Der GS601 ist ein Melder für Dampf und Rauch in Räumen, in denen keine Kamera hängen darf: Schul- und Betriebstoiletten, Umkleiden, Treppenhäuser, Hotelzimmer. Er kombiniert eine Streulichtmessung für Partikel mit einem Halbleitersensor für flüchtige organische Verbindungen und wertet beides zusammen aus. Das ist der entscheidende Punkt — Duschdampf, Deodorant und Reinigungsmittel lösen bei einfachen Partikelmeldern dauernd Fehlalarme aus. Der GS601 erkennt diese Störgrössen und meldet sie getrennt, statt sie als Ereignis zu zählen. Ausgelöst wird lokal über Summer und Leuchte, gemeldet wird über LoRaWAN.
- 0 bis 100Dampf-Index, Auflösung 1
- 70 dBSummer auf 1 m
- PM1.0 / 2.5 / 10drei Partikelgrössen
- Klasse CLoRaWAN, dauernd empfangsbereit
Was den GS601 von einem Rauchmelder unterscheidet
- Störgrössenerkennung statt Fehlalarm: Das Gerät erkennt Wasserdampf und andere Störgase und meldet die Störinformation mit. Ein Melder, der nach jeder Dusche anschlägt, wird binnen einer Woche abgeschaltet — das ist der Grund, warum Dampfmelder scheitern, und der eigentliche Zweck dieser Funktion.
- Zwei Messverfahren, gemeinsam ausgewertet: Laserstreulicht für Partikel, ein MOX-Halbleiter für flüchtige organische Verbindungen. Erst die Kombination trennt Aerosol aus einer Verdampferzelle von Staub, Dampf und Zigarettenrauch.
- Erschütterungssensor gegen Manipulation: Wer versucht, das Gehäuse abzudecken, zu verstellen oder abzureissen, löst einen eigenen Alarm aus. In Schultoiletten ist das kein Randthema, sondern der übliche Fall.
- Summer mit Ruhezeit: Die Ruhezeit des Summers lässt sich einstellen. Während der Einrichtung und der Testphase bleibt es still, ohne dass die Meldung an die Zentrale ausfällt.
- Anonym von Bauart her: Kein Bild, kein Ton, keine Personenerfassung. Der Betriebsrat oder die Schulleitung bekommt eine Luftmessung vorgelegt, keine Überwachungsanlage.
- Raumklima fällt mit ab: Temperatur, Feuchte, TVOC und Feinstaub in drei Grössen liefert das Gerät ohnehin. Aus dem Melder wird damit nebenbei eine Luftqualitätsmessung für denselben Raum.
- Klasse C und damit steuerbar: Als Klasse-C-Gerät ist es dauernd empfangsbereit. Schwellenwerte und Summerverhalten lassen sich im laufenden Betrieb ändern, ohne auf ein Sendefenster zu warten.
- NFC zur Einrichtung: Konfiguration am aufgelegten Gerät, ohne Netzwerk und ohne Anmeldung — in einem Gebäude mit fünfzig Meldern der Unterschied zwischen einem Vormittag und zwei Tagen.
Wo er eingesetzt wird
- Schul- und Berufsschultoiletten: Der Hauptfall. Räume, in denen aus guten Gründen keine Kamera hängt und in denen trotzdem etwas passiert.
- Umkleiden und Duschbereiche: Genau dort, wo Wasserdampf einfache Melder unbrauchbar macht — die Störgrössenerkennung ist hier der Grund für die Gerätewahl.
- Hotelzimmer und Beherbergung: Rauchfreie Zimmer durchsetzen, ohne dass es erst beim Auschecken auffällt.
- Treppenhäuser und Nebenräume: Selten begangene Bereiche, in denen sich unbemerkt etwas eingespielt hat.
- Betriebsgebäude mit Rauchverbot: Lager, Produktion und Technikräume, in denen Rauchen ein Sicherheitsthema und kein Hausordnungsthema ist.
- Mietwohnungen und möblierte Zimmer: Rauchfreiheit belegen, statt sie nach dem Auszug an der Wand zu erkennen.
