Der VS121-P zählt und beobachtet, wie ein Büro tatsächlich genutzt wird: welche Zonen belegt sind, wie lange jemand an einem Platz sitzt, wie viele Leute durch eine Tür gehen. Er hängt an der Decke, wird über die Netzwerkleitung gespeist und liefert seine Zahlen direkt an dein System — ohne Gateway, ohne Funkplanung. Das Gerät ist keine Kamera im landläufigen Sinn: Es wertet das Bild im Gerät aus und gibt nur Zahlen heraus. Wer Flächen belegt, Reinigungsintervalle steuert oder eine Desk-Sharing-Quote belegen muss, bekommt damit eine Datengrundlage, die nicht auf Umfragen beruht.
- 190° × 112°Sichtfeld horizontal × vertikal
- 127.84 m²Erfassungsfläche bei 4 m Montagehöhe
- 16frei gezeichnete Zonen
- 98 %Erkennungsrate beim Linienzählen
- 8.2 WLeistungsaufnahme über PoE
Was den VS121-P ausmacht
- Ein Kabel für Strom und Daten: Der VS121-P hängt an 802.3af-PoE. Im abgehängten Deckenraum eines Büros ist die Netzwerkdose meist schon da, die Steckdose nicht — das entscheidet oft darüber, ob eine Nachrüstung überhaupt bezahlbar ist. Wahlweise speist ihn ein 5-V-Netzteil über den Klemmenblock.
- Sechzehn Zonen statt einer Fläche: Die Erfassungsfläche lässt sich in bis zu 16 Bereiche mit je bis zu zehn Eckpunkten zerlegen. Ein Grossraumbüro wird so zu sechzehn einzeln auswertbaren Arbeitsplatzinseln, statt zu einer Zahl, die niemandem hilft.
- Verweildauer statt Momentaufnahme: Der Sensor meldet nicht nur „belegt», sondern wie lange. Damit unterscheidest du den Platz, an dem jemand kurz die Jacke ablegt, von dem Platz, an dem acht Stunden gearbeitet wird.
- U-Turn-Filter: Wer an der Zähllinie umdreht, weil er den Kaffeeautomaten doch nicht will, wird nicht als Durchgang gezählt. Ohne diesen Filter driften Personenzahlen an Durchgängen mit Wartebereich systematisch nach oben.
- Datenschutz baulich gelöst: Milesight schreibt im Datenblatt ausdrücklich, das Gerät sei „compliant with GDPR without images collected». Zusätzlich lassen sich bis zu acht Bereiche als Privatsphärenmasken ausblenden und die Vorschau in einen Unschärfemodus schalten.
- Direkte Anbindung ohne Zwischenschicht: HTTP(S) und MQTT(S) senden die Zählwerte an deinen Endpunkt, BACnet/IP bindet das Gerät ohne Gateway in eine Gebäudeleittechnik ein. Für die meisten Gebäudeautomationen ist das der kürzeste Weg vom Sensor zur Regelung.
- Zeitgesteuerte Erfassung: Die Auswertung lässt sich auf Zeitfenster begrenzen — ausserhalb der Bürozeiten muss nicht gezählt werden, was Datenmenge und Diskussionen spart.
- Digitaleingang und -ausgang: Je ein DI und ein DO an Bord. Der Ausgang lässt sich als Überbelegungsalarm nutzen, der Eingang etwa, um Reinigungs- oder Lieferpersonal aus der Zählung zu nehmen.
- Fernwartung eingebaut: Milesight DeviceHub und die Development Platform verwalten Firmware, Konfiguration und Zustand vieler Geräte aus einer Oberfläche. Bei zwanzig Sensoren auf drei Etagen ist das der Unterschied zwischen Betrieb und Bastelei.
- Zwischenspeicher gegen Netzausfälle: Das Gerät speichert lokal und sendet nach einer Unterbrechung nach — über MQTT(S) bis zu 1000 Pakete, über HTTP(S) bis zu drei mal 1000.
- Gehäuse aus Aluminiumguss und PC: Kein reines Kunststoffgehäuse. Der Metallanteil führt die Abwärme der Bildverarbeitung ab, was bei einem Gerät, das rund um die Uhr rechnet, die Lebensdauer beeinflusst.
