Diese Ausführung des Kona Enterprise bringt ihre eigene Anbindung mit: ein Mobilfunkmodem mit zwei SIM-Steckplätzen sitzt im selben wetterfesten Gehäuse wie das Funkteil, und die Antennen für LoRaWAN, Mobilfunk und GPS stecken ebenfalls darin. Damit braucht der Montageort nur noch eines — Strom über die Netzwerkleitung. Kein Netzwerkanschluss, keine Verkabelung quer über das Areal, keine Diskussion mit der IT über eine Firewall-Ausnahme. Fällt die primäre SIM aus, wechselt das Gerät selbsttätig auf die zweite. Alles Übrige entspricht der Ethernet-Ausführung: acht Kanäle im Zeitduplex, Basisband SX1303, IP67 und Speisung über PoE.
- 2 SIMmit selbsttätigem Wechsel
- 500 km²Abdeckung unter günstigen Bedingungen
- 8 Rx / 1 TxKanäle im Zeitduplex
- −141 dBmEmpfindlichkeit bei SF12
- IP67Schutzart, −40 bis +60 °C
Was diese Ausführung ausmacht
- Zwei SIM-Steckplätze mit Umschaltung: Der innere Platz ist der primäre. Fehlt die Karte oder wird das Netz unerreichbar, schaltet das Gerät ohne Zutun auf den zweiten. Für Standorte, an denen zwei Anbieter unterschiedlich gut abdecken, ist das der Unterschied zwischen erreichbar und nicht erreichbar.
- Mobilfunkantenne im Gehäuse: Auch die LTE-Antenne sitzt innen. Wo der Empfang knapp ist, lässt sie sich über eine N-Buchse nach aussen legen — dann allerdings mit vorgeschriebenem Überspannungsableiter in der Leitung.
- Ein Kabel für alles: Speisung nach 802.3af oder passiver Einspeiser mit 37 bis 57 V. Am Mast bleibt es bei einer einzigen Leitung nach oben, obwohl das Gerät völlig eigenständig arbeitet.
- Blitzschutz eingebaut: Primärschutz auf dem Ethernet-Anschluss und dem LoRa-Antennenanschluss, abgeleitet über den Schutzleiter. Der muss angeschlossen sein, sonst wirkt der Schutz nicht.
- Zweite Gerätegeneration: Basisband Semtech SX1303, Nachfolger des SX1301 der ersten Ausführung, acht Kanäle gleichzeitig über ein FPGA.
- Sendeleistung mit Reserve: 14 bis 27 dBm. Im europäischen Band wird nur der untere Teil genutzt; die Reserve heisst, dass die Endstufe nicht am Anschlag arbeitet.
- Fernwartung, die den Mastbesuch spart: Fernaktualisierung mit doppeltem Abbild, Funkkonfiguration, Zugriffslisten, Systemüberwachung. Ein misslungenes Update fällt auf das alte Abbild zurück.
- Rechnerisch 900 000 Stunden: Statistische Ausfallfreiheit für ein Einzelgerät. In der Projektplanung heisst das: Hardwareausfälle sind nicht der Kostentreiber, die Erreichbarkeit des Standorts ist es.
Wo es eingesetzt wird
- Standorte ohne Netzwerk: Silo, Pumpstation, Reservoir, Feldrand — überall dort, wo Strom zu bekommen ist, aber keine Datenleitung.
- Landwirtschaft über verstreute Parzellen: Ein erhöhter Standort mit Mobilfunk deckt Bodenfeuchte- und Wettersensoren ab, ohne dass irgendwo eine Leitung gezogen wird.
- Baustellen und Zwischennutzungen: Das Gateway zieht mit um. Es braucht keine Anmeldung im fremden Netz und keine Freigabe durch eine fremde IT.
- Ausfallsicherung eines bestehenden Netzes: Als zweites Gateway neben einem am Netzwerk hängenden Gerät bleibt das Funknetz auch dann erreichbar, wenn die Leitung ausfällt.
- Gemeinden und Werke: Zähler, Pegel und Füllstände an Standorten, die verstreut liegen und einzeln keine Datenleitung rechtfertigen.
- Grössere Rollouts: Vorprovisionierung ab Werk, Fernwartung und immer dieselbe Montage — mit Mobilfunk entfällt zusätzlich die Abstimmung mit der örtlichen Netzwerkinfrastruktur.
Für wen dieses Gerät passt — und wann ein anderes besser ist.
Diese Ausführung lohnt sich, wenn am Montageort kein Netzwerkanschluss liegt oder wenn die Anbindung nicht von fremder Infrastruktur abhängen soll. Der Aufpreis gegenüber der Ethernet-Ausführung ist niedriger als die Kosten, eine Datenleitung über das Areal zu ziehen.
Wenn ein Netzwerkanschluss vorhanden ist, nimm die Ethernet-Ausführung: baugleich, günstiger, und ohne laufende Kosten für den Mobilfunkvertrag.
Denk an die SIM. Sie ist nicht im Lieferumfang. Für Gateways führen wir eine Swisscom-Roaming-SIM, die auch im europäischen Ausland funktioniert.
