Dieses Smart Badge ist die für explosionsgefährdete Bereiche zugelassene Ausführung des Abeeway-Personen-Trackers. Funktion, Bauform und Bedienung sind dieselben wie beim Standardgerät: Ausweisformat, 64 Gramm, ein Taster, ein Summer und fünf Ortungsverfahren von Satellit bis Bluetooth. Der Unterschied liegt in der Zulassung nach ATEX und IECEx für Zone 2 und Zone 22 — also für Bereiche, in denen eine gefährliche Atmosphäre aus Gas oder Staub im Normalbetrieb nicht, im Störungsfall aber kurzzeitig auftreten kann. Wer seine Belegschaft in einer Tankanlage, einer Lackiererei oder einer Mühle orten will, darf das Standardgerät dort nicht tragen lassen; dieses schon.
- Zone 2 / 22Gas und Staub, Gerätekategorie 3
- Ex ic IIB T4 GcZündschutzart und Temperaturklasse
- −20 bis +40 °Czulässige Umgebungstemperatur
- 64 gunverändertes Ausweisformat
Was diese Ausführung ausmacht
- Die Zulassung steht auf dem Gerät, nicht im Prospekt: Die vollständige Kennzeichnung lautet II 3 G Ex ic IIB T4 Gc für Gas und II 3 D Ex ic IIIB T135 °C Dc für Staub, jeweils für −20 °C bis +40 °C Umgebungstemperatur. Diese Zeile ist es, die der Sicherheitsverantwortliche sehen will, bevor er eine Freigabe unterschreibt.
- Eigensicherheit auf Niveau „ic»: Das Gerät begrenzt Energie und Oberflächentemperatur so weit, dass es im Normalbetrieb keine zündfähige Umgebung entzünden kann. Das ist genau das Schutzniveau, das Zone 2 verlangt — nicht mehr, aber auch nicht weniger.
- Gasgruppe IIB und Temperaturklasse T4: IIB deckt die grosse Mehrheit der Industriegase bis hin zu Ethylen ab; T4 bedeutet eine Oberflächentemperatur unter 135 °C. Für Wasserstoff und Acetylen, die in die Gruppe IIC fallen, reicht diese Ausführung nicht.
- Staub wird getrennt bewertet: Für Zone 22 gilt IIIB, also nicht leitfähiger Staub, mit einer Oberflächentemperatur bis 135 °C. Mühlen, Silos und Holzverarbeitung fallen darunter; Metallstaub fällt in IIIC und damit nicht.
- Funktion identisch zum Standardgerät: Dieselben fünf Ortungsverfahren, derselbe Akku mit 1.3 Ah, derselbe Summer mit 96 dBa, derselbe Kartenhalter. Wer gemischte Bereiche hat, kann beide Ausführungen nebeneinander betreiben, ohne die Konfiguration zu ändern.
- Der Temperaturbereich ist der Preis: Das Standardgerät arbeitet von −10 bis +55 °C, dieses von −20 bis +40 °C. Nach unten gewinnt es, nach oben verliert es fünfzehn Grad — in einer Halle mit Sommerhitze über dem Kesselhaus ist das kein akademischer Unterschied.
- Ein Ausweis statt zweier Geräte: Die Belegschaft trägt weiterhin den Betriebsausweis im Schacht vorne. Alles, was die Annahme einer Ortungslösung entscheidet, bleibt gleich — nur die Freigabe für den Ex-Bereich kommt dazu.
- Laden über den Magnetstecker: Wie beim Standardgerät, mit dem gewöhnlichen Magnetkabel oder der Ladestation. Die Einschränkung auf ein eigenes Ex-Ladegerät gilt erst für die Zone-1-Ausführung.
Wo Zone 2 und Zone 22 tatsächlich vorkommen
- Tanklager und Umschlagplätze: Rund um Befüllstutzen und Entlüftungen liegt regelmässig Zone 2. Wer dort arbeitet, trägt heute oft gar kein Ortungsgerät, weil das vorhandene nicht zugelassen ist.
- Lackierereien und Lösemittellager: Ausserhalb der Kabine, aber im Umgriff der Absaugung, gilt Zone 2 — genau dort, wo Alleinarbeit stattfindet.
- Mühlen, Silos und Futtermittelwerke: Staubzone 22 im ganzen Gebäude, Alleinarbeit auf mehreren Etagen, schlechte Mobilfunkabdeckung im Betonkern.
