss
Die Baureihe gibt es in zwei Ausführungen, und der Unterschied ist genau eine Öffnung. In der Grundausführung sitzt unten eine Kabelverschraubung mit Druckausgleichsmembran: Sie lässt den Luftdruck durch, hält aber Wasser zurück, und das Gerät bleibt IP67. In dieser Ausführung ersetzt die Filterkappe mit der externen Sonde diese Verschraubung — die Kappe ist bewusst durchlässig, damit die Aussenluft den Fühler erreicht, und damit sinkt die Schutzart auf IP54.
Das ist der Handel, den man eingeht: Schutzart gegen eine Feuchtemessung, die den Namen verdient. In der Praxis ist IP54 für eine geschützte Fassadenmontage oder einen Innenraum völlig ausreichend, solange die Kappe nach unten zeigt. Was es nicht verträgt, ist Strahlwasser, dauerhafte Nässe oder eine Montage, bei der sich Wasser in der Kappe sammelt. Der interne Luftdrucksensor arbeitet in beiden Ausführungen weiter.
Batterie und Betriebsaufwand
Versorgt wird das Gerät von einer einzelnen AA-Lithium-Thionylchlorid-Zelle (ER14505, 3.6 V), die vom Betreiber selbst gewechselt wird — vier Schrauben, Deckel ab, Zelle tauschen. Die vom Hersteller genannten zehn Jahre sind der Bestwert und hängen am Sendeintervall, an der Zahl der aktiven Messgrössen und an der Temperatur; eine Zelle, die den Winter bei −30 °C verbringt, gibt weniger her als eine im Treppenhaus. Die mitgesendete Klemmenspannung ist deshalb kein Beiwerk, sondern das Planungsinstrument: Aus ihrem Verlauf über die ersten Monate lässt sich die tatsächliche Standzeit am Standort hochrechnen, statt sie zu glauben.
Weitere Wartung sieht der Hersteller nicht vor — ausser dem Batteriewechsel gibt es im Gerät nichts zu tun. Die Filterkappe sollte bei der Begehung angesehen werden: Setzt sie sich mit Staub oder Insekten zu, wird die Feuchtemessung träge, lange bevor sie ausfällt.
Integration: was im Telegramm steht
Das Gerät verwendet das Standard-Telegramm des Open Metering System. Auf den Kopf mit Herstellerkennung, Seriennummer, Gerätetyp und Zugriffszähler folgt immer die Batteriespannung in Millivolt, danach die aktivierten Messwerte in fester Reihenfolge. Temperatur kommt in Hundertstelgrad, Feuchte in Zehntelprozent, Luftdruck in Millibar; die Beschleunigung wird als Klartextfeld mit den drei Achsen und zusätzlich als Bewegungszähler übertragen. Jeder Block trägt seine eigene Kennung, sodass sich ein Telegramm auch dann auflösen lässt, wenn nicht alle Messgrössen aktiv sind.
Ein Detail, das beim Aufsetzen Zeit spart: Fehlerhafte Werte bekommen eine abweichende Datenfeldkennung und werden zusätzlich auf null gesetzt. Deine Auswertung kann also einen echten Nullwert von einem Ausfall unterscheiden, ohne auf Plausibilitätsregeln auszuweichen. Externe Sensoren an den beiden Eingängen tragen eine eigene Untereinheit und bleiben dadurch sauber von den internen Messwerten getrennt. Für die Inbetriebnahme brauchst du Seriennummer und Schlüssel des Geräts in der Zentrale — beides steht als Aztec-Code auf dem Typenschild an der Gehäuserückseite.
Technische Spezifikationen
Die allgemeinen Produktdaten — Schutzart, Batterie, Masse, Gewicht, Gehäuse, Temperatur- und Feuchtebereich und Herkunft — findest du in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite.
