Der Decentlab DL-PYR misst die Globalstrahlung – die gesamte Sonnenenergie, die auf eine Fläche trifft – und funkt sie über LoRaWAN direkt in dein System. Er kommt kalibriert und einsatzbereit, braucht vor Ort keine Konfiguration und läuft danach jahrelang auf zwei handelsüblichen Batterien. Statt einer Momentaufnahme sendet er den Mittelwert aus bis zu 20 Einzelmessungen – ein Detail, das den Unterschied macht, sobald Wolken über die Anlage ziehen. Gebaut wird er in der Schweiz von Decentlab, was bei mehrjährigen Rollouts nicht nur ein Qualitäts-, sondern auch ein Ersatzteil- und Supportargument ist. Kurz: ein Strahlungssensor, den du montierst, ausrichtest und dann für Jahre in Ruhe lässt.
- 0 … 2000 W/m²Messbereich Globalstrahlung
- 0.5 W/m²Auflösung
- bis 16.8 JahreBatterielaufzeit
- IP66 / IP67Schutzart, UV- und schlagfest
- −20 … 50 °CBetriebstemperatur
Die Stärken des DL-PYR
- Messbereich mit Absicht überdimensioniert: Die maximale Einstrahlung liegt in der Schweiz bei rund 1000 W/m². Reflexionen an Schnee, hellen Fassaden oder aufgehellten Wolkenrändern treiben den Wert kurzzeitig weit darüber. Der doppelte Bereich sorgt dafür, dass solche Spitzen sauber erfasst und nicht abgeschnitten werden.
- Feine Auflösung für den unteren Bereich: Damit erkennst du auch schwache Diffusstrahlung in Dämmerung, Nebel und Winterhalbjahr. Für Bewässerungs- und Beschattungssteuerungen ist genau dieser Bereich entscheidend, weil dort die Schaltschwellen liegen.
- Mittelwert statt Momentaufnahme: Das Gerät misst häufiger, als es sendet, und überträgt den Durchschnitt der gesammelten Werte. Eine ziehende Wolke erzeugt so keinen Ausreisser, der deine Auswertung verzerrt. Abtast- und Sendeintervall sind unabhängig einstellbar – du kannst dicht messen und trotzdem sparsam senden.
- Praktisch verzögerungsfreie Reaktion: Die Silizium-Photodiode folgt dem Licht sofort, während klassische Thermosäulen mehrere Sekunden nachlaufen. Für dynamische Vorgänge – Wolkendurchzug, Verschattung, Blendschutz – ist das der ehrlichere Messwert.
- Offen dokumentierter Temperaturgang: Decentlab gibt die Abweichung für sechs Temperaturstützstellen an, statt sie zu verschweigen. Das ist keine Schwäche, sondern ein Vorteil – weil du diese Kurve in der Auswertung rechnerisch korrigieren kannst, wenn dein Anwendungsfall es verlangt.
- Belastbar über Jahre: Wiederholbarkeit besser als ein Prozent, Langzeitdrift unter zwei Prozent pro Jahr. Damit sind Jahresvergleiche aussagekräftig: Du siehst, ob eine Anlage tatsächlich schlechter läuft – oder ob nur die Sonne weniger geliefert hat.
- Handelsübliche Batterien statt Spezialzellen: Zwei Alkali-Zellen, die es in jedem Baumarkt gibt und die der Betreiber selbst wechselt. Keine Solarzelle, kein Netzanschluss, kein Akku, der nach drei Wintern schlappmacht. Die Batteriespannung wird mitgesendet, der Wechsel ist also planbar statt überraschend.
- Reichweite auch an abgelegenen Standorten: Integrierte Rundstrahlantenne mit sehr gleichmässigem Abstrahlverhalten; Decentlab dokumentiert erfolgreiche Übertragungen über 56 Kilometer. In der Praxis heisst das: Der Messpunkt darf dort stehen, wo er fachlich hingehört, nicht dort, wo zufällig Netz ist.
- Kein Kondenswasser im Gehäuse: Ein Druckausgleichselement mit PTFE-Membran verhindert den Pumpeffekt bei Temperaturwechseln – die häufigste Ursache für Feuchtigkeit in Aussengehäusen und damit für stille Ausfälle nach dem zweiten Winter.
- Nivellierteller mit Libelle serienmässig: Ein Pyranometer misst nur korrekt, wenn er exakt waagrecht steht; jedes Grad Schieflage erzeugt einen systematischen Fehler, der über den Tagesverlauf mitwandert. Die Ausrichthilfe ist deshalb kein Zubehör, sondern Teil der Messgenauigkeit.