- Kläranlagen und Biogas: Faultürme und Gasaufbereitung bringen Methan und damit Zone 2 in Bereiche, die sonst ganz normal begangen werden.
- Chemie- und Pharmaproduktion: Zutrittszonen mit unterschiedlichen Freigaben, dazu die Pflicht, Anwesenheiten im Zwischenfall belegen zu können.
- Holzverarbeitung: Absauganlagen und Späne-Silos sind Zone 22; die Fläche ist gross und unübersichtlich.
- Evakuierungsnachweis in Ex-Anlagen: Gerade dort, wo evakuiert wird, muss belegbar sein, wer den Sammelplatz erreicht hat — und gerade dort durfte bisher kein Gerät mit.
- Rollouts über gemischte Werke: Ein Standort hat selten nur Ex-Bereiche. Zwei Ausführungen desselben Geräts, eine Konfiguration, ein Ladekonzept.
Vor der Bestellung klären: Welche Zone, welche Gruppe?
Diese Ausführung deckt Zone 2 und Zone 22 ab — Bereiche, in denen eine gefährliche Atmosphäre im Normalbetrieb nicht oder nur kurzzeitig auftritt. Für Zone 1 und 21, wo damit im Normalbetrieb gelegentlich zu rechnen ist, braucht es die Ausführung mit der Kennzeichnung Ex ib Gb; die führen wir als eigenen Artikel.
Ebenso wichtig ist die Gruppe: Dieses Gerät ist für Gasgruppe IIB und Staubgruppe IIIB zugelassen. Wasserstoff, Acetylen und Schwefelkohlenstoff gehören zu IIC, leitfähiger Metallstaub zu IIIC — dort ist es nicht einsetzbar. Die Einordnung Deines Bereichs steht im Explosionsschutzdokument; sie ist keine Frage, die sich am Gerät entscheiden lässt.
Die Umgebungstemperatur ist Teil der Zulassung, nicht nur eine Betriebsangabe: ausserhalb von −20 bis +40 °C gilt die Kennzeichnung nicht mehr.
Ohne Ex-Bereich das falsche Gerät. Wer nur Personen orten will, bekommt mit der Standardausführung dieselbe Funktion, einen weiteren Temperaturbereich und einen deutlich tieferen Preis.
Damit hast Du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Funkplanung, Batterieauslegung und Anbindung — sie gilt für alle Ausführungen des Smart Badge gleichermassen.
Was die Kennzeichnung im Einzelnen bedeutet
Die Zeile II 3 G Ex ic IIB T4 Gc zerfällt in vier Aussagen. II 3 G nennt Gerätegruppe und Kategorie: Gruppe II ist alles ausserhalb des Bergbaus, Kategorie 3 ist das für Zone 2 geforderte Niveau, G steht für Gas. Ex ic ist die Zündschutzart — Eigensicherheit auf dem Niveau, das für Kategorie 3 genügt: Die im Gerät verfügbare Energie ist so begrenzt, dass ein Funke im Normalbetrieb nicht zünden kann. IIB ist die Explosionsgruppe des Gases, T4 die Temperaturklasse, also eine maximale Oberflächentemperatur von 135 °C. Das abschliessende Gc wiederholt das Geräteschutzniveau in der IECEx-Schreibweise.
Für Staub gilt parallel II 3 D Ex ic IIIB T135 °C Dc. Die römische Drei mit dem B bezeichnet nicht leitfähigen Staub, die Angabe T135 °C ist hier eine absolute Temperatur und keine Klasse. Beide Kennzeichnungen gelten für dasselbe Gerät und denselben Temperaturbereich von −20 bis +40 °C. Die offizielle Auflistung aller Abeeway-Kennzeichnungen führt der Hersteller in seiner Dokumentation.
Diese Einordnung dient der Auswahl und ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung. Welche Zone an welcher Stelle Deiner Anlage gilt, steht im Explosionsschutzdokument des Betreibers; das Gerät trägt seine Zulassung, aber es beurteilt nicht den Ort.
Wie die Ortung im Badge funktioniert
Im Freien liefert der Mehrsystem-Empfänger — GPS, GLONASS, Galileo und Beidou — eine Position mit rund drei Metern Standardabweichung, braucht dafür aber 30 bis 50 Sekunden Kaltstart bei voller Leistung. Low-Power-GPS dreht das um: Das Badge nimmt nur einen rohen Satelliten-Schnappschuss auf, die Berechnung übernimmt der Server. Das kostet unter zehn Sekunden, liefert 15 bis 30 Meter und verlängert die Laufzeit von sechs auf 38 Wochen.
