Der SP12-125-150 ist der digitale Temperaturfühler für die Milesight-Temperatursensoren mit M12-Anschluss. Er misst mit einem DS18B20 in einem 6 mm starken Edelstahlrohr und meldet den Wert digital an das Gerät — die Messung findet also in der Fühlerspitze statt, nicht erst im Sensorgehäuse. Sein eigentliches Argument steht klein im Datenblatt: Milesight gibt eine Langzeitdrift von 0.03 °C pro Jahr an, ermittelt in einem tausendstündigen Dauerversuch bei 125 °C. Für eine dokumentierte Kühlkette ist das die Zahl, auf die es ankommt.
- -40 bis 125 °CMessbereich
- ±0.5 °Cim Bereich -10 bis 85 °C
- 0.03 °C/JahrLangzeitdrift
- 1.5 mKabellänge
Was diesen Fühler ausmacht
- Digitale Messung in der Spitze: Der DS18B20 wandelt direkt am Messort. Was über das Kabel läuft, ist bereits ein Zahlenwert — Übergangswiderstände an Steckern und Klemmen verfälschen ihn nicht mehr, anders als bei einem Widerstandsfühler.
- Angegebene Langzeitdrift: 0.03 °C pro Jahr, im Maximum unter 0.04 °C. Die wenigsten Hersteller nennen diesen Wert überhaupt — er ist die Grundlage dafür, ein Kalibrierintervall zu begründen statt zu raten.
- Abnehmbar am M12-Stecker: Der Fühler lässt sich einzeln tauschen und einzeln kalibrieren. Das Funkgerät bleibt montiert und muss nicht ins Labor.
- Edelstahl 316: Die höherlegierte Sorte mit Molybdänanteil — beständiger gegen Chloride als der übliche 304er. Das zählt in Salzlaken, in der Fleischverarbeitung und in Reinigungsprozessen.
- IP67 bis in die Spitze: Fühler und Kabelübergang sind gegen zeitweiliges Eintauchen dicht. Reinigen mit dem Schlauch macht ihm nichts aus.
- Kabel bis 125 °C: Der PVC-Mantel ist für denselben Bereich freigegeben wie die Messung. Das Kabel darf also mit in die heisse Zone, nicht nur die Spitze.
- Kontakt-, Schraub- oder Klebemontage: Milesight sieht die Anlage am Messobjekt, die Verschraubung an der Wand und die Befestigung mit Klebeband vor — für die typische Nachrüstung im Kühlmöbel braucht es keine Bohrung.
Wo er eingesetzt wird
- Kühl- und Tiefkühlräume: Das Funkgerät bleibt vor der Tür, wo Empfang herrscht und die Batterie warm bleibt; nur der Fühler geht hinein.
- Kühlmöbel im Verkauf: Kabel durch die Türdichtung, Gerät aussen an der Seitenwand.
- Prozess- und Rohrleitungstemperaturen: Der Bereich bis 125 °C deckt Warmwasser, Heizungsvorlauf und viele Reinigungsprozesse ab.
- Schaltschränke und Technikräume: Aus einem Metallschrank kommt kein Funksignal — der Fühler schon.
- Zweipunktmessung mit dem TS302: Ein Gerät, zwei Anschlüsse, zwei Fühler: Vorlauf und Rücklauf oder zwei Kühlfächer mit einem Funkkanal.
- Als Ersatzteil: Wenn ein Fühler beim Verlegen gequetscht oder beim Türschliessen durchtrennt wurde, ist die Elektronik nicht mitbetroffen.
Prüf zuerst, welches Gerät und welche Gerätegeneration du hast.
Milesight gibt den SP12-125-150 für den TS201, den TS602 sowie für TS301 V2 und TS302 V2 frei. Für die erste Generation von TS301 und TS302 ist er ausdrücklich nicht freigegeben. Wenn dein Gerät schon länger im Einsatz ist, sag uns vor der Bestellung die Seriennummer oder den Bestellcode — wir klären die Generation. Das ist eine Frage zum Produkt und kostet nichts, und sie erspart dir eine Rücksendung.
Der SP12 ist nicht dasselbe wie der SP11. Der SP11 PT100 ist ein analoger Widerstandsfühler mit 2 m Kabel, der SP12 ein digitaler Fühler mit 1.5 m. Beide haben denselben M12-Stecker und passen mechanisch an dieselben Geräte — das Messverfahren ist ein anderes. Weiter unten stehen sie nebeneinander.
Für Temperatur und Feuchte zusammen brauchst du stattdessen den SP13-125-150; dieser Fühler misst nur Temperatur.
Damit hast du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Auslegung und Montage.
Digital oder PT100 — woran sich das entscheidet
Ein PT100 ist ein Platinwiderstand: Das Gerät speist einen Strom ein und misst eine Spannung. Alles zwischen Messstelle und Auswertung — Kabelwiderstand, Steckerübergänge, Klemmenkorrosion — geht als Fehler mit ein, und deshalb sind PT100-Fühler bei sehr langen Leitungen und bei mehrfachem Stecken heikel. Dafür sind sie in der Spitzenklasse genauer, über weite Bereiche linear und mit einer Klasse-A-Ausführung bis 500 °C zu haben.