Wo der VS121-P eingesetzt wird
- Grossraumbüro mit Desk Sharing: Belegung je Arbeitsplatzinsel, um die tatsächliche Auslastung gegen die gebuchte zu halten.
- Sitzungszimmer: Erkennt, ob ein gebuchter Raum wirklich genutzt wird, und gibt ihn nach einer definierten Leerzeit wieder frei.
- Korridore und Durchgänge: Bidirektionale Linienzählung liefert Personenströme zwischen Gebäudeteilen — die Grundlage für Fluchtwegplanung und Reinigungstakt.
- Bedarfsgesteuerte Lüftung und Beleuchtung: Über BACnet/IP direkt an die Gebäudeleittechnik, damit Zonen nach echter Belegung geregelt werden statt nach Zeitplan.
- Reinigung nach Nutzung: Ein Raum, in dem an einem Tag niemand war, muss nicht gereinigt werden — die Zählung belegt das nachvollziehbar.
- Flächenverdichtung planen: Vor einem Umbau messen, wie viele Plätze über Wochen tatsächlich besetzt waren, statt zu schätzen.
- Empfangs- und Wartebereiche: Verweildauer je Zone zeigt, wo sich Warteschlangen bilden.
- Grosse Rollouts: Ein Standard-Netzwerkport je Gerät, zentrale Verwaltung über DeviceHub — der Aufwand je zusätzlichem Sensor bleibt flach.
Passt der VS121-P zu deinem Vorhaben?
Anbindung: Dieses Gerät ist die PoE-Ausführung. Es braucht eine Netzwerkleitung mit 802.3af-Speisung und schickt seine Daten über Ethernet — es kommt nicht in ein LoRaWAN-Netz. Wenn du ein LoRaWAN betreibst und die Daten dort einsammeln willst, ist der VS121 in der LoRaWAN-Ausführung das richtige Gerät; es wird über USB-C gespeist und hat weder DI/DO noch BACnet.
Kein Überwachungsgerät: Der VS121-P ist ein IoT-Sensor, der Personen zählt, keine Überwachungskamera. Er gibt kein Bild aus. Die Auswertung läuft im Gerät, nach aussen gehen Zahlen — Belegung, Durchgänge, Verweildauer. Milesight formuliert das im Datenblatt als „compliant with GDPR without images collected, free from privacy concerns». Für die Einrichtung gibt es eine Vorschau im Webinterface; sie lässt sich in einen Unschärfemodus schalten, und bis zu acht Bereiche können dauerhaft maskiert werden. Diese Vorschau ist der einzige Ort, an dem überhaupt ein Bild entsteht.
Grenzen: Mit IP30 gehört das Gerät ins Gebäude. Die Montagehöhe liegt zwischen 2.3 und 4 m — darunter reicht das Sichtfeld nicht, darüber fehlt die Auflösung. Milesight nennt für sitzende Personen mindestens 2.5 m und für die Linienzählung mindestens 3 m, mit 3 m als Optimum. Für hohe Hallen, Bahnhöfe oder Verkaufsflächen ab 6 m ist der VS126 gebaut, für den Kassen- und Eingangsbereich im Detailhandel der VS125-P.
Zum Bild: Milesight zeigt im Datenblatt beide Ausführungen nebeneinander. Vorn steht das flache LoRaWAN-Modell mit 20 mm Bautiefe, dahinter das hier angebotene VS121-P — sein Gehäuse ist 30 mm tief, weil Klemmenblock und Netzwerkbuchse Platz brauchen. Die sichtbare Front ist bei beiden gleich.
Damit hast du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Planung und Integration.
Technik im Detail
Der VS121-P arbeitet mit einer Weitwinkeloptik und einem KI-Modell, das Personen im Bild von Gegenständen trennt. Entscheidend für die Planung ist, dass die Erfassungsfläche nicht linear mit der Montagehöhe wächst, sondern quadratisch: Bei 2.3 m sieht das Gerät ein Feld von 2.6 × 8.6 m, bei 3 m sind es 4.8 × 14.0 m und bei 4 m 6.8 × 18.8 m — von 22 auf 128 m². Zwischen einer Decke auf 2.5 m und einer auf 3.5 m liegt in der Stückzahl also ungefähr der Faktor drei. Wer eine Fläche ausrüstet, rechnet deshalb zuerst die Deckenhöhe, nicht die Quadratmeter.
