Der Ingics iBS09R misst mit einem Laser die Entfernung zum nächsten Gegenstand und funkt den Wert als Bluetooth-Signal in die Umgebung. Daraus wird ein Füllstand: Wie weit ist es vom Deckel bis zum Abfall, bis zum Papier in der Rolle, bis zur obersten Warenlage im Regal? Das Gerät ist so gross wie eine Streichholzschachtel, wasserdicht verschlossen und klebt mit einem Streifen doppelseitigem Band an Ort und Stelle. Sein eigentlicher Trick steckt in den fünf Betriebsarten: Du wählst, wie weit er sehen soll — und bestimmst damit unmittelbar, wie lange die Knopfzelle hält. Wer die Reichweite nur so gross wählt, wie der Behälter tief ist, bekommt ein Vielfaches an Standzeit.
- 1 … 300 cmMessbereich, Modus High
- ±3 %Abweichung ab 50 cm
- 5 BetriebsartenReichweite gegen Laufzeit
- IPX730 Minuten in 1 m Wasser
- 30°Öffnungswinkel
Was den iBS09R ausmacht
- Die Reichweite ist eine Stellschraube, keine Eigenschaft: Fünf Betriebsarten decken von einem Meter bis drei Meter ab. Zwischen der sparsamsten und der weitesten liegt rund das Vierfache an Batteriestandzeit. Das ist die wichtigste Entscheidung beim Einrichten — und sie fällt anhand der Behältertiefe, nicht nach Gefühl.
- Er misst die Laufzeit des Lichts, nicht die Helligkeit: Ein Laufzeitverfahren liefert eine echte Entfernung in Millimetern statt eines Reflexionswerts, der von Farbe und Oberfläche abhängt. Deshalb kannst du aus dem Messwert direkt einen Füllstand in Prozent rechnen, sobald du die Behältertiefe einmal hinterlegt hast.
- Er kann dauerhaft am Netz laufen: Neben der Knopfzelle nimmt er über eine USB-C-Buchse auch 5 Volt von aussen. Wo Strom liegt, sendest du in kurzen Abständen, ohne über Batterien nachzudenken — und wo keiner liegt, arbeitet dasselbe Gerät jahrelang autark.
- Die Batteriespannung geht in jedem Paket mit: Damit siehst du im System, welches Gerät als nächstes eine Zelle braucht, statt eine Wartungsrunde nach Kalender zu fahren. Der Hersteller nennt die Spannungsschwellen, ab denen es Zeit wird.
- Ein Taster für den Ernstfall bei der Inbetriebnahme: Ein Druck löst sofort ein Funkpaket mit gesetztem Tastermerkmal aus. Beim Einrichten prüfst du damit in einer Sekunde, ob das Gateway das Gerät sieht — ohne auf das nächste reguläre Intervall zu warten.
- Er spricht zwei Sprachen: Neben dem eigenen Ingics-Format beherrscht er den iBeacon-Modus mit frei wählbarer Kennung. Wo eine Auswertung bereits auf iBeacon aufsetzt, fügt er sich ein, ohne dass jemand einen Parser schreibt.
- Nichts steht offen: Das Gehäuse ist rundum verschraubt und übersteht eine halbe Stunde unter Wasser. Der Deckel für die Zelle bleibt dabei zugänglich — dicht heisst hier nicht verklebt.
- Er hängt an keinem Netzbetreiber: Bluetooth braucht weder Vertrag noch Anmeldung noch Frequenzplanung. Für abgeschlossene Liegenschaften — Areal, Gebäude, Fahrzeugflotte — ist das der kürzeste Weg zu Messwerten.
- Der Klebestreifen liegt bei: Montiert wird ohne Bohren, was in Mietflächen und an Behältern aus dünnem Blech oft der einzige gangbare Weg ist.
- Vier Geschwister, ein Gehäuse: Dieselbe Bauform gibt es mit Bewegungsmelder und mit Infrarot-Näherungsschalter. Wer verschiedene Aufgaben abdeckt, arbeitet mit einer Halterung, einer Zelle und einem Auswertepfad.
Wo der iBS09R eingesetzt wird
- Abfallbehälter und Container: Der Hersteller nennt es als erste Anwendung. Die Leerungsfahrt richtet sich nach dem tatsächlichen Füllstand statt nach dem Kalender — bei verstreuten Standorten die ganze Rechtfertigung des Projekts.
- Verbrauchsmaterial in Sanitärräumen: Papierrollen und Seifenspender melden, wann sie zur Neige gehen. Das Reinigungspersonal geht dann gezielt, nicht auf Verdacht durch jede Etage.
- Regal- und Lagerbestand: Ist die Ware noch da, und wie tief ist der Stapel? Für Nachschubfächer und Kanban-Plätze reicht genau diese eine Zahl.
