Das Barcode Scanner Module (E) ist ein Einbau-Scanner für 1D-Strichcodes, 2D-Codes und direkt markierte Teile: eine 34 × 56 mm grosse Trägerplatine mit aufgesetztem Kamerakopf, die über USB-C oder eine vierpolige UART-Buchse angeschlossen wird. Der Unterschied zu den einfacheren Modulen derselben Reihe ist die Bildauflösung von 1080 × 1280 Punkten und der Decoder dahinter — er liest auch gelaserte oder genadelte DataMatrix- und DotCode-Markierungen auf Metall und Leiterplatten, an denen ein gewöhnlicher Scanner wegen des fehlenden Kontrasts scheitert. Im USB-Tastaturmodus braucht das Modul keinen Treiber: Jeder Scan landet als Textzeile im gerade aktiven Eingabefeld, so als hätte jemand ihn getippt.
- 1080 × 1280Bildsensor, der auch DPM-Codes auf Metall auflöst
- 1D + 2D + DPMEAN, Code 128, QR, DataMatrix, DotCode, Aztec, PDF417 und weitere
- 3 AusgabewegeUSB-Tastatur, USB-COM-Port, UART TTL
- 4 Codesgleichzeitig in einem Bild, gleiches Format
- −30 bis 60 °CBetriebstemperatur, tiefer als bei den Schwestermodellen
Was das Modul (E) auszeichnet
- Liest direkt markierte Teile: DPM steht für Direct Part Marking — Codes, die nicht gedruckt, sondern in das Werkstück gelasert, geätzt oder genadelt sind. Solche Markierungen haben kaum Kontrast und spiegeln. Waveshare nennt ausdrücklich Metall- und Leiterplattengravuren als Anwendungsfall, und die Formate DotCode und DataMatrix, die dafür üblich sind.
- Höchste Auflösung der Reihe: 1080 × 1280 Bildpunkte gegen 640 × 480 beim Modul (C) und 640 × 980 beim Grundmodul. Mehr Bildpunkte je Codezelle heisst: kleinere Codes, grössere Abstände und schlechtere Druckqualität werden noch gelesen.
- Bis zu vier Codes in einem Bild: Liegen mehrere Codes desselben Formats im Sichtfeld, werden sie in einem Durchgang erkannt und nacheinander ausgegeben. Für Etiketten mit Artikel- und Seriennummer nebeneinander spart das den zweiten Scan.
- Drei Erkennungsmodi: manuell über den Taster auf der Platine (Auslieferungszustand), kontinuierlich, oder sensorgesteuert — das Modul wartet, bis ein Code ins Bild kommt, und löst dann selbst aus. Der dritte Modus ist der für Kioske und Durchlaufstationen.
- Ausgabe ohne Treiber: Im USB-Tastaturmodus meldet sich das Modul am Rechner als Tastatur an. Das funktioniert unter Windows, Linux, macOS und auf einem Raspberry Pi gleichermassen und braucht keine Software — der gescannte Inhalt erscheint dort, wo der Cursor steht. Wer die Daten lieber programmatisch abholt, schaltet auf USB-COM-Port oder nimmt die UART-Buchse.
- UART für eingebettete Systeme: Die vierpolige PH2.0-Buchse führt VCC, TXD, RXD und GND heraus, ab Werk mit 9600 Baud, 8N1. An einem ESP32, STM32 oder Raspberry Pi Pico ist das Modul damit in wenigen Zeilen angebunden; das passende Kabel liegt bei.
- Sichtbares Ziellicht: Weisse Beleuchtung für das Bild, grüne Zielmarke für die Ausrichtung. Beides ist sichtbares Licht — die Person am Gerät sieht, wohin sie den Code halten muss.
- Weiter Winkelbereich: Neigung ±55°, Schwenk ±70°, Drehung 360°. Der Code muss also weder gerade noch aufrecht vor dem Kopf liegen.
