Der Hawk ist kein fertiges Messgerät, sondern die Grundplatine, auf der man eines baut. Sie bringt Mobilfunk über LTE-M und NB-IoT, GPS, einen Beschleunigungssensor, Datenspeicher für den Funkloch-Fall und eine Aufgabensteuerung mit — und lässt offen, was gemessen wird. Das entscheidet eine aufsteckbare Ein-/Ausgangskarte: SDI-12 für Bodensonden, RS485 für Modbus, 4 bis 20 mA für Industriefühler, Bluetooth für Funksensoren. Gehäuse, Batterien und Karte werden getrennt gewählt. Wer eine Messstelle über Jahre betreibt und dabei die Sensorik wechselt, tauscht so nur ein Teil statt des ganzen Geräts.
- LTE-M und NB-IoTnRF9160, alle gängigen Bänder
- 9 Ein- und Ausgängeüber die gesteckte IO-Karte
- 6 bis 28 Vexterne Speisung, auch Solar
- 80 000 DatensätzeSpeicher ohne Funkverbindung
- −30 bis +60 °CBetriebstemperatur
Was das Hawk-Basismodul auszeichnet
- Die Sensorik steckt auf, statt eingebaut zu sein: Eine Steckkarte legt fest, was die neun Ein- und Ausgänge können. Ändert sich die Aufgabe, wird die Karte gewechselt — Funkmodul, Firmware, Konfiguration und Gerätehistorie bleiben.
- Es misst auch ohne Netz weiter: Der Flash-Speicher fasst rund 80 000 Datensätze, bei SDI-12 etwa 40 000. Eine Messstelle im Funkschatten sammelt wochenlang und lädt beim nächsten Kontakt nach.
- Aufgabensteuerung im Gerät: Messintervalle, Schwellwerte und Ereignisreaktionen laufen auf der Platine, nicht im Server. Ein Pegel, der eine Marke überschreitet, löst sofort aus statt beim nächsten Uplink.
- Ein Baustein für zwei Funkarten: LTE-M für bewegte oder zeitkritische Anwendungen, NB-IoT für tief liegende, ortsfeste Messpunkte. Dasselbe Modul, dieselbe Konfiguration — die Entscheidung fällt über die SIM und die Einstellungen, nicht über die Beschaffung.
- GPS mit Empfangshilfe: Ein rauscharmer Vorverstärker und vorausberechnete Bahndaten bringen eine Position auch dort, wo ein gewöhnlicher Empfänger aufgibt. Für ortsfeste Anlagen ist das weniger die Ortung als der Nachweis, dass das Gerät noch dort steht, wo es hingehört.
- Ein Digitaleingang ist schon da: 0 bis 40 V, Schwellen bei 2 V ein und 1 V aus, Impulszählung bis 40 Hz. Ein Wasserzähler mit Reedkontakt braucht damit gar keine Steckkarte.
- Speisung nach Lage: Extern 6 bis 28 V aus Netzteil oder Solarpanel, oder vollständig autark aus zwei D-Zellen. Die Platine kennt beide Wege, das Gehäuse entscheidet.
- Verschlüsselt bis zum Server: AES-256 vom Gerät bis zum Device Manager, Weitergabe an Drittsysteme über HTTPS. Bei Messwerten aus der Wasserwirtschaft oder der Netzüberwachung ist das kein Zierrat.
- Diagnose am Gerät: Zwei Leuchtdioden und ein Taster zeigen vor Ort, ob Netz und Messung laufen — bevor jemand das Gehäuse wieder zuschraubt.
Wo das Hawk-Basismodul eingesetzt wird
- Bodenfeuchte und Klima in der Landwirtschaft: SDI-12-Sonden über die AgTech-Karte, Speisung aus Solar oder D-Zellen, Standzeit über die ganze Saison.
- Pegel- und Gewässerüberwachung: Drucksonden mit 4 bis 20 mA, Messung im Minutentakt bei Hochwasser, sparsam bei Normalstand.
- Tankfüllstände: Heizöl, Futter, Flüssigdünger — abgesetzte Standorte ohne Strom und ohne Netzwerk.
- Zählerauslesung: Wasser- und Stromzähler mit Impulsausgang direkt am Digitaleingang, ohne zusätzliche Karte.
- Modbus-Anlagen anbinden: Wechselrichter, Klimageräte oder Pumpensteuerungen über die RS485-Karte an eine Plattform bringen, ohne die Anlage zu öffnen.
- Wetter- und Umweltstationen: Mehrere Fühler an einem Logger, Aufgaben und Schwellwerte im Gerät.
- Eigene Geräte bauen: Das Modul ist markenfrei. Wer eine eigene Messlösung anbietet, setzt es in ein eigenes Gehäuse und verkauft sie unter eigenem Namen.
- Rollouts über viele Standorte: Fernkonfiguration, Firmware über die Luft und ein Gerätemanagement, das hunderte Messstellen abbildet.
Was Du hier bestellst — und was noch dazugehört
Geliefert wird die Leiterplatte allein. Kein Gehäuse, keine Batterien, keine IO-Karte. Das ist Absicht: Der Hawk wird aus drei Teilen zusammengestellt, und jedes davon hat mehrere Varianten.
