Der VS133-P zählt Personen über eine Tiefenkarte statt über ein Bild. Ein unsichtbarer Infrarotstrahl von 940 nm tastet den Bereich unter dem Gerät ab und misst für jeden Punkt die Laufzeit des Lichts — daraus entsteht eine Höhenkarte, in der eine Person eine Erhebung ist. Ein Gesicht ist darin nicht enthalten, ein Kleidungsstück auch nicht. Genau deshalb ist dieses Gerät die Antwort auf die Frage, die bei jedem Zählprojekt zuerst kommt: Wird hier gefilmt? Nein. Gespeist und angebunden wird es über eine einzige Netzwerkleitung mit PoE+.
- 99.8 %Zählgenauigkeit
- ± 3.5 cmEntfernungsgenauigkeit
- 940 nmunsichtbarer Lichtstrahl
- 98° × 80°Sichtfeld des ToF-Sensors
- 802.3atSpeisung über PoE+
Was den VS133-P ausmacht
- Tiefenkarte statt Bild: Milesight formuliert es im Datenblatt so: „Compliant with GDPR without images collected, free from privacy concerns.» Im Handbuch heisst es zum ToF-Sensor, er nutze „depth data instead of video». Es entsteht also gar kein Bild, das man maskieren müsste — der Datenschutz ist hier eine Eigenschaft der Hardware und keine Einstellung.
- ToF der zweiten Generation: Gegenüber der ersten Generation längere Reichweite und dichtere Tiefenkarten. Der VS133-P erfasst von 0.5 bis 3.5 m Abstand mit ± 3.5 cm Genauigkeit — genug, um einen Erwachsenen von einem Kind und beide von einem Einkaufswagen zu unterscheiden.
- Erkennt Montagehöhe selbst: Das Gerät ermittelt die optimale Installationshöhe automatisch und bei mehreren gekoppelten Geräten auch den Verdrehwinkel zueinander. Bei der Inbetriebnahme spart das den Messstab und beim Nachjustieren die Rechnerei.
- Einkaufswagen mit Füllstand: Der Sensor unterscheidet Wagen nach Füllgrad. Im Detailhandel ist das die Brücke zwischen Frequenz und Umsatz: Wie viele Wagen gehen leer wieder hinaus?
- Personal aus der Zählung nehmen: Acht Mitarbeitermarken liegen bei. Ohne sie zählt jede Filiale ihre eigenen Wege mit — bei kleinen Läden ist das ein zweistelliger Prozentfehler.
- Verdeckungsalarm: Wird der Sensor abgehängt, überklebt oder zugestellt, meldet er das. Ein Zähler, der stumm falsche Nullen liefert, ist schlimmer als keiner.
- Warteschlangen messen: Bis zu vier Zonen mit je bis zu zehn Eckpunkten und Verweildaueranalyse — die Grundlage für die Entscheidung, wann eine zweite Kasse geöffnet wird.
- Heatmap in zwei Ausprägungen: Bewegungs- und Verweil-Heatmap getrennt. Die eine zeigt, wo gegangen wird, die andere, wo stehen geblieben wird — für Platzierungsentscheide sind das zwei verschiedene Fragen.
- Vier Geräte zu einer Zählstelle: Multi-Device-Stitching für breite Eingänge, ohne Doppelzählung an den Nahtstellen.
- Ein Kabel für Strom und Daten: 802.3at-PoE+. Über der Eingangstür eines Ladens ist die Netzwerkleitung meist schon vorhanden oder leicht zu ziehen, eine Steckdose selten.
- Direkte Anbindung ohne Zwischenschicht: HTTP(S), MQTT(S), CGI und nativ BACnet/IP, dazu 802.1x, SSH, LLDP und OpenVPN. Für die Gebäudeleittechnik ist BACnet/IP der kürzeste Weg, für eine Auswertungsplattform MQTT.
- Alarmausgang und RS485: Je ein Alarm-Ein- und -Ausgang, dazu ein RS485-Port (in Entwicklung). Der Ausgang schaltet etwa eine Ampel an der Tür, wenn die zulässige Personenzahl erreicht ist.
Wo der VS133-P eingesetzt wird
- Ladeneingänge im Detailhandel: Besucherzahl je Stunde neben den Kassendaten ergibt die Konversionsrate — die Kennzahl, an der Filialleitungen gemessen werden.
- Betriebe mit Personalvertretung: Wo eine Kamera nicht bewilligt würde, ist ein Tiefensensor häufig unproblematisch, weil kein Bild entsteht.