Wo das Modul eingesetzt wird
- Wareneingang und Lagerplatz-Terminal: Das Modul in ein Gehäuse gesetzt, per USB an einen Mini-PC oder Raspberry Pi — und jede gescannte Artikelnummer landet ohne Treiber im Eingabefeld der Lagersoftware. Der sensorgesteuerte Modus macht daraus eine Station ohne Taste.
- Rückverfolgung gelaserter Bauteile: Gehäuse, Wellen, Werkzeuge oder Leiterplatten tragen den DataMatrix-Code direkt im Material. Ein Druckscanner liest das nicht; das Modul (E) ist in der Reihe das einzige, das dafür ausgelegt ist.
- Zutritt und Ticketkontrolle: QR-Codes vom Handybildschirm an einer Tür, einem Drehkreuz oder einer Ladestation. Das Modul sitzt hinter einer Blende, der UART-Ausgang geht an die Steuerung.
- Selbstbedienungsgeräte: Automaten, Abholstationen, Prüfstände — überall, wo ein Handscanner nicht angebunden bleiben darf und ein fest eingebauter Leser gebraucht wird.
- Prüf- und Montageplätze: Bauteil unter den Leser halten, Seriennummer wird erfasst, der Prüfplatz zieht die Daten. Vier Codes gleichzeitig nehmen bei Etiketten mit mehreren Feldern den zweiten Griff weg.
Die drei Module der Reihe
Waveshare führt drei Scanner-Module mit gleicher Bauform und gleichen Schnittstellen. Sie unterscheiden sich in Sensor, Decoder und Stromaufnahme. Wir führen das Modul (E); die beiden anderen stehen hier zur Einordnung.
| Modul (E) | Modul (C) | Grundmodul | |
|---|---|---|---|
| Auflösung | 1080 × 1280 | 640 × 480 | 640 × 980 |
| DPM-Codes, DotCode | ja | nein | nein |
| Mehrere Codes gleichzeitig | bis 4 | nein | nein |
| Zielmarke | grün | rot | rot |
| Strom im Betrieb | 270 mA | 250 mA | 210 mA |
| Strom im Ruhezustand | 140 mA | 20 mA | ≤ 25 mA |
| Betriebstemperatur | −30 bis 60 °C | −20 bis 60 °C | −20 bis 60 °C |
Die Zeile, die man nicht überlesen sollte, ist der Ruhestrom: Das Modul (E) zieht im Wartezustand 140 mA, die beiden anderen 20 bis 25 mA. Der grössere Sensor und der leistungsfähigere Decoder haben ihren Preis in der Stromaufnahme. Für ein Gerät am Netz oder am USB-Port spielt das keine Rolle; für eine batteriegespeiste Anwendung ist es das Ausschlusskriterium.
Unterstützte Codes
Ein Teil der Formate ist ab Werk abgeschaltet und wird über einen Konfigurationscode aus dem Einstellungshandbuch freigeschaltet — man scannt den Code, das Modul übernimmt die Einstellung. Nicht benötigte Formate abgeschaltet zu lassen, macht die Erkennung schneller und verhindert Fehllesungen.
| Familie | Ab Werk aktiv | Freischaltbar |
|---|---|---|
| 2D | QR Code, Micro QR, rMQR, DataMatrix, PDF417, Micro PDF417, Aztec, Han Xin | DotCode, GridMatrix, MaxiCode, Codablock A, Codablock F |
| 1D | EAN-13, EAN-8, UPC-A, UPC-E, Codabar, Code 128, Code 93, Code 39, Interleaved 2 of 5 | Code 11, Industrial 2 of 5, Matrix 2 of 5, MSI-Plessey |
Anschluss und Inbetriebnahme
Für den ersten Test genügt ein USB-C-Kabel an einen Rechner: Das Modul meldet sich als Tastatur, ein Texteditor mit Cursor darin reicht als Empfänger. Nach dem Einschalten leuchtet das Modul blau und wartet auf einen Code. Für die serielle Anbindung wird die PH2.0-Buchse an einen USB-Seriell-Wandler oder direkt an den Mikrocontroller gelegt — TXD des Moduls an RXD der Gegenseite und umgekehrt, 5 V Speisung.