| Messung | |
|---|---|
| Externe Sonde | SHT4x für Temperatur und relative Feuchte, in Filterkappe vormontiert |
| Temperatur, Auflösung | 0.1 °C |
| Temperatur, Genauigkeit | typisch 0.2 °C |
| Feuchte, Auflösung | 1 % rF |
| Luftdruck | 260 bis 1260 hPa, Genauigkeit ±1 hPa |
| Beschleunigung | ±2.0 g, Empfindlichkeit 16 mg je Digit, Datenrate 10 Hz |
| Zusatzeingänge | 2 × Multi-Purpose IN auf der internen Klemmleiste, mit Versorgung und Masse |
| Funk | |
| Verfahren | Wireless M-Bus nach EN 13757:2018 |
| Modi | T1, C1a, C1b — per NFC umschaltbar |
| Frequenz | 868.95 MHz |
| Sendeleistung | maximal 14 dBm EIRP |
| Verschlüsselung | AES-CBC, Ende zu Ende |
| Telegrammformat | Open Metering System (OMS) |
| Antenne | extern, über Buchse am Gehäuseoberteil |
| Betrieb | |
| Konfiguration | NFC über das geschlossene Gehäuse, zusätzlich über Funk; Einstellungen sperrbar |
| Mess- und Sendeintervall | frei einstellbar |
| Anzeige | eine LED auf der Platine für Start und Sendevorgang |
| Kennzeichnung | Aztec-Code auf der Rückseite mit Seriennummer und Sensortyp |
| Mechanik und Konformität | |
| Befestigung | zwei Schlüssellochbohrungen in den Montageflügeln oder Klebeband |
| Betriebsspannung | 3.6 V DC; mit externer Speisung bis 85 °C zulässig |
| Konformität | CE, RoHS; EMV 2014/30/EU, Niederspannung 2014/35/EU, Funk 2014/53/EU, RoHS 2011/65/EU und 2015/863 |
| Einsatzhöhe | 0 bis 2000 m |
| Lagertemperatur | −40 bis 85 °C |
Montage und Inbetriebnahme
Das Gehäuse hat zwei Montageflügel mit Schlüssellochbohrungen; alternativ lässt es sich aufkleben. Die Masse in Millimetern:

Vier Punkte entscheiden darüber, ob die Messwerte taugen. Erstens die Antenne senkrecht stellen — sie bestimmt Reichweite und Abstrahlrichtung, und liegend verschenkt man beides. Zweitens die Filterkappe nach unten richten, damit abfliessendes Wasser nicht in der Kappe stehen bleibt. Drittens keine direkte Sonne: Das aufgeheizte Gehäuse verfälscht vor allem den internen Fühler, und auch die externe Sonde sieht die Strahlung. Ein Platz an der Nordseite oder unter einem Vordach ist einem exponierten Punkt vorzuziehen. Viertens wird die Zelle vor dem Verschliessen eingesetzt und der Deckel mit allen vier Schrauben befestigt.
Konfiguriert wird mit der Hersteller-App über NFC — sinnvollerweise schon im Büro, bevor die Geräte verteilt sind. Nach dem Schreiben startet das Gerät neu und bestätigt das mit der LED; die Einstellungen sollten danach noch einmal ausgelesen werden. Damit die Zentrale die Telegramme auflösen kann, müssen Seriennummer und Schlüssel dort hinterlegt sein, bevor das erste Gerät an der Wand hängt.
Die Varianten der ELT-Reihe
Dieselbe Elektronik und dasselbe Gehäuse gibt es mit verschiedenen Funkverfahren und mit oder ohne externe Sonde. Nicht gelistete Ausführungen beschaffen wir gern.
| Modell | Unterscheidungsmerkmal | Wofür es gemacht ist |
|---|---|---|
| ELT-ETH-W — diese Seite | wM-Bus, externe Sonde in Filterkappe, IP54 | Klimamessung in bestehender Zählerfernauslesung |
| ELT-W | wM-Bus, Kabelverschraubung mit Druckausgleich, IP67 | wenn der Fühler im Gehäuse genügt oder eigene Sensoren angeschlossen werden — auf Anfrage |
| ELT-ETH-L | LoRaWAN, externe Sonde in Filterkappe, IP54 | dasselbe Gerät für ein LoRaWAN — öffentliches Netz oder eigenes Gateway |
| ELT-2 | LoRaWAN, interne Fühler, erweiterbar über Module | die universelle Grundausführung der Reihe |
| ELT Lite | LoRaWAN, reduzierter Funktionsumfang | wenn nur Temperatur und Feuchte gebraucht werden |
Was du zusätzlich brauchst
- Die Batterie ist Pflicht und nicht dabei: Es braucht eine AA-Lithium-Thionylchlorid-Zelle, zum Beispiel die EVE ER14505V. Eine Alkali- oder NiMH-Zelle ist kein Ersatz: Sie liefert nur 1.5 beziehungsweise 1.2 V, das Gerät erwartet 3.6 V.
- Ein Gateway brauchst du hier nicht: Anders als bei unseren LoRaWAN-Sensoren gehört zu diesem Gerät kein LoRaWAN-Gateway. Die Gegenstelle ist dein wM-Bus-Sammler oder das Auslesegerät für die Begehung — beides Teil der Zählerinfrastruktur, nicht des Sensors.
- Die Alternative auf dem anderen Funkweg: Wenn sich im Projekt doch LoRaWAN durchsetzt, ist der Elsys ELT-ETH für LoRaWAN das identische Gerät mit anderem Funkmodul.
Unterstützung bei der Auslegung
Du bist unsicher, ob dein bestehender Sammler dieses Telegramm mitnimmt, welcher Funkmodus zu deiner Auslesung passt oder wie viele Geräte an einem Standort sinnvoll sind? Frag uns — solche Fragen klären wir gern, bevor du bestellst. Datenblatt und Handbuch findest du im Reiter „Dokumente». Und wenn daraus ein Vorhaben wird — Auslegung, Vorkonfiguration in Stückzahl oder die Anbindung an deine Zentrale —, erstellen wir dir dafür gern ein Angebot.


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