- Kassenzonen und Schalterhallen: Verweildauer je Zone als Auslöser für die Öffnung eines weiteren Schalters.
- Korridore und Durchgänge: Bidirektionale Zählung mit U-Turn-Filter, damit Wartende nicht mitgezählt werden.
- Bibliotheken, Museen, öffentliche Bauten: Besucherzahlen für Betriebsstatistik und Subventionsnachweis, ohne Videoüberwachung.
- Zutrittsschleusen: Der Alarmausgang meldet, wenn mehr Personen durchgehen als Zutritte gebucht wurden.
- Bedarfsgesteuerte Lüftung: Über BACnet/IP direkt an die Gebäudeleittechnik, damit Zonen nach echter Belegung geregelt werden.
- Grosse Rollouts: Ein Netzwerkport je Gerät, zentrale Verwaltung über Milesight DeviceHub, Konfiguration einmal erstellt und verteilt.
Passt der VS133-P zu deinem Vorhaben?
Anbindung: Dieses Gerät ist die PoE-Ausführung und braucht einen 802.3at-Port (PoE+) — die schwächere Klasse 802.3af reicht hier nicht, weil das Gerät in der Spitze 23.8 W zieht. Es schickt seine Daten über Ethernet und kommt nicht in ein LoRaWAN-Netz. Wenn du ein LoRaWAN betreibst und die Zählwerte dort einsammeln willst, ist der VS133 in der LoRaWAN-Ausführung das richtige Gerät; es wird über ein 12-V-Netzteil gespeist und hat weder BACnet noch MQTT.
Kein Überwachungsgerät: Der VS133-P ist ein IoT-Sensor, der Personen zählt, keine Überwachungskamera. Er gibt kein Bild aus — und im Unterschied zu den kamerabasierten Zählern der VS125-Reihe entsteht hier auch intern keines. Milesight schreibt dazu im Datenblatt „compliant with GDPR without images collected, free from privacy concerns», die Preisliste ergänzt „obtain depth map without images capturing». Was das Gerät verlässt, sind Zahlen: Durchgänge, Verweildauer, Zonenbelegung, Kategorien. Milesight stellt für dieses Modell zusätzlich einen eigenen Privacy- und Security-Leitfaden bereit, den wir im Reiter „Dokumente» verlinken.
Grenzen: Mit IP40 gehört das Gerät ins Gebäude. Die Montagehöhe endet bei 3.5 m — für höhere Decken ist der VS135 in der Hochmontageausführung bis 6.5 m gebaut, ab 6 m der VS126. Der Sensor braucht Abstand: mindestens 50 cm zur Wand in Blickrichtung und 60 cm quer dazu, bei dunklem Teppich oder dunklem Boden sogar 75 cm. Vermeide Glas- und Spiegelflächen im Sichtfeld sowie fremde 940-nm-Lichtquellen — beides führt zu Fehlzählungen. Und: Anders als der VS125 erkennt der VS133-P kein Geschlecht und keine Blickrichtung. Kinder gegen Erwachsene und die Personalerkennung kann er, feinere Merkmale nicht.
Damit hast du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Planung und Integration.
Technik im Detail
Time-of-Flight misst die Laufzeit des ausgesandten Lichts bis zum Objekt und zurück. Das Ergebnis ist eine Entfernung je Bildpunkt, nicht eine Helligkeit — deshalb funktioniert das Verfahren bei völliger Dunkelheit genauso wie bei Gegenlicht, und deshalb ist ein Schatten für den Sensor schlicht nicht vorhanden. Die 940 nm liegen ausserhalb des sichtbaren Bereichs; niemand sieht, dass der Sensor arbeitet. Die Kehrseite: Andere 940-nm-Quellen im Raum — Bewegungsmelder, Fernbedienungen, ältere Überwachungstechnik mit IR-Aufheller — stören die Messung, und Milesight nennt das ausdrücklich als zu vermeidende Bedingung.
Der wichtigste Unterschied für die Planung ist die Trennung zwischen zwei Flächen, die Milesight sauber auseinanderhält. Der überwachte Bereich ist das, was das Gerät sieht — bei 3 m Montagehöhe 6.90 × 5.03 m. Der Erfassungsbereich ist das, worin es Personenzahlen zuverlässig auswertet — bei denselben 3 m nur 2.99 × 2.18 m. Wer mit dem Sichtfeld plant, überschätzt die Abdeckung um rund das Fünffache. Für einen 4 m breiten Eingang brauchst du deshalb entweder mehr Höhe oder ein zweites Gerät im Verbund.