In Gebäuden übernimmt WLAN, wobei das Badge nur zuhört und die erfassten Zugangspunkte zur Auswertung schickt — 20 bis 50 Meter, drei Sekunden Messdauer. Genauer wird es mit Bluetooth-Ankern: fünf bis fünfzehn Meter bei einer Sekunde Messdauer, aber nur dort, wo die Anker hängen. Beide Angaben hängen an der Dichte und Anordnung der Anker und Zugangspunkte und sind Auslegungsgrössen, keine Zusage für ein konkretes Gebäude. Als fünfter Weg bleibt die Laufzeitdifferenzmessung im LoRaWAN-Netz, die ohne jeden Empfänger im Gerät auskommt und dafür Positionen im Bereich von Hunderten Metern liefert.
Laufzeit und Ladebetrieb
Der fest verbaute Akku hat 1.3 Ah bei 3.7 Volt. Die Laufzeit hängt nicht an der Meldehäufigkeit, sondern daran, welches Ortungsverfahren dabei anläuft.
| Betriebsart | Laufzeit | Was das für den Betrieb heisst |
|---|---|---|
| 1 GNSS-Position je Stunde | 6 Wochen | nur mit Ladezyklus je Schicht sinnvoll |
| 1 Low-Power-GPS-Position je Stunde | 38 Wochen | der Normalfall für gemischten Innen- und Aussenbetrieb |
| 1 WLAN-Position je Stunde | 1.6 Jahre | der Normalfall für reinen Gebäudebetrieb |
| Bereitschaft ohne Ortung | über 1.8 Jahre | Position nur auf Tastendruck oder bei Bewegung |
Geladen wird mit 5 Volt über den Magnetstecker bei 0 bis 45 °C — ausserhalb des Ex-Bereichs, wie bei jedem Akkugerät. Ab etwa zwanzig Badges lohnt die Ladestation mit 25 Plätzen; in der Ausführung mit USB-Hub lässt sich über sie auch die Firmware einer ganzen Charge aktualisieren.
Anbindung an Netz und Plattform
Das Badge ist ein LoRaWAN-Gerät der Klasse A und läuft an jedem Netzserver — eigener ChirpStack, The Things Network, Swisscom LPN oder die ThingPark-Plattform von Actility. Low-Power-GPS und WLAN-Ortung brauchen zusätzlich einen Löser, der aus dem Rohdatensatz eine Koordinate macht; ohne ihn kommen die Meldungen an, bleiben aber unübersetzt.
Den offiziellen Decoder für die Nutzlast stellt Abeeway als abeeway-codec bereit; er deckt die Firmware-Generationen Asset Tracker 2 und 3 ab. Betriebsarten, Nachrichtentypen und Konfigurationsparameter stehen in der Abeeway-Dokumentation, Laufzeitrechner und Konfigurationseditor unter tools.abeeway.io.
Regionalvarianten und Ausführungen
Wir führen grundsätzlich die europäische Ausführung. Die übrigen Regionalvarianten beschaffen wir auf Anfrage.
| Ausführung | Herstellernummer | Unterschied | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|
| Smart Badge EU868 ATEX Zone 2/22 | DEABE313-XXEU-Ex2 | Ex ic IIB T4 Gc, −20 bis +40 °C | Das ist die Version, die Du hier bestellst |
| Smart Badge EU868 ATEX Zone 1/21 | DEABE360-XXEU-Ex1 | Ex ib IIB T4 Gb, bis +50 °C, ohne USB-Daten | eigener Artikel im Shop |
| Smart Badge EU868 ohne Ex-Zulassung | DEABE316-XXEU | −10 bis +55 °C, günstiger | eigener Artikel im Shop |
| Smart Badge US915 / AS923 / AU915 Ex2 | DEABE314-XX…-Ex2 | andere Funkregionen | auf Anfrage |
Technische Daten im Einzelnen
Allgemeine Produktdaten wie Schutzart, Masse, Gewicht und Herkunftsland stehen in der Detailtabelle weiter unten. Hier folgen die Werte, die es dort nicht als Feld gibt.