- An kein Netz gebunden: Class-A-Gerät mit OTAA, ABP und ADR, AES-128-verschlüsselt. Es läuft auf The Things Network, Swisscom LPN, Loriot, ChirpStack oder deinem eigenen Netzserver.
- Konfiguration per Downlink: Intervalle, Datenrate und ADR-Verhalten änderst du im laufenden Betrieb über Funk. Bei 40 Sensoren auf verteilten Dächern erspart dir das eine komplette Serviceroute.
Wo der DL-PYR seinen Nutzen zeigt
- Photovoltaik-Monitoring und Performance Ratio: Ohne gemessene Einstrahlung lässt sich der Sollertrag einer Anlage nur schätzen. Mit einem Sensor in Modulebene rechnest du die Performance Ratio sauber aus und erkennst Verschmutzung, Defekte oder Verschattung, bevor sie in der Jahresabrechnung auffallen.
- Ertragsprognose und Einspeisung: Betreiber und Energieversorger gleichen kurzfristige Prognosen mit realen Messwerten ab. Gerade bei verteilten Anlagen liefert ein Netz günstiger LoRaWAN-Sensoren die räumliche Auflösung, die Satellitendaten nicht hergeben.
- Bewässerung und Landwirtschaft: Die Globalstrahlung ist die wichtigste Eingangsgrösse für die Referenz-Evapotranspiration nach FAO-56. Wer die Bewässerung daran koppelt statt an starre Zeitpläne, spart Wasser und Energie – und liefert den Nachweis gleich mit.
- Gewächshaus und Innenbeschattung: Strahlungsgeführte Steuerung von Schattierung, Lüftung und Zusatzbeleuchtung. Der schnelle Sensor reagiert auf Wolkendurchzug, bevor sich die Kultur aufheizt.
- Gebäudeautomation: Storensteuerung, Blendschutz und Kühllastberechnung nach realer Fassadenstrahlung statt nach Uhrzeit. Das verbessert den Komfort spürbar und senkt die Kühlenergie.
- Meteorologie, Gemeinden und Forschung: Als Ergänzung zu bestehenden Wetterstationen an Standorten, wo eine Netzanbindung zu teuer wäre – Deponien, Wasserfassungen, alpine Standorte, Schulcampus.
- Bau und Infrastruktur: Strahlungsbedingte Schneeschmelze, Bauteilerwärmung, Trocknungsprozesse und Materialalterung im Freien lassen sich damit belegen statt annehmen.
- Grossflächige Rollouts: Weil das Gerät ohne Vor-Ort-Konfiguration auskommt, Standardbatterien nutzt und sich per Downlink verwalten lässt, skaliert es vom Pilotstandort auf hunderte Messpunkte, ohne dass der Betriebsaufwand mitwächst.
Damit hast du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Planung, Integration und Montage.
Technik im Detail: worauf es bei einem Pyranometer wirklich ankommt
Silizium-Photodiode oder Thermosäule? Das ist die entscheidende Frage bei der Auswahl – und die meisten Datenblätter drücken sich davor. Der DL-PYR nutzt eine kalibrierte Silizium-Photodiode mit Diffusor: schnell, robust, unempfindlich gegen Erschütterung und deutlich günstiger. Ihr Spektralbereich von 360 bis 1120 Nanometern entspricht weitgehend der Empfindlichkeit kristalliner Solarzellen. Für das PV-Monitoring ist das ein echter Vorteil, kein Kompromiss: Der Sensor misst genau das Licht, das dein Modul auch in Strom umsetzt. Eine Thermosäule dagegen erfasst das gesamte Sonnenspektrum bis weit ins Infrarot und bleibt die Referenz für behördliche Abnahmen und meteorologische Primärdaten. Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis und ist als Auswahlhilfe zu verstehen, nicht als Zertifizierungsaussage des Herstellers.
Warum die Kalibrierunsicherheit von fünf Prozent besser ist, als sie klingt: Der Wert bezieht sich auf die Tagessumme der Strahlung und beschreibt die absolute Genauigkeit gegenüber einem Referenzinstrument. Für die Fragen, die im Betrieb wirklich gestellt werden – läuft die Anlage schlechter als im Vorjahr, liefert Standort A mehr als Standort B, wirkt die Reinigung – zählt aber nicht die Absolutgenauigkeit, sondern die Wiederholbarkeit. Und die liegt eine Grössenordnung besser. Anders gesagt: Wenn dein Ertrag um acht Prozent einbricht, die gemessene Einstrahlung aber gleich bleibt, ist das ein belastbares Signal und kein Messrauschen.