Zur Speisung: 802.3at liefert am Gerät rund 25.5 W, und der VS133-P nimmt typisch 9.4 W, in der Spitze 23.8 W. Die Spitze tritt beim Einschalten und bei voller Infrarot-Aussteuerung auf. An einem Switch mit knappem PoE-Budget lohnt es sich, mit der Spitze und nicht mit dem Typwert zu rechnen — sonst starten bei einem Stromausfall nicht alle Sensoren wieder. Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis und ist als Auswahlhilfe zu verstehen, nicht als Zertifizierungsaussage des Herstellers.
Überwachter Bereich und Erfassungsbereich
| Montagehöhe | Überwachter Bereich | Erfassungsbereich |
|---|---|---|
| 2.5 m | 5.75 × 4.20 m | 1.84 × 1.34 m |
| 2.7 m | 6.21 × 4.53 m | 2.30 × 1.68 m |
| 3.0 m | 6.90 × 5.03 m | 2.99 × 2.18 m |
| 3.2 m | 7.36 × 5.37 m | 3.45 × 2.52 m |
| 3.5 m | 8.05 × 5.87 m | 4.14 × 3.02 m |
Der überwachte Bereich ist das, was in der Vorschau erscheint; der Erfassungsbereich ist der Teil davon, in dem Personen gezählt werden. Für die Projektplanung zählt ausschliesslich die zweite Spalte — sie wächst von 1.84 m Breite bei 2.5 m Höhe auf 4.14 m bei 3.5 m. Ein halber Meter mehr Deckenhöhe verdoppelt die zählbare Türbreite.
Betriebsaufwand und Verbrauch
| Leistungsaufnahme, typisch | 9.4 W |
| Leistungsaufnahme, Maximum | 23.8 W |
| Speiseklasse | 802.3at (PoE+), 802.3af reicht nicht |
| Wartung | keine Kalibrierung, kein Batteriewechsel; Sichtfenster gelegentlich reinigen |
Für die Projektplanung heisst das: Bei einem Switch mit 802.3at rechnest du mit rund 24 W je Sensor im schlechtesten Fall. Acht Sensoren an einem Switch mit 130 W PoE-Budget sind rechnerisch knapp — hier lohnt sich ein Blick auf das Datenblatt des Switches statt auf den Typwert des Sensors.
Integration in bestehende Systeme
Die Zählwerte verlassen das Gerät über HTTP(S) an einen frei wählbaren Endpunkt, über MQTT(S) an einen Broker, über CGI auf Abruf oder nativ über BACnet/IP in eine Gebäudeleittechnik. Dazu kommen NTP, 802.1x, SSH, LLDP und OpenVPN. Die Ethernet-Schnittstelle ist mit 1.5 kV galvanisch getrennt.
Bricht die Verbindung ab, puffert der Sensor die Daten und liefert bis zu 6 × 30 000 Pakete nach; lokal fasst der Speicher eine Million Datensätze, die sich als CSV exportieren lassen. Eingerichtet wird über die Weboberfläche am Netzwerkport, verwaltet über Milesight DeviceHub oder die Development Platform.
Technische Daten
Allgemeine Produktdaten wie Schutzart, Masse, Gewicht, Gehäuse, Temperaturbereich, Stromversorgung und Herstellernummer stehen in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite. Hier stehen die Werte, die dort nicht auftauchen.