| Explosionsschutz | |
|---|---|
| Kennzeichnung Gas | II 3 G Ex ic IIB T4 Gc (−20 °C bis +40 °C) |
| Kennzeichnung Staub | II 3 D Ex ic IIIB T135 °C Dc (−20 °C bis +40 °C) |
| Abgedeckte Zonen | Zone 2 (Gas), Zone 22 (Staub) |
| Ortung | |
| GNSS-Genauigkeit | 3 m Standardabweichung (GPS, GLONASS, Galileo, Beidou) |
| GNSS-Kaltstart / Warmstart | 30–50 s / unter 5 s |
| GNSS-Empfindlichkeit | −140 dBm |
| Low-Power-GPS | 15–30 m, Erstposition unter 10 s, −144 dBm |
| WLAN-Ortung | 20–50 m, 3 s Messdauer, Empfindlichkeit −86 dBm |
| Bluetooth-Ortung | 5–15 m, 1 s Messdauer, Empfindlichkeit −88 dBm |
| Funk | |
| LoRaWAN-Modem | Semtech SX1262, Klasse A, OTAA oder ABP |
| Sendeleistung LoRaWAN | 14 dBm, maximal 18 dBm |
| Empfindlichkeit LoRaWAN | −130 dBm bei SF10, −135 dBm bei SF12 |
| WLAN-Band | 2412–2472 MHz, nur Empfang |
| Bluetooth | 2402–2480 MHz, Sendeleistung maximal 4 dBm |
| GNSS-Band | 1559–1610 MHz |
| Stromversorgung und Umgebung | |
| Akku | Lithium-Polymer, 3.7 V, 1.3 Ah, fest verbaut |
| Laden | 5 V über Magnetstecker, zulässig 0 bis 45 °C |
| Lagertemperatur | 10 bis 30 °C empfohlen, maximal 6 Monate |
| Luftfeuchtigkeit | 5 bis 95 %, nicht kondensierend |
| Bedienung und Sensorik | |
| Bedienelemente | ein Taster, zweifarbige LED, Summer mit 96 dBa |
| Sensorik | Beschleunigung, Temperatur |
| Halterung | Schacht für Betriebs- oder RFID-Ausweis |
| Konformität | |
| Funkzulassungen | EC, FCC, IC, TELEC, IMDA, WPC |
| LoRa Alliance | zertifiziert für EU868, US915, AS923, AU915, IN865 |
Die Abeeway-Familie im Vergleich
| Modell | Unterscheidungsmerkmal | Wofür es gemacht ist |
|---|---|---|
| Smart Badge ATEX Zone 2 (diese Seite) | Ex ic Gc, −20 bis +40 °C | Personen in Zone 2 und 22 |
| Smart Badge ATEX Zone 1 | Ex ib Gb, bis +50 °C, ohne USB-Daten | Personen in Zone 1 und 21 |
| Smart Badge Standard | ohne Ex-Zulassung, −10 bis +55 °C | Personen ausserhalb von Ex-Bereichen |
| Compact Tracker ATEX Zone 2 | IP68/IK08, wechselbare Batterien | Anlagen und Behälter in Zone 2 |
| Industrial Manageable Beacon ATEX | ortsfest, sendet nur Bluetooth | Anker für die Innenortung im Ex-Bereich |
Zubehör und Alternativen
- Magnetkabel zum Laden und Übertragen: der Standardweg für ein einzelnes Badge — ausserhalb des Ex-Bereichs zu verwenden.
- Ladestation mit 25 Plätzen und USB-Hub: ab etwa zwanzig Geräten der einzige sinnvolle Weg, inklusive zentraler Firmware-Aktualisierung.
- Gateway für innen: RAK7268CV2 WisGate Edge Lite 2+ — Aufstellung ausserhalb der Zone, Abdeckung hinein.
- Gateway für aussen: WisGate Edge Prime RAK7240CV2 — für Tanklager und Werksgelände mit Mobilfunk-Rückweg.
- Ortung ohne Ex-Anforderung: Smart Badge Standard — gleiche Funktion, weiterer Temperaturbereich, tieferer Preis.
Unterstützung bei der Auslegung
Datenblatt, Payload-Decoder und die Kennzeichnungsübersicht des Herstellers findest Du im Reiter „Dokumente». Sag uns, welche Zonen an Deinem Standort ausgewiesen sind und wie viele Träger es werden — für Funkplanung, Vorkonfiguration und Inbetriebnahme erstellen wir Dir gern ein Angebot.
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