- Rollouts über Liegenschaften: Ein Gateway trägt viele Melder über mehrere Stockwerke, ohne dass in jedem Raum Netzwerk liegen muss.
Der GS601 ist ein Melder für Hausordnung und Betrieb — keine Brandmeldeanlage.
Er erkennt Rauch und Dampf und meldet sie, ist aber kein zugelassener Brandmelder nach den einschlägigen Normen und ersetzt keine Brandmeldeanlage. Wo eine Brandmeldung gefordert ist, gehört ein dafür zugelassenes Gerät hin; der GS601 kommt zusätzlich dazu, nicht anstelle.
Er braucht Speisung. 5 V über USB Type-C, wahlweise über einen PoE-Splitter. Ein Batteriebetrieb ist nicht vorgesehen — die Streulichtmessung mit Laser und Lüfterführung ist dafür zu stromhungrig. In der Planung heisst das: Zu jedem Melder muss eine Leitung, auch wenn die Meldung selbst per Funk geht.
-5 bis 45 °C und IP30. Ein reines Innenraumgerät. Für unbeheizte Nebenräume, Aussentoiletten und Tiefgaragen im Winter ist es nicht ausgelegt.
Deckenmontage. Das Gerät ist für die Decke gedacht; an der Wand montiert erreicht es die spezifizierte Ansprechzeit nicht, weil Aerosol nach oben steigt.
Damit hast du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Auslegung, Montage und Integration.
Warum die Störgrössenerkennung die eigentliche Leistung ist
Das Aerosol aus einer Verdampferzelle besteht überwiegend aus Propylenglykol und Glycerin — Stoffe, die in einem Streulichtsensor als feine Partikel erscheinen und in einem Halbleitersensor als flüchtige organische Verbindungen. Das Problem ist, dass genau dasselbe für einen Grossteil dessen gilt, was in einem Sanitärraum ohnehin in der Luft liegt: Wasserdampf aus der Dusche, Treibmittel aus dem Deodorant, Lösemittel aus dem Reinigungsmittel, Papierstaub aus dem Handtuchspender. Ein Melder, der nur die Partikelzahl auswertet, unterscheidet das nicht und schlägt mehrmals täglich an.
Der GS601 wertet beide Kanäle zusammen aus und bildet daraus einen Index von 0 bis 100 mit einer Auflösung von 1 und einer Genauigkeit von ±10. Zusätzlich meldet er, welche Störgrösse er erkannt hat. Das ist im Betrieb der wichtigere Teil: Wer nach zwei Wochen die Protokolle ansieht, sieht nicht nur Alarme, sondern auch, wie oft die Störerkennung gegriffen hat — und kann die Schwelle daran ausrichten, statt sie zu raten.
Für die Erwartungshaltung: Ein Index ist keine Konzentrationsmessung und kein Beweismittel. Er sagt, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit gedampft oder geraucht wurde, nicht von wem und nicht wie viel. Wer daraus eine personenbezogene Massnahme ableiten will, braucht ein anderes Verfahren — und in einer Schule eine ganz andere Diskussion. Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis und ist als Auswahlhilfe zu verstehen, nicht als Zertifizierungsaussage des Herstellers.
Montage und Inbetriebnahme
Der Melder gehört an die Decke, möglichst mittig im Raum und mit mindestens einem halben Meter Abstand zu Lüftungsauslässen. Direkt im Zuluftstrom misst er die Luft aus dem Kanal statt die im Raum, direkt im Abluftstrom bekommt er alles verdünnt. In einem Raum mit mehreren Kabinen sitzt er sinnvollerweise über dem Gang, nicht über einer Kabine — Aerosol verteilt sich, aber die Kabinentrennwände verzögern das.
Für die Inbetriebnahme lohnt sich die Ruhezeit des Summers. In den ersten Tagen liefert das Gerät Messwerte, ohne dass es im Raum piept; anhand dieser Daten wird die Schwelle festgelegt. Wer den Summer sofort scharf schaltet, hat die erste Woche mit Fehlalarmen und danach eine Nutzerschaft, die den Melder für kaputt hält.