Was das Sichtfeld von 180 Grad bedeutet: Der Sensor erfasst die gesamte Halbkugel über sich, also direkte Sonnenstrahlung und Diffusstrahlung vom ganzen Himmel zusammen – genau das ist die Definition der Globalstrahlung. Voraussetzung ist ein freier Horizont: Jedes Gebäude, jeder Baum und jeder Mast im Sichtfeld verfälscht die Messung dauerhaft, und zwar tages- und jahreszeitabhängig. Ein Standort, der im Juni frei wirkt, kann im Dezember halb verschattet sein.
Batterielaufzeit und Betriebsaufwand
Die Laufzeit hängt davon ab, wie oft gesendet wird und wie gut die Funkverbindung ist: Bei schwachem Empfang erhöht das Netz den Spreizfaktor, die Sendung dauert länger und verbraucht mehr Energie. Die Werte enthalten bereits eine konservativ gerechnete Selbstentladung der Batterien.
| Sendeintervall | Gateway in der Nähe (SF7) | Grenzlage (SF12) |
|---|---|---|
| 10 Minuten | 11.7 Jahre | 4.3 Jahre |
| 60 Minuten | 16.8 Jahre | 11.9 Jahre |
Die praktische Konsequenz für dein Projekt: Wenn die Standzeit kritisch ist, lohnt sich ein zusätzliches Gateway in der Nähe oft mehr als ein längeres Sendeintervall – der Sprung von SF12 auf SF7 verdreifacht bei zehnminütigem Takt beinahe die Laufzeit, und du bekommst die dichteren Daten gratis dazu. Über die gesamte Lebensdauer fällt damit typischerweise ein einziger Servicebesuch für den Batteriewechsel an; bei einem Messnetz ist das der Posten, der über die Betriebskosten entscheidet.
Integration in deine Plattform
Der DL-PYR sendet ein kompaktes Binärtelegramm: fünf Byte Header mit Protokollversion, Geräte-ID und Sensor-Flags, danach zwei Messkanäle – Globalstrahlung und Batteriespannung. Die Umrechnung des Strahlungswerts erfolgt über die Formel 3 · (x / 32768 − 1) · 5000 und ergibt W/m²; die Batteriespannung ist der Rohwert geteilt durch 1000. Fertige Decoder stellt Decentlab in JavaScript und weiteren Sprachen bereit, und das Gerät ist im Device Repository für LoRaWAN hinterlegt – auf The Things Stack bindest du es damit ohne eigenen Payload-Decoder in wenigen Klicks ein. Wer eine eigene Plattform betreibt, kommt mit den zwei Kanälen ohnehin schnell ans Ziel.
Bestellvarianten
Du erhältst bei uns die europäische Ausführung für 868 MHz – die einzige, die in der Schweiz und in der EU betrieben werden darf. Die übrigen Regionalvarianten führen wir nicht am Lager, wir beschaffen sie dir aber gerne auf Anfrage.
| Referenz | Frequenzband | Region | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|
| DL-PYR-001-EU868 | 868 MHz | Europa, Schweiz | Das ist die Version, die du hier bestellst |
| DL-PYR-001-US915 | 915 MHz | Nordamerika | auf Anfrage |
| DL-PYR-001-AS923 | 923 MHz | Asien | auf Anfrage |
| DL-PYR-001-AU915 | 915 MHz | Australien, Südamerika | auf Anfrage |
Technische Spezifikationen
Hier stehen die mess- und funktechnischen Werte. Die allgemeinen Produktdaten – Schutzart, Batterien, Masse, Gewicht, Herkunftsland – findest du in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite.