Für sehr grosse Areale mit vielen Geräten ist das Kona Mega mit 16+16 Kanälen die passendere Klasse.
Zum Bild: Es zeigt die Ausführung Gen 1.5. Laut Herstellerhandbuch teilen sich alle Enterprise-Modelle dieselbe Bauform — äusserlich ist kein Unterschied zu sehen.
Damit hast du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Planung, Montage und Integration.
Was die Bauform für die Funkabdeckung bedeutet
Die eingebauten Antennen haben einen Preis, den Tektelic selbst benennt: Die Rückseite des Gehäuses ist eine Metallplatte, die als Kühlkörper und Montagefläche dient. An Metall werden Funkwellen reflektiert, also strahlt die Innenantenne nach vorn und zur Seite gut, nach hinten deutlich schlechter. An einer Hauswand spielt das keine Rolle. Auf einem freistehenden Mast, der rundum abdecken soll, schon — dafür sind die N-Buchsen da.
Bei der Wahl der externen LoRaWAN-Antenne gilt eine Regel, die dem ersten Gefühl widerspricht: Mehr Gewinn ist nicht besser, sondern anders. Mit steigendem Gewinn wird das Abstrahlmuster in der Höhe flacher — 45 Grad bei 2.5 dBi, 20 Grad bei 6 dBi, 14 Grad bei 8.5 dBi. Auf hohem Mast mit weit entfernten Sensoren in der Ebene gewinnt der hohe Gewinn; bei Höhenunterschieden oder Sensoren nahe am Mast entsteht ein Funkloch. Tektelic empfiehlt die 6-dBi-Antenne als Allrounder. Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis und ist als Auswahlhilfe zu verstehen, nicht als Zertifizierungsaussage des Herstellers.
Zur Mobilfunkseite: Die SIM-Schublade darf nur im stromlosen Zustand gezogen werden. Wird nur eine Karte verwendet, gehört sie in den inneren Steckplatz — der äussere ist für die zweite reserviert. Nach dem Einsetzen muss die Abdeckung des SIM-Fachs wieder sauber verschlossen werden, sonst ist die Schutzart dahin.
Stromversorgung und Betrieb
| Grösse | Wert |
|---|---|
| Leistungsaufnahme typisch | 2.5 W |
| Speisung | IEEE 802.3af, Mode A, Mode B oder 4-Paar |
| Spannungsbereich | 48 V nominal, 37 bis 57 V zulässig, max. 0.3 A |
| Rechnerische Ausfallfreiheit | 900 000 Stunden |
| Betriebshöhe | −60 bis 4000 m |
Neben dem Strom fällt bei dieser Ausführung eine zweite laufende Position an: der Mobilfunkvertrag. Ein Gateway überträgt wenig Datenvolumen, aber es überträgt dauernd — ein Tarif mit kleinem Volumen und ohne Abschaltung bei Inaktivität passt besser als ein günstiger Prepaid-Tarif, der nach Wochen ohne Aufladung gesperrt wird.
Wichtig beim passiven Einspeiser: Wer statt eines 802.3af-Switches einen passiven PoE-Einspeiser verwendet, braucht laut Handbuch ein 48-V-Netzteil mit mindestens 10 W und Strombegrenzung im Hiccup-Modus.
Anschluss, Fernzugriff und Integration
Am Anschlussfeld sitzen die RJ45-Buchse mit PoE, zwei N-Buchsen für externe LoRa- und Mobilfunkantennen, der Schutzleiteranschluss als Pressklemme und hinter einer Abdeckung die USB-Konsole sowie die doppelte SIM-Schublade. Ab Werk erreichbar sind SSH auf Port 22, SNMPv3 auf 161, mDNS auf 5353, ICMP und HTTPS auf 443.
Auf der Netzserverseite ist das Gateway offen: Es arbeitet mit den gängigen LoRaWAN-Netzservern zusammen, darunter ChirpStack, The Things Stack und das Swisscom LPN. Verwaltet wird es über die Weboberfläche oder über Kona Pilot, das bei mehreren Standorten die Übersicht behält.
Montage und Inbetriebnahme
Das Gerät wird an Wand oder Mast befestigt, immer senkrecht und mit dem Anschlussfeld nach unten. Die senkrechte Lage braucht der GPS-Empfänger; das Anschlussfeld nach unten verhindert stehendes Wasser an den Steckern.
Der Schutzleiter wird vor allen anderen Leitungen angeschlossen — der Überspannungsschutz leitet gegen das Gehäuse ab und braucht diesen Weg zur Erde. Wird eine externe Mobilfunkantenne verwendet, schreibt Tektelic zusätzlich einen Überspannungsableiter in der Antennenleitung vor. Für die Antennenstecker empfiehlt das Handbuch ein Abdichtungsband-Set.
Im Gerät sind keine im Feld wartbaren Teile. Karton und Schaumeinlagen aufbewahren — sie werden für einen Rückversand gebraucht.