Ein DS18B20 wandelt direkt im Fühler und schickt Zahlen. Das Kabel ist damit funktional egal, das Stecken unkritisch, die Auswertung im Gerät einfach. Der Preis ist eine feste, nicht besonders enge Genauigkeit: ±0.5 °C zwischen -10 und 85 °C, ausserhalb davon ±2 °C. Für Kühlkettenüberwachung, Raum- und Rohrtemperaturen ist das ausreichend; für eine rückführbare Messung an einer engen Toleranz ist es das nicht.
Die Faustregel aus der Praxis: Wo dokumentiert wird, ob ein Grenzwert überschritten wurde, gewinnt der digitale Fühler wegen Robustheit und angegebener Drift. Wo eine absolute Temperatur auf ein Zehntelgrad belegt werden muss, führt der Weg über PT100 und Kalibrierung. Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis und ist als Auswahlhilfe zu verstehen, nicht als Zertifizierungsaussage des Herstellers.
Montage und Kalibrierung
Ein Fühler misst seine eigene Temperatur, nicht die des Objekts, an dem er hängt. Frei in der Luft eines Kühlraums folgt er jedem Türöffnen sofort und meldet Grenzwertverletzungen, die das Kühlgut nie erlebt hat. Für die Überwachung von Ware gehört er an die Ware oder in ein Gefäss mit Flüssigkeit; für die Überwachung des Raumklimas gehört er in die Luft. Beides ist richtig — aber nicht dasselbe, und die Auswertung sieht völlig verschieden aus.
Milesight nennt für diesen Fühler ausdrücklich eine jährliche Kalibrierung als branchenüblich. Weil er sich am M12-Stecker abnehmen lässt, geht dafür nur der Fühler ins Labor und das Funkgerät bleibt an der Wand — das ist der praktische Grund, warum abnehmbare Fühler in dokumentationspflichtigen Anwendungen bevorzugt werden. Ein zweiter Fühler als Wechselstück hält die Messstelle während der Kalibrierung in Betrieb.
Beim Verlegen bekommt das Kabel eine Zugentlastung in Gerätenähe — eine Schlaufe mit Kabelbinder genügt. Bei Schwenktüren gehört es an die Scharnierseite, wo die Bewegung am geringsten ist.
Technische Daten
Die allgemeinen Produktdaten stehen in der Detailtabelle weiter unten. Hier steht, was es dort nicht als Merkmal gibt.
| Messung | |
|---|---|
| Messelement | DS18B20, digital |
| Messbereich | -40 bis 125 °C |
| Genauigkeit typisch | ±0.2 °C |
| Genauigkeit -10 bis 85 °C | ±0.5 °C |
| Genauigkeit -40 bis -10 °C und 85 bis 125 °C | ±2 °C |
| Langzeitdrift | 0.03 °C pro Jahr, maximal unter 0.04 °C pro Jahr |
| Aufbau | |
| Fühlerform | gerades Rohr, 6 × 50 mm |
| Fühlerwerkstoff | Edelstahl 316 |
| Kabel | 1.5 m, PVC, zulässig -40 bis 125 °C |
| Anschluss | M12-Steckverbinder, 5-polig A-kodiert |
| Stromversorgung | keine, über das Gerät gespeist |
| Montage und Eignung | |
| Montagearten | Kontakt am Messobjekt, Wandverschraubung, Klebeband |
| Passend zu | Milesight TS201, TS602, TS301 V2, TS302 V2 |
Fühler für die Milesight-Temperatursensoren
| Fühler | Verfahren | Bereich | Wofür |
|---|---|---|---|
| SP12-125-150 | DS18B20, digital | -40 bis 125 °C | Standardfall Temperatur, robust, mit angegebener Drift |
| SP13-125-150 | Temperatur und Feuchte, digital | -40 bis 125 °C, 0 bis 100 % rF | wenn die Feuchte mitgemessen werden soll |
| SP11 PN B05-125-200 | PT100, analog, Klasse B | -40 bis 125 °C | wenn ein Widerstandsfühler verlangt ist, 2 m Kabel |
| SS21 PN03-150 | Magnetkontakt | Schaltabstand 20 bis 30 mm | Türüberwachung am selben Gerät statt einer Temperaturmessung |
Am TS302 lassen sich zwei dieser Fühler gleichzeitig betreiben — auch gemischt, etwa ein Temperaturfühler und ein Türkontakt an einem Funkkanal.
Unterstützung bei der Auslegung
Welche Gerätegeneration du hast und ob der digitale Fühler oder ein PT100 zu deiner Anforderung passt, klären wir gern mit dir — das ist eine Frage zum Produkt und kostet nichts. Für die Auslegung einer Kühlkettenüberwachung über mehrere Standorte, ein Schwellenwert- und Kalibrierkonzept und die Einbindung in eure Meldekette erstellen wir dir gern ein Angebot.


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