Ein Gehäuse brauchst Du in jedem Fall. Für den Batteriebetrieb das Gehäuse mit Gore-Ventil und Halter für zwei D-Zellen, für den Dauerstrom- oder Solarbetrieb das Gehäuse mit eingebautem LiPo-Akku. Ohne Druckausgleich gibt es die D-Zellen-Variante etwas günstiger.
Eine IO-Karte brauchst Du, sobald mehr als ein Digitaleingang gefragt ist. Welche, entscheidet die Sensorik — siehe die Tabelle weiter unten.
Batterien sind nie dabei. Die D-Zellen-Variante verlangt Lithium-Thionylchlorid-Zellen; gewöhnliche Alkaline-Zellen halten die Impulsströme des Funkmoduls nicht durch.
Nicht zu verwechseln mit dem Hawk Lite. Der ist die günstigere Platine derselben Familie, nimmt aber extern höchstens 5.5 Volt. Wer an 12 oder 24 Volt oder an ein Solarpanel geht, braucht dieses Modul hier.
Eine SIM gehört nicht dazu. Der Steckplatz ist Micro-SIM (3FF) im Gerät; Mobilfunkvertrag und Karte kommen von Dir oder von uns auf Anfrage.
Damit hast Du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Auslegung, Kartenwahl und Integration.
Warum ein Logger mit Steckkarte länger lebt als ein fertiges Gerät
Ein Messgerät veraltet selten am Funk und fast nie am Gehäuse. Es veraltet an der Schnittstelle zum Sensor: Die Bodensonde wird durch eine andere ersetzt, aus dem Impulszähler wird ein Modbus-Zähler, aus zwei Analogeingängen werden vier. Bei einem Gerät mit fest verlöteter Peripherie heisst das Neubeschaffung samt neuer Gerätenummer, neuer Konfiguration und neuem Eintrag in jedem System, das die Messstelle kennt.
Der Hawk trennt die beiden Lebensdauern. Die Platine mit Modem, GPS, Speicher und Aufgabensteuerung bleibt; die Karte, die neun Ein- und Ausgänge definiert, wird gewechselt. Gerätekennung, Zugangsdaten und Historie bleiben dieselben. In einem Bestand von einigen Dutzend Messstellen ist das der Unterschied zwischen einem Kartentausch im Feld und einem Rollout.
Der Preis dieser Offenheit ist eine Entscheidung mehr beim Einkauf: Platine, Gehäuse und Karte sind drei Positionen statt einer. Wer nur eine einzige, feststehende Aufgabe hat, fährt mit einem fertigen Sensor günstiger. Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis und ist als Auslegungshilfe zu verstehen, nicht als Zusage des Herstellers.
Aufbau und Montage
Die Platine wird ins Gehäuse geschraubt, die IO-Karte darauf gesteckt, die Speisung angeschlossen. Zwei Kabelverschraubungen im Gehäuse führen die Sensorleitungen wasserdicht nach innen, die Klemmleiste am Rand der Karte nimmt sie auf.

Zum Bild: So sieht der fertige Aufbau aus — links die Hawk-Platine mit SIM-Steckplatz, Funkmodul und GPS-Antenne, rechts daneben die gesteckte IO-Karte mit der Klemmleiste, oben die beiden D-Zellen. Bestellt wird hier ausschliesslich die Platine; Gehäuse, Karte und Batterien sind auf dem Bild nur zur Einordnung zu sehen und nicht im Lieferumfang.
Zwei Punkte, die beim ersten Aufbau Zeit kosten. Erstens die Batteriewahl: Lithium-Thionylchlorid-Zellen liefern die kurzen, hohen Ströme, die ein Mobilfunkmodul beim Senden zieht; eine Alkaline-Zelle bricht dabei ein, und das Gerät startet mitten im Uplink neu. Zweitens die Antennenlage — Funk- und GPS-Antenne sitzen auf der Platine, ein Metallschrank oder ein Betondeckel darüber kostet beides. Für solche Fälle gibt es eine externe Mobilfunkantenne; die Anschlussstelle ist auf der Platine vorgesehen.
Welche IO-Karte zu welcher Sensorik gehört
Die Karte bestimmt, was das Gerät kann. Alle Karten passen auf dieselbe Platine, es steckt immer genau eine.
| Karte | Wofür |
|---|---|
| AgTech1 | SDI-12, 1-Wire, Analog- und Digitaleingänge, geschaltete Sensorspeisung — die übliche Wahl für Bodensonden und Wetterfühler |
| AgTech2 | zweite Ausbaustufe derselben Familie mit anderer Belegung |
| RS1 | RS485 und Modbus — Wechselrichter, Zähler, Anlagensteuerungen |
| Serial | RS232 und TTL für Geräte mit klassischer serieller Schnittstelle |
| Quad 4–20 mA | vier Stromschleifen mit Speisung — Drucksonden, Füllstand, Industriefühler |
| Bluetooth | Funksensoren im Umkreis einsammeln, dazu weitere Ein- und Ausgänge |
| Digital Input | fünf Digitaleingänge, zwei Analogeingänge, geschaltete Masse und Boost-Spannung |
Integration und Gerätemanagement
Die Daten gehen entweder direkt über TCP an einen eigenen Endpunkt oder als HTTPS-Webhook an ein Drittsystem. Dazwischen liegt der Device Manager von Digital Matter, über den Geräte konfiguriert, überwacht, aktualisiert und neu gestartet werden — auch aus der Ferne und in Stückzahl. Die Verbindung vom Gerät bis dorthin ist mit AES-256 verschlüsselt.