Technische Daten
| Funk LoRaWAN | |
|---|---|
| Basisband | Semtech SX1303 mit FPGA, 8 gleichzeitige Schmalbandkanäle |
| Betriebsart | Zeitduplex, 8 Rx / 1 Tx |
| Kanalpläne | EU868 (geliefert), US915, AU915, AS923 und weitere |
| Sendeleistung | 14 bis 27 dBm |
| Empfindlichkeit | −141 dBm bei SF12, 293 bit/s |
| Rauschzahl | 2.5 dB |
| Linearität | −5 dBm |
| Dynamikbereich | 70 dB analog, über 100 dB digital |
| Mobilfunk | |
| Modem | eingebaut, 3G/4G |
| SIM | zwei Steckplätze, Nano-SIM (4FF), selbsttätiger Wechsel |
| Antenne | intern; extern über N-Buchse, dann mit Überspannungsableiter |
| Anschlüsse | |
| Netzwerk | RJ45, 10/100BaseT, mit PoE |
| LoRa-Antenne | intern; extern über N-Buchse (Gegenstück N-Stecker) |
| GPS | intern |
| Erdung | Pressklemme, einlochig, M4 |
| Konsole | USB, seriell, unter Abdeckung |
| Stromversorgung | |
| Speisung | IEEE 802.3af oder passiver Einspeiser 37–57 V |
| Aufnahme | 2.5 W typisch, max. 0.3 A |
| Mechanik und Umgebung | |
| Abmessungen | 178.8 × 145.8 × 79.5 mm; 207.8 mm inklusive Steckern |
| Gewicht | 1160 g |
| Schutzart | IP67 |
| Betriebstemperatur | −40 bis +60 °C |
| Betriebsfeuchte | 10 bis 100 %, kondensierend zulässig |
| Betriebshöhe | −60 bis 4000 m |
| Montage | Wand, Mast, Turm; senkrecht, Anschlussfeld nach unten |
| Zulassungen | |
| Sicherheit | UL / CSA / EN / IEC 62368-1 |
| Störfestigkeit | EN 61000-4-2, -3, -4, -5, -6 |
| Aussendung | EN 300 220, EN 301 489; FCC 15.109 Klasse B, 15.209, 15.247 |
| Weiteres | |
| Herstellernummer | MOEN2TLEU868 |
| Rechnerische Ausfallfreiheit | 900 000 Stunden |
Regionalvarianten
Wir führen grundsätzlich die europäische Ausführung. Die übrigen Regionalvarianten beschaffen wir gern auf Anfrage.
| Ausführung | Band | Verfügbarkeit |
|---|---|---|
| Europa | EU868 | Das ist die Version, die du hier bestellst |
| Nordamerika | US915 | auf Anfrage |
| Australien, Neuseeland | AU915 | auf Anfrage |
| Asien-Pazifik | AS923-1 bis -4 | auf Anfrage |
| Indien, Korea, Brasilien, Indonesien | IN865, KR920, BR915, ID923 | auf Anfrage |
Andere Tektelic-Gateways bei uns
| Modell | Unterschied | Wofür gemacht |
|---|---|---|
| Kona Enterprise Gen2T | ohne Mobilfunkmodem, nur Ethernet | Aussenstandorte mit Netzwerkanschluss |
| Kona Mega | 16+16 Kanäle, externe Antenne nötig | grosse Areale mit vielen Geräten |
| Kona Mega ATEX | explosionsgeschützte Ausführung | Ex-Zonen in der Industrie |
| Kona Macro | Trägerklasse mit Geolokalisierung | Netzbetreiber und flächendeckende Netze |
| Kona Enterprise Gen 1.5 mit LTE | Vorgängerausführung mit SX1301 | solange Restbestand |
Passendes Zubehör
- SIM-Karte: Nicht im Lieferumfang. Die Swisscom-Roaming-SIM für Gateways deckt die Schweiz und das europäische Ausland ab.
- Externe LoRaWAN-Antenne: Nur nötig, wo die Innenantenne durch die Metallrückseite abgeschattet wird. Passend sind die Tektelic-Antennen mit N-Stecker in 2.5, 6 und 8.5 dBi — die 6-dBi-Ausführung ist der Allrounder.
- Antennenkabel: Halbzoll-Superflex, N-Stecker auf N-Buchse, so kurz wie möglich — jeder Meter kostet Dämpfung.
- Einspeisung: Der Tektelic PoE-Einspeiser für innen versorgt das Gateway, wenn der Switch kein PoE liefert.
- Überspannungsschutz: Bei externer Mobilfunkantenne vorgeschrieben, für die Netzwerkleitung im Aussenbereich empfehlenswert.
Unterstützung bei der Auslegung
Ob ein Standort reicht oder zwei nötig sind, hängt an Topografie, Bebauung und Montagehöhe — sag uns, was du abdecken willst, und wir schauen es gemeinsam an. Fragen zum Produkt, etwa welche SIM passt oder ob dein Switch die Speisung liefert, klären wir kostenlos. Für Funkplanung, Vorkonfiguration in Stückzahl und Inbetriebnahme vor Ort erstellen wir dir gern ein Angebot.


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