Draufsicht mit der vierpoligen UART-Buchse (VCC, TXD, RXD, GND) rechts, dem Auslösetaster in der Mitte und dem Summer oben. Der Kamerakopf ist über ein Flachbandkabel mit der Trägerplatine verbunden.
Alle weiteren Einstellungen — Ausgabeweg, Erkennungsmodus, Baudrate, Präfix und Suffix, aktive Codefamilien — werden nicht über eine Software gesetzt, sondern über Konfigurationscodes aus dem Einstellungshandbuch. Man druckt oder zeigt den Code, scannt ihn, und die Einstellung ist gespeichert. Das Handbuch liegt unten bei den Dokumenten.
Montage
Die Trägerplatine misst 56.41 × 34.00 mm und trägt vier Montagebohrungen mit Abstandsbolzen. Der Kamerakopf ragt 13.33 mm über die Platine, seine Frontfläche ist 14.00 × 18.80 mm gross — das ist die Öffnung, die ein Gehäuse freilassen muss. Die USB-C-Buchse sitzt auf der Unterseite und zeigt zur Schmalseite.

Massskizze des Herstellers, Angaben in Millimetern.
Technische Daten
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Bildsensor | 1080 × 1280 Bildpunkte |
| Erfassungswinkel | Neigung ±55°, Schwenk ±70°, Drehung 360° |
| Erkennungsmodi | manuell (Taster, ab Werk), kontinuierlich, sensorgesteuert |
| Ausgabe | USB-Tastatur (ab Werk), USB-COM-Port, UART TTL |
| UART ab Werk | 9600 Baud, 8 Datenbits, keine Parität, 1 Stoppbit |
| Beleuchtung | weiss (Aufhellung), grün (Zielmarke) |
| Speisung | 5 V über USB-C oder UART-Buchse |
| Stromaufnahme | 270 mA im Betrieb, 140 mA im Ruhezustand |
| Betriebstemperatur | −30 bis +60 °C |
| Lagertemperatur | −40 bis +70 °C |
| Anschlüsse | USB-C, PH2.0 4-polig (VCC, TXD, RXD, GND) |
| Masse | 56.41 × 34.00 × 13.33 mm |
| Gewicht | 18 g |
| Herstellernummer | 32387 |
Passt das Modul (E) zu deinem Vorhaben?
Es ist richtig, wenn ein Leser fest eingebaut wird und mindestens eine dieser Anforderungen gilt: Codes auf Metall oder Leiterplatten, kleine oder schlecht gedruckte Codes, mehrere Codes je Scan, oder Betrieb unter −20 °C. Für gedruckte Etiketten am Lagerplatz tut es auch ein einfacheres Modul — das (E) kostet dort nur mehr Strom.
Kein Handscanner. Das ist eine offene Platine mit Kamerakopf, ohne Gehäuse, Griff und Auslöser in der Hand. Sie ist zum Einbau gedacht; ein Gehäuse mit Öffnung für den Kopf gehört zum Projekt dazu.
140 mA im Wartezustand. Das Modul ist nicht für Batteriebetrieb ausgelegt. Es gehört an eine feste 5-V-Versorgung oder an einen USB-Port.
Der Tastaturmodus schreibt dorthin, wo der Cursor steht. Das ist seine Stärke und seine Falle: Verliert das Zielfenster den Fokus, landet der Scan im falschen Programm. Für unbeaufsichtigte Stationen ist der USB-COM-Port oder die UART-Buchse der verlässlichere Weg.
Konfiguration nur über Codes. Es gibt keine Konfigurationssoftware. Einstellungen werden durch Scannen von Konfigurationscodes aus dem Handbuch gesetzt. Wer eine Einstellung auf viele Module übertragen will, druckt sich die benötigten Codes einmal aus.
Zum Bild: Alle Bilder stammen vom Hersteller und zeigen das Modul (E) selbst. Das Flachbandkabel zwischen Kopf und Platine ist ab Werk gesteckt.



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