| Messung Globalstrahlung | |
|---|---|
| Messprinzip | Kalibrierte Silizium-Photodiode mit Diffusor |
| Messbereich | 0 … 2000 W/m² |
| Auflösung | 0.5 W/m² |
| Spektralbereich | 360 … 1120 nm |
| Sichtfeld | 180° |
| Kalibrierunsicherheit | ±5 % (bezogen auf die Tagessumme) |
| Wiederholbarkeit | besser als 1 % |
| Langzeitstabilität | besser als 2 % pro Jahr |
| Temperaturgang (Abweichung zur Referenz) | −1.2 % bei −5 °C · −0.8 % bei 5 °C · −0.4 % bei 15 °C · 0.0 % bei 25 °C (Kalibriertemperatur) · +0.4 % bei 35 °C · +0.8 % bei 45 °C |
| Messbetrieb | |
| Abtastintervall | 10 Minuten (über die Bedienschnittstellen einstellbar) |
| Sendeintervall | 10 Minuten (einstellbar, als Vielfaches des Abtastintervalls) |
| Übertragene Werte | Globalstrahlung (Mittelwert aus bis zu 20 Messungen), Batteriespannung |
| Betriebsarten | Aktiv, Schlaf (Lagerung), Test, Reset – umschaltbar per Taster, Rückmeldung über LED |
| Funk | |
| Unterstützte Verfahren | OTAA, ABP, ADR, adaptives Kanal-Setup |
| Verschlüsselung | AES-128 |
| Sendeleistung | 14 dBm (25 mW), abgestrahlt maximal 11.9 dBm |
| Empfangsempfindlichkeit | −146 dBm |
| Reichweite | über 10 km auf Sichtverbindung, rund 2 km in Vorortlage |
| Antenne | Integriert, rundstrahlend mit sehr gleichmässigem Abstrahlverhalten |
| Stromversorgung | |
| Leistungsaufnahme | ≤ 0.5 mW im Mittel (10-Minuten-Intervall) |
| Abschaltschwelle | Betrieb bis 2.0 V Batteriespannung |
| Mechanik | |
| Sensorkopf | Durchmesser 25 mm, Höhe 33 mm |
| Nivellierteller | Durchmesser 80 mm, Höhe 8 mm, mit Libelle |
| Kabellänge | 5 m |
| Befestigung | 4 Gewindebuchsen M4 im Raster 90 × 60 mm |
| Druckausgleich | Element mit PTFE-Membran (IP68) |
| Weiteres | |
| Konfiguration | Kommandozeile über serielle Verbindung (UART–USB) oder Downlink über das Funknetz |
| Konformität | CE, Funkanlagenrichtlinie (RED) 2014/53/EU |
Montage und Inbetriebnahme
Der Sensorkopf gehört an eine Stelle mit freiem Blick zum Himmel, ohne Verschattung durch Gebäude, Masten oder Bewuchs – auch nicht am Rand des Sichtfelds und zu keiner Jahreszeit. Anschliessend richtest du ihn mit dem Nivellierteller und der Libelle exakt waagrecht aus; für Messungen in Modulebene wird stattdessen parallel zur Modulfläche ausgerichtet. Die Sendeeinheit selbst montierst du geschützt vor Regen und direkter Sonne, aufrecht mit dem Kabel nach unten und dem Deckel grob in Richtung des nächsten Gateways – je höher über Grund und je weiter weg von Metallflächen, desto besser die Funkverbindung. Die vier Gewindebuchsen nehmen Standardschrauben auf – das Bohrbild siehst du in der Zeichnung unten.

Gehäusemasse in Millimetern, ohne Kabelverschraubung und Sensorkopf.
Danach ist nichts weiter zu tun: Das Gerät kommt ab Werk kalibriert, meldet sich selbständig am Netz an und beginnt zu messen. Für den laufenden Betrieb empfiehlt sich lediglich, die Sensorkuppel gelegentlich von Staub, Pollen, Vogelkot und Schnee zu befreien – Verschmutzung ist bei Strahlungsmessungen die mit Abstand häufigste Fehlerquelle.
Passendes Zubehör und Alternativen
- Fehlt dir die Netzabdeckung am Standort? Unser meistverkauftes Gateway ist das RAK7268CV2 WisGate Edge Lite 2+ mit LTE – geschützt montiert deckt es die Sensoren rundherum ab und bringt dank Mobilfunk auch dort Daten weg, wo es keinen Netzwerkanschluss gibt. Soll das Gateway selbst im Freien hängen, ist das WisGate Edge Prime (RAK7240CV2) unser meistverkauftes Outdoor-Modell.
- Du brauchst mehr als die Strahlung? Die Decentlab DL-ATM41 erfasst elf Parameter in einem Gerät, darunter Wind, Niederschlag und Luftwerte – sinnvoller als mehrere Einzelsensoren, sobald du eine vollständige Wetterstation brauchst.
- Niederschlag separat messen? Der Decentlab DL-TBRG Niederschlagsmesser ergänzt die Strahlungsmessung um die zweite zentrale Grösse für Bewässerung und Hydrologie; für den Winterbetrieb gibt es dazu eine Heizung.
Unterstützung bei der Auslegung
Datenblatt, Payload-Decoder und die weiterführenden Anleitungen findest du im Reiter Dokumente oben auf dieser Seite. Bei Fragen zur Auslegung – Standortwahl, Anzahl Messpunkte, Gateway-Abdeckung oder Anbindung an deine Plattform – helfen wir dir gerne weiter; sprich uns an, bevor du bestellst. Für Auslegung, Vorkonfiguration und Inbetriebnahme erstellen wir dir ein Angebot.

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