- Silos, Tanks und Schüttgutbehälter: Solange der Abstand zur Oberfläche innerhalb der gewählten Betriebsart bleibt, ist der Füllstand eine reine Umrechnung.
- Abstandsüberwachung in der Fertigung: Der Hersteller führt die Überwachung von Sicherheitsabständen zwischen Maschinen oder Fahrzeugen als Einsatzfall auf.
- Anwesenheit an einem festen Platz: Steht das Gerät, die Palette, der Wagen an seinem Platz? Ein Abstandssprung beantwortet das zuverlässiger als ein Kontaktschalter, der verklemmt.
- Grosse Rollouts: Kleben, Knopf drücken, per App die Betriebsart setzen — pro Standort eine Minute, ohne Werkzeug und ohne Netzanmeldung. Der Hersteller liefert in Gebinden zu acht Stück, was zum Ausrollen ganzer Liegenschaften passt.
- Nachrüstung im Bestand: Wo keine Leitung liegt und kein LoRaWAN-Netz aufgebaut werden soll, ist ein Bluetooth-Gateway pro Gebäude der kleinere Eingriff.
Damit hast du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Auslegung, Montage und Integration.
Reichweite und Batterie sind dieselbe Entscheidung
Der Sensor lässt sich in fünf Betriebsarten versetzen, die sich in der maximalen Entfernung und im Stromhunger unterscheiden. Das ist kein Feinschliff, sondern die zentrale Auslegungsfrage: Zwischen der sparsamsten und der weitesten Einstellung liegen rund vier Jahre Standzeit. Die Regel dazu ist einfach — nimm die kleinste Betriebsart, die deine Behältertiefe noch sicher abdeckt, und rechne einen Zuschlag für dunkle Oberflächen dazu.
| Betriebsart, Reichweite und Batteriestandzeit (Standardintervall 30 Sekunden) | |
|---|---|
| Ultra Low Power — 1 bis 100 cm | 4.5 bis 5 Jahre |
| Low — 1 bis 160 cm (Werkseinstellung) | 3.1 bis 3.6 Jahre |
| Mid — 1 bis 210 cm | 2 bis 2.3 Jahre |
| High — 1 bis 300 cm | 1 bis 1.2 Jahre |
| Proximity — Schaltschwelle bei 50 cm | 1.1 bis 1.2 Jahre |
Die Werte gelten für eine Knopfzelle mit 600 mAh, von der der Hersteller nur 70 bis 80 Prozent in die Rechnung nimmt — eine ehrliche Annahme, weil eine Lithiumzelle ihre letzte Kapazität nicht mehr mit brauchbarer Spannung abgibt. Für die Projektplanung heisst das: In der Werkseinstellung fällt ein Batteriewechsel etwa alle drei Jahre an, in der weitesten Betriebsart jährlich. Bei fünfzig Behältern ist das der Unterschied zwischen einer Wartungsrunde alle drei Jahre und einer jeden Sommer.
Wie genau die Messung wirklich ist
Die Messabweichung ist nicht über den ganzen Bereich gleich, sondern in drei Stufen angegeben. Unter 5 cm liegt sie zwischen +5 und −20 mm, von 5 bis 50 cm bei ±15 mm, und ab 50 cm sind es ±3 Prozent der gemessenen Entfernung. Diese letzte Stufe ist die wichtige: Der Fehler wächst mit dem Abstand. Auf zwei Meter sind ±3 Prozent rund sechs Zentimeter — bei einem 1.2 Meter tiefen Behälter also etwa fünf Prozent Füllstand. Für die Frage „muss geleert werden» ist das reichlich genau, für eine Mengenabrechnung nicht.
Dazu kommt eine Angabe, die man leicht übersieht: Der Hersteller nennt eine Erkennungsrate und beziffert sie mit über 90 Prozent der Messungen innerhalb der Spezifikation. Die übrigen Messungen liefern kein gültiges Ergebnis und werden mit einem Fehlerkennzeichen versehen. Das gehört in die Auswertung eingeplant: Ein einzelner Ausreisser ist normal und kein Anlass für einen Alarm. Wer über drei oder vier Meldungen mittelt, bekommt eine ruhige Kurve statt eines Zackenmusters.
Einordnung aus der Anwendungspraxis, keine Herstellerangabe: Laufzeitsensoren dieser Bauart messen gegen das, was das ausgesandte Licht zurückwirft. Glatte, dunkle und schräg stehende Flächen werfen wenig zurück — Kunststoffsäcke in einem Container sind genau so eine Fläche. Zwei Dinge helfen: den Sensor mittig über der Öffnung anbringen, damit er nicht schräg auf die Wand blickt, und im Zweifel eine Betriebsart mit mehr Reserve wählen. Der Öffnungswinkel von 30 Grad bedeutet nebenbei, dass er auf zwei Metern einen Kreis von gut einem Meter Durchmesser erfasst und daraus den nächstliegenden Punkt meldet — ein schmaler Gegenstand am Rand kann den Wert also bestimmen.