Vor Ort läuft die Erstkonfiguration über das Werkzeug DM-Link. Danach ist kein physischer Zugriff mehr nötig: Abtastraten, Positionsintervalle, Uploadfrequenz und Aufgabenpläne lassen sich über die Luft ändern. Für eine Messstelle, die auf einem Feld oder in einem Schacht sitzt, ist das der eigentliche Betriebsvorteil.
Technische Spezifikationen
Allgemeine Geräteangaben — Marke, Bestellnummer, Konnektivität und Herkunftsland — stehen in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite. Hier nur, was dort keinen Platz hat.
| Funk | |
|---|---|
| Modul | Nordic nRF9160 |
| LTE-M (Cat-M1) | B1, B2, B3, B4, B5, B8, B12, B13, B14, B18, B19, B20, B25, B26, B28, B66 |
| NB-IoT (Cat-NB1/NB2) | B1, B2, B3, B4, B5, B8, B12, B13, B17, B19, B20, B25, B26, B28, B66 |
| SIM | Micro 3FF, intern im Gerät |
| Antennen | Mobilfunk und GPS intern, externe Mobilfunkantenne anschliessbar |
| Ortung | |
| Empfänger | GPS im nRF9160, mit rauscharmem Vorverstärker |
| Genauigkeit | etwa 3 m CEP unter guten Bedingungen |
| Starthilfe | vorausberechnete Bahndaten |
| Ein- und Ausgänge | |
| Onboard | 1 Digitaleingang, 0 bis 40 V, ein ab 2 V, aus unter 1 V, Impulszählung bis 40 Hz |
| Steckkarte | definiert 9 Ein- und Ausgänge, geschaltete Speisung für Sensoren |
| Speisung | |
| Extern | 6 bis 28 V DC; bei hoher Last und Wärme werden 12 V oder mehr empfohlen |
| Batterie | 2 Zellen Baugrösse D, Lithium-Thionylchlorid, nicht enthalten |
| Akku | 3500 mAh LiPo im entsprechenden Gehäuse, mit Laderegler |
| Sicherung | selbstrückstellend, auf der Platine |
| Weiteres | |
| Speicher | rund 80 000 Datensätze, bei SDI-12 rund 40 000 |
| Sensorik an Bord | 3-Achsen-Beschleunigungssensor, Innentemperatur, Spannungsüberwachung |
| Bedienung | 2 Leuchtdioden und ein Taster für Test und Betriebszustand |
| Betriebstemperatur | -30 bis +60 °C; der Akku wird unter -10 °C und über +45 °C nicht geladen |
| Verschlüsselung | AES-256 vom Gerät bis zum Device Manager |
| Anbindung | TCP direkt oder HTTPS-Webhook |
| Garantie | 2 Jahre Herstellergarantie |
Die Hawk-Familie im Vergleich
| Artikel | Unterschied | Wofür |
|---|---|---|
| Hawk 4G Basismodul | externe Speisung 6 bis 28 V | Solar, Netzteil, Bordnetz — und Batteriebetrieb |
| Hawk Lite | externe Speisung höchstens 5.5 V | reiner Batteriebetrieb, günstigerer Einstieg |
| Hawk 4G mit LiPo-Gehäuse | Platine und Akkugehäuse als Satz | wenn Gehäuse und Akku ohnehin feststehen |
Zubehör und Alternativen
- Gehäuse: D-Zellen mit Gore-Ventil, D-Zellen ohne Druckausgleich oder LiPo-Gehäuse mit Akku. Alle IP68.
- IO-Karten: siehe die Tabelle oben — eine je Gerät.
- Batterien: Zwei Zellen der Baugrösse D in Lithium-Thionylchlorid. Wir führen passende Zellen; sag uns, welche Laufzeit Du erwartest.
- Fertig statt gebaut: Wenn eine einzelne, feststehende Messgrösse genügt, ist ein fertiger LoRaWAN- oder NB-IoT-Sensor der kürzere Weg. Der Hawk lohnt sich, sobald mehrere Fühler an einem Punkt hängen oder die Sensorik wechseln kann.
Unterstützung bei der Auslegung
Das Datenblatt liegt im Reiter „Dokumente». Sag uns, welche Fühler an die Messstelle kommen und wie sie mit Strom versorgt wird — welche Karte und welches Gehäuse passen, beantworten wir als Kaufberatung kostenlos. Für Auslegung, Vorkonfiguration in Stückzahl, Anbindung an Deine Plattform und Inbetriebnahme vor Ort erstellen wir Dir gern ein Angebot.

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