| Erfassung | |
|---|---|
| Sichtfeld ToF | 98° horizontal, 80° vertikal |
| Lichtquelle | 940 nm, unsichtbar |
| Entfernungsgenauigkeit | ± 3.5 cm |
| Messbereich | 0.5 bis 3.5 m |
| Montagehöhe | bis 3.5 m |
| Zählgenauigkeit | bis 99.8 % |
| Funktionen | |
| Zähllinien | bis 4, bidirektional |
| Zonen | bis 4, je bis 10 Eckpunkte |
| U-Turn-Filter | Support |
| Kinder- und Erwachsenenunterscheidung | Support |
| Personalerkennung | über Mitarbeitermarken, 8 Stück im Lieferumfang |
| Gruppenzählung | Support |
| Einkaufswagen mit Füllstand | Support |
| Verdeckungsalarm | Support |
| Heatmap | Bewegung und Verweildauer |
| Geräteverbund | bis 4 Geräte, mit automatischer Winkelerkennung |
| Daten und Netzwerk | |
| Lokaler Speicher | eine Million Datensätze, CSV-Export |
| Nachlieferung nach Ausfall | 6 × 30 000 Pakete |
| Ethernet | 1 × RJ45, 10/100 Mbit/s, PoE-PD |
| Isolation Ethernet | 1.5 kV RMS |
| Protokolle | HTTP(S), MQTT(S), CGI, NTP, 802.1x, SSH, LLDP, BACnet/IP |
| VPN | OpenVPN |
| Anschlüsse und Weiteres | |
| Alarm-Ein-/Ausgang | 1 / 1 |
| Serielle Schnittstelle | 1 × RS485 (in Entwicklung) |
| Bedienelemente | 1 × Reset-Taster, 1 × RGB-Statusanzeige |
| Leistungsaufnahme | typisch 9.4 W, maximal 23.8 W |
| Umweltkonformität | RoHS |
Montage und Inbetriebnahme
Vier Befestigungssätze, ein Multifunktionskabel, acht Mitarbeitermarken und wahlweise ein PoE-Injektor liegen bei. Der ToF-Sensor muss senkrecht nach unten schauen — eine schräge Montage ist bei diesem Modell nicht vorgesehen. Milesight nennt klare Mindestabstände: mindestens 50 cm zur Wand in der einen und 60 cm in der anderen Richtung, bei dunklem Teppich oder dunklem Boden 75 cm, weil dunkle Oberflächen weniger Infrarotlicht zurückwerfen und die Rauschunterdrückung dann höher eingestellt werden muss.
Bei Pendel- oder Schwingtüren gilt eine eigene Regel: Die Tür soll normalerweise offen stehen. Muss sie geschlossen bleiben, gehört der Sensor auf die andere Seite und mindestens 30 cm ausserhalb des Schwenkbereichs — sonst zählt das Türblatt mit. Innerhalb eines Radius von 30 cm vor dem Gerät darf nichts den Lichtweg stören, und Glas- oder Spiegelflächen im Sichtfeld sind zu vermeiden.
Direktes Sonnenlicht auf der überwachten Fläche stört nicht — Spiegelungen, die Sonnenlicht auf den ToF-Sensor lenken, dagegen schon. In einem Ladeneingang mit Glasfassade lohnt es sich deshalb, die Montageposition zu unterschiedlichen Tageszeiten anzuschauen. Die Montagehöhe ermittelt das Gerät danach selbst.
Die Milesight-Personenzähler bei uns
| Modell | Unterschied | Wofür gemacht |
|---|---|---|
| VS133-P (dieses Gerät) | ToF, PoE+, BACnet/IP, bis 3.5 m | Ladeneingänge und Durchgänge mit Netzwerkanschluss |
| VS133 LoRaWAN | LoRaWAN statt Ethernet, 12-V-Speisung | Gebäude mit bestehendem LoRaWAN-Netz |
| VS135 LoRaWAN | ToF mit Radar-Sparbetrieb und Neigungsausgleich | Filialen mit LoRaWAN, auch schräge Montage |
| VS125-P | Stereo-Vision, zusätzlich Geschlecht und Blickrichtung | Detailhandel mit Bedarf an Kundenmerkmalen |
| VS126-P | Montagehöhe 6 bis 15 m | Hallen, Terminals, Einkaufszentren |
| VS121 und VS121-P | Belegung statt Frequenz, 16 Zonen | Büroflächen, Desk Sharing |
Passendes Zubehör
- PoE+-Einspeisung: Ein 802.3at-Injektor liegt je nach Ausführung bei. Achte darauf, dass es wirklich 802.3at ist — mit 802.3af startet das Gerät nicht zuverlässig.
- Mitarbeitermarken: Acht Stück sind im Karton. Für grössere Teams gibt es Nachschub als Zubehör; ohne sie zählt der Sensor das eigene Personal mit.
- Halterung VB01: Für Sturzmontage und für Deckenhöhen ausserhalb des Standardbereichs, mit Kugelgelenk für Neigung und Drehung.
- Kein Gateway nötig: Anders als bei der LoRaWAN-Ausführung entfällt hier das Gateway; der Sensor spricht direkt mit deinem Server.
Unterstützung bei der Auslegung
Ob ein Gerät für deinen Eingang reicht, hängt an lichter Breite und Deckenhöhe — frag uns, das lässt sich anhand eines Grundrisses vorab abschätzen. Datenblatt, Handbuch, Genauigkeitsbericht und der Privacy-Leitfaden findest du im Reiter „Dokumente».
Sag uns, wie viele Standorte du ausrüsten willst: Für Auslegung, Vorkonfiguration und Inbetriebnahme erstellen wir dir gern ein Angebot.

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