Anbindung und Auswertung
Der Sensor sendet in einstellbarem Abstand ein Bluetooth-Paket im Ingics-Format, ab Werk alle 30 Sekunden. Darin stehen die Batteriespannung in Hundertstel Volt, ein Statusfeld mit dem Tastermerkmal, die gemessene Entfernung in Millimetern und eine Modellkennung, an der die Auswertung den iBS09R von seinen Geschwistern unterscheidet. Die Zahlenfelder liegen mit niederwertigem Byte zuerst; das ist die häufigste Fehlerquelle beim ersten eigenen Parser.
Aufgenommen wird das von einem beliebigen Gateway, das rohe Bluetooth-Aussendungen weiterreicht — beim Hersteller sind das die Modelle der iGS03-Reihe mit WLAN, Ethernet oder Mobilfunk, es geht aber auch mit anderen. Von dort läuft der Weg wie gewohnt über MQTT oder HTTP in deine Plattform. Alternativ lässt sich das Gerät als iBeacon betreiben, mit frei wählbarer Kennung und Sendestärke, wenn eine bestehende Auswertung darauf aufsetzt.
Die Einstellungen — Betriebsart, Sendeintervall, Sendeleistung — nimmst du mit der kostenlosen App des Herstellers für Android und iOS vor. Beide sind im Reiter „Dokumente» verlinkt. Wichtig ist der Ablauf: Nach dem Einschalten macht sich das Gerät zwanzig Sekunden lang verbindbar, danach sendet es nur noch. Wer den Moment verpasst, schaltet einmal aus und wieder ein.
Technische Daten
Die allgemeinen Produktdaten — Schutzart, Batterie, Masse, Gewicht, Temperatur- und Feuchtebereich, Anschlüsse, Marke — findest du in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite. Hier stehen die Werte, die dort keinen Platz haben.
| Messung | |
|---|---|
| Verfahren | Laser-Laufzeitmessung (Time of Flight) |
| Öffnungswinkel | 30° |
| Messabweichung | unter 5 cm: +5 / −20 mm · 5 bis 50 cm: ±15 mm · ab 50 cm: ±3 % |
| Erkennungsrate | über 90 % der Messungen innerhalb der Spezifikation, übrige mit Fehlerkennzeichen |
| Bezugsbedingung | gemessen an weissem Papier; Umgebungslicht, Farbe und Grösse des Ziels verändern den Wert |
| Funk | |
| Standard | Bluetooth 5, Bluetooth Low Energy |
| Frequenzband | 2.402 bis 2.480 GHz |
| Sendeleistung | +8 dBm hoch · +4 dBm ab Werk · −4 dBm niedrig |
| Empfindlichkeit | −96.5 dBm bei 1 Mbit/s |
| Reichweite | über 100 m im Freifeld |
| Antenne | auf der Leiterplatte, keine externe anschliessbar |
| Sendeintervall ab Werk | 30 Sekunden |
| Datenformat | |
| Nutzdaten | Ingics-Format, niederwertiges Byte zuerst |
| Inhalt | Batteriespannung in 0.01 V, Statusfeld mit Tastermerkmal, Entfernung in mm, Modellkennung |
| Alternativformat | iBeacon mit frei wählbarer Kennung und Sendestärke |
| Bedienung und Zulassung | |
| Bedienelemente | ein Taster, zweifarbige Leuchtdiode |
| Einstellungen | App für Android und iOS, Zeitfenster von 20 Sekunden nach dem Einschalten |
| Mittlere Stromaufnahme | 15.2 µA in der Werkseinstellung |
| Zulassungen | CE nach RED 2014/53/EU, UKCA, FCC, Bluetooth SIG, NCC, Japan MIC |
Montage und Inbetriebnahme

Die Zeichnung zeigt, worauf es beim Einbau ankommt: Der runde Deckel links ist das Batteriefach, das längliche Fenster daneben der Sensor, an der Schmalseite sitzen Taster und USB-C-Buchse. Wer das Gerät in eine Halterung oder hinter eine Blende setzt, muss beide Schmalseiten zugänglich lassen — sonst kommt weder das Kabel noch der Finger für die Inbetriebnahme heran.
Der Sensor sitzt auf der Vorderseite des Gehäuses — die Ausrichtung entscheidet also, wohin gemessen wird. Bei einem Behälter gehört das Gerät mittig unter den Deckel, mit freier Sicht nach unten und ohne Scharnier oder Dichtlippe im Strahlengang. Der beiliegende Klebestreifen hält auf glattem Kunststoff und lackiertem Blech; auf rauem oder staubigem Untergrund vorher entfetten, sonst löst er sich beim ersten heissen Tag.