Die Erkennungsrate von 98 % gilt für die Linienzählung innerhalb des empfohlenen Erfassungsbereichs — also für Personen, die eine gezeichnete Linie durchqueren. Für die Zonenbelegung ist die Aufgabe eine andere: Dort geht es darum, eine sitzende Person über Stunden hinweg zu halten, auch wenn sie sich kaum bewegt. Deshalb nennt Milesight für sitzende Objekte eine höhere Mindesthöhe als für stehende — bei zu flachem Blickwinkel verdeckt die eigene Tischkante oder der Bildschirm den Kopf. Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis und ist als Auswahlhilfe zu verstehen, nicht als Zertifizierungsaussage des Herstellers.
Die Ethernet-Schnittstelle ist mit 1.5 kV galvanisch getrennt. Das klingt nach einer Fussnote, ist aber der Grund, weshalb sich das Gerät in Gebäuden mit langen Leitungswegen und unterschiedlichen Potenzialen ohne Zusatzmassnahmen einsetzen lässt. In Altbauten mit gemischter Erdung ist genau das der Punkt, an dem billigere Sensoren nach dem ersten Gewitter ausfallen.
Erfassungsfläche nach Montagehöhe
| Montagehöhe | Erfassungsbereich |
|---|---|
| 2.3 m | 2.6 × 8.6 m |
| 2.5 m | 3.2 × 9.8 m |
| 2.7 m | 4.2 × 13.6 m |
| 3.0 m | 4.8 × 14.0 m |
| 3.2 m | 5.2 × 15.4 m |
| 3.5 m | 6.0 × 17.0 m |
| 4.0 m | 6.8 × 18.8 m |
Der tatsächliche Bereich hängt von der Körpergrösse der erfassten Personen ab. Für die Projektplanung heisst das: Auf 3 m Deckenhöhe deckt ein Gerät einen Korridor von 14 m Länge ab, auf 2.5 m nur 9.8 m — bei gleicher Investition je Gerät.
Betriebsaufwand und Verbrauch
| Leistungsaufnahme über PoE | 8.2 W |
| Leistungsaufnahme über Netzteil | 7.6 W |
| Wartung | keine Kalibrierung, kein Batteriewechsel |
Ein 802.3af-Port liefert 15.4 W an der Quelle, davon kommen rund 12.95 W beim Gerät an — der VS121-P bleibt mit 8.2 W deutlich darunter. An einem Switch mit begrenztem PoE-Budget kannst du also mit rund 8 bis 9 W je Sensor rechnen, nicht mit der Klassenobergrenze.
Integration in bestehende Systeme
Die Zählwerte verlassen das Gerät über den Netzwerkport: als HTTP(S)-Push an einen frei wählbaren Endpunkt, über MQTT(S) an einen Broker, über eine HTTP-API auf Abruf, oder nativ über BACnet/IP in eine Gebäudeleittechnik. Für die Anbindung an eine bestehende Automation ist BACnet/IP meist der kürzeste Weg, weil kein Übersetzer dazwischen nötig ist. Zusätzlich sprechen NTP, SSH und RTSP mit dem Gerät.
Bricht die Verbindung ab, puffert der Sensor die Daten und liefert sie nach — über MQTT(S) bis zu 1000 Pakete, über HTTP(S) bis zu drei mal 1000. Konfiguriert wird über die Weboberfläche; im laufenden Betrieb übernimmt Milesight DeviceHub oder die Development Platform Firmware und Einstellungen für viele Geräte gleichzeitig.