Reihenfolge: Zelle einlegen, Taster etwa eine Sekunde halten bis die Leuchtdiode rot zeigt, dann sofort mit der App verbinden und die Betriebsart setzen. Erst danach kleben. Wer zuerst montiert, steht mit dem Telefon am Container und wartet auf das Zeitfenster.
Bei der Standortwahl lohnt ein Blick auf die Gateway-Seite: Bluetooth durchdringt Metall nicht. Ein Sensor im geschlossenen Blechcontainer sendet aus einem Faradayschen Käfig heraus, und was ankommt, ist der Rest, der durch Deckelspalt und Kunststoffteile entweicht. Das ist machbar, verlangt aber ein Gateway in Sichtweite und nicht eines im Nachbargebäude.
Die Geschwister des iBS09R
Ingics baut vier Geräte in diesem Gehäuse. Wir führen die Ausführung mit Laser-Abstandsmessung; die übrigen beschaffen wir auf Anfrage.
| Ausführung und Verfügbarkeit | |
|---|---|
| iBS09R — Laser-Abstandsmessung 1 bis 300 cm | Das ist die Version, die du hier bestellst |
| iBS09 — reiner Beacon ohne Sensor | auf Anfrage |
| iBS09PIR — Bewegungsmelder, Erfassung bis 5 m | auf Anfrage |
| iBS09IR — Infrarot-Näherungsschalter 1 bis 50 cm | auf Anfrage |
Passendes Zubehör und Alternativen
- Der Empfänger ist Pflicht, nicht Zubehör: Ohne ein Gerät in Reichweite, das Bluetooth mitliest, bleiben die Messwerte in der Luft. Wir setzen dafür auf Tracker von Digital Matter: Sie horchen auf die Aussendungen der Sensoren in ihrer Nähe und schicken das Gesammelte über Mobilfunk weiter. Anders als ein fest verkabeltes Gateway laufen sie auf Batterie und tasten in Intervallen ab — die Messwerte kommen also im Takt des Trackers, nicht in dem des Sensors. Für Füllstände, die sich über Stunden ändern, ist das genau richtig.
- Digital Matter Remora3: Der Remora3 ist der naheliegendste Empfänger — er verbindet Ortung mit Bluetooth und ist beim Hersteller ausdrücklich als Bluetooth-Sammelstelle vorgesehen. Fest am Container montiert liest er dessen Sensor und meldet über NB-IoT oder LTE-M, ohne dass am Standort irgendetwas gebaut werden muss.
- Digital Matter Oyster3 mit Bluetooth: Der Oyster3 LTE-M/NB-IoT (+BLE) ist die robuste Wahl fürs Freie: IP68 und stossfest nach IK07, dazu Bluetooth 5. Auf dem Sammelfahrzeug montiert nimmt er die Behälter auf, an denen er vorbeifährt — ein Empfänger für viele Standorte statt einer je Behälter.
- Digital Matter Griffin-Air: Der Griffin-Air sammelt ebenfalls Bluetooth-Sensoren in seiner Umgebung ein und hat die SIM fest verbaut. Sein neutrales Gehäuse ohne Herstelleraufdruck ist dort ein Vorteil, wo die Technik nicht ins Auge fallen soll.
- Ersatzzelle: Die Knopfzelle CR2450 ist die richtige Grösse. Achtung: Das Handbuch des Herstellers nennt an einer Stelle irrtümlich CR2032 — die Laufzeitrechnung und alle übrigen Angaben beziehen sich eindeutig auf die CR2450.
- Das ältere Modell derselben Marke: Der Ingics iBS03R misst ebenfalls per Laufzeitverfahren, hat aber keine USB-Versorgung und keine wählbaren Betriebsarten.
- Wenn du LoRaWAN statt Bluetooth willst: Der Milesight WS201 misst denselben Füllstand, funkt aber über LoRaWAN und kommt damit ohne Gateway in jedem Gebäude aus.
- Eine Antenne brauchst du nicht: Die Antenne sitzt auf der Leiterplatte, ein Anschluss für eine externe ist nicht vorhanden.
Unterstützung bei der Auslegung
Sag uns, wie tief deine Behälter sind und wie viele Standorte es werden — welche Betriebsart dazu passt und ob ein Gateway je Gebäude reicht, beantworten wir dir gern. Datenblatt, Handbuch, Payload-Beschreibung und die Konfigurations-App findest du im Reiter „Dokumente». Für die Ausleuchtung eines Areals, die Vorkonfiguration grösserer Stückzahlen und die Anbindung an dein System erstellen wir dir ein Angebot.


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