Technische Daten
Allgemeine Produktdaten wie Schutzart, Masse, Gewicht, Gehäuse, Temperaturbereich und Herstellernummer stehen in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite. Hier stehen die Werte, die dort nicht auftauchen.
| Erfassung | |
|---|---|
| Sichtfeld | 190° horizontal, 112° vertikal |
| Montagehöhe | 2.3 bis 4 m |
| Erkennungsrate Linienzählung | bis 98 % |
| Empfohlene Höhe sitzende Personen | über 2.5 m |
| Empfohlene Höhe stehende Personen | über 3 m, optimal 3 m |
| Funktionen | |
| Zonen | bis 16, je bis 10 Eckpunkte |
| Personenstromanalyse | an bis zu 4 Kanten |
| Privatsphärenmasken | bis 8 Bereiche, zusätzlich Unschärfemodus |
| Nachlieferung nach Ausfall | MQTT(S) 1000 Pakete, HTTP(S) 3 × 1000 Pakete |
| Netzwerk und Anschlüsse | |
| Ethernet | 1 × RJ45, 10/100 Mbit/s, PoE-PD |
| Isolation Ethernet | 1.5 kV RMS |
| Protokolle | MQTT(S), HTTP(S), RTSP, NTP, SSH, BACnet/IP |
| Ein- und Ausgänge | 1 × DI, 1 × DO, 1 × RS485 (in Entwicklung) |
| Bedienelemente | 1 × Reset-Taster, 1 × Statusanzeige |
| Weiteres | |
| Leistungsaufnahme | 7.6 W über Netzteil, 8.2 W über PoE |
| Umweltkonformität | RoHS |
Montage und Inbetriebnahme
Der Sensor gehört waagrecht an die Decke, mit Blick senkrecht nach unten. Vier Bohrungen in den Ecken und die mitgelieferte Bohrschablone machen das zur Sache von Minuten; das Gerät hängt an vier Schrauben, nicht an einer Halterung. Wichtig ist die Wahl der Stelle: Der Erfassungsbereich ist ein Rechteck unter dem Gerät, keine Kugel. Ein Sensor mitten über dem Korridor sieht mehr als einer an der Wand.
Für die Einrichtung reicht ein Notebook am selben Netz — die Zonen und Zähllinien werden im Browser direkt in die Vorschau gezeichnet. Sinnvoll ist, die Linien nicht direkt in den Türrahmen zu legen, sondern einen Schritt davor: An der Türschwelle bleiben Personen stehen, und wer auf der Linie stehen bleibt, erzeugt Grenzfälle. Nach der Einrichtung schaltest du die Vorschau in den Unschärfemodus und setzt die Privatsphärenmasken — dann ist das Thema auch gegenüber der Personalvertretung erledigt.
Die Milesight-Personenzähler bei uns
| Modell | Unterschied | Wofür gemacht |
|---|---|---|
| VS121-P (dieses Gerät) | PoE, DI/DO, BACnet/IP, 2.3 bis 4 m | Büroflächen mit Netzwerkanschluss |
| VS121 LoRaWAN | LoRaWAN statt Ethernet, USB-C-Speisung | Bestandsbauten ohne Netzwerkdose an der Decke |
| VS125-P | Stereo-Vision, 99.8 % Genauigkeit, Attributerkennung | Detailhandel, Eingänge, Kundenzählung |
| VS126-P | Montagehöhe 6 bis 15 m | Hallen, Bahnhöfe, Einkaufszentren |
| VS133 und VS133-P | ToF statt Kamera, Tiefenbild ohne Bildaufnahme | Eingänge mit strengen Datenschutzauflagen |
Passendes Zubehör
- PoE-Einspeisung: Liefert dein Switch kein PoE, braucht es einen 802.3af-Injektor je Sensor. Der VS121-P bringt keinen mit.
- Netzteil als Alternative: Ohne PoE lässt sich das Gerät über den mitgelieferten Klemmenblock mit 5 V speisen — dann brauchst du am Montageort allerdings eine Steckdose.
- Kein Gateway nötig: Anders als bei den LoRaWAN-Sensoren entfällt hier das Gateway. Wer beides mischt, braucht es für die LoRaWAN-Seite trotzdem.
Unterstützung bei der Auslegung
Wie viele Sensoren eine Fläche braucht, hängt an der Deckenhöhe und am Zuschnitt der Zonen — frag uns, das lässt sich anhand eines Grundrisses vorab abschätzen. Datenblatt und Handbuch findest du im Reiter „Dokumente».
Sag uns, wie viele Flächen du ausrüsten willst: Für Auslegung, Vorkonfiguration und Inbetriebnahme erstellen wir dir gern ein Angebot.


Rezensionen
Es gibt noch keine Rezensionen.