Der Erschütterungsalarm sollte von Anfang an aktiv und in der Meldekette sichtbar sein. Ein abgedeckter Melder liefert unauffällig gute Werte — ohne Manipulationsmeldung fällt das erst auf, wenn jemand nachsieht.
Integration
Der GS601 arbeitet mit gewöhnlichen LoRaWAN-Gateways und Netzservern; die offiziellen Payload-Decoder für die Milesight-Geräte liegen als Sammlung öffentlich vor und lassen sich in The Things Network, ChirpStack oder Swisscom LPN einbinden. Als Klasse-C-Gerät ist er dauerhaft empfangsbereit, was Downlinks — Schwellenänderung, Summer stummschalten, Kalibrierung anstossen — sofort wirksam macht statt erst beim nächsten Uplink. Der Preis dafür ist der Dauerverbrauch, weshalb das Gerät netzgespeist ist.
Im Datenstrom kommen neben dem Dampf-Index auch Temperatur, Feuchte, TVOC sowie PM1.0, PM2.5 und PM10 mit. Für die Auswertung heisst das: Derselbe Melder liefert die Grundlage für eine Lüftungsbeurteilung des Raums. Wer den Aufwand für die Anbindung ohnehin treibt, sollte diese Kanäle mitnehmen, statt später einen zweiten Sensor zu setzen.
Technische Spezifikationen
Allgemeine Produktdaten wie Schutzart, Gehäusefarbe und Masse stehen in der Detailtabelle weiter unten. Hier stehen die Messwerte und Funkparameter.
| Dampf-Index | |
|---|---|
| Messprinzip | Laserstreulicht |
| Bereich | 0 bis 100 |
| Genauigkeit | ±10 |
| Auflösung | 1 |
| Feinstaub | |
| Messprinzip | Laserstreulicht |
| Bereich PM1.0 und PM2.5 | 0 bis 1000 µg/m³ |
| Genauigkeit PM1.0 und PM2.5 | ±10 µg/m³ bis 100 µg/m³, darüber ±10 % vom Messwert |
| Genauigkeit PM10 | ±25 µg/m³ bis 100 µg/m³, darüber ±25 % vom Messwert |
| Auflösung | 1 µg/m³ |
| TVOC | |
| Messprinzip | MOX-Halbleiter (MEMS) |
| Bereich | 0 bis 2000 µg/m³ |
| Genauigkeit | ±15 % vom Messwert im Bereich 1 bis 500 µg/m³ |
| Auflösung | 20 µg/m³ |
| Temperatur und Feuchte | |
| Messprinzip | digital, CMOSens (MEMS) |
| Temperaturbereich | -20 bis 60 °C, Genauigkeit ±0.2 °C, Auflösung 0.1 °C |
| Feuchtebereich | 0 bis 100 % rF, Genauigkeit ±2 % rF, Auflösung 0.5 % rF |
| Funk | |
| Antenne | intern |
| Sendeleistung | 16 dBm bei 868 MHz |
| Empfindlichkeit | -137 dBm bei 300 bit/s |
| Betriebsart | OTAA oder ABP, Klasse C |
| Bedienung und Alarm | |
| Taste | 1 × Reset, aussen |
| Anzeige und Summer | 1 × Status- und Alarmleuchte, 1 × Summer mit 70 dB auf 1 m |
| Konfiguration | über NFC per App oder über Downlink |
| Zusatzfunktionen | Schwellenwertalarm, Manipulationsalarm, Kalibrierung, Firmware-Aktualisierung über Funk |
| Speisung und Montage | |
| Speisung | 5 V / 1 A über USB Type-C, wahlweise über PoE-Splitter |
| Zulässige Betriebstemperatur des Geräts | -5 bis 45 °C |
| Zulässige Feuchte | 0 bis 95 % rF, nicht kondensierend |
| Montage | Decke |
| Zulassungen | CE, FCC, RoHS |
Gasmelder von Milesight im Vergleich
| Gerät | Misst | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| GS601 | Dampf-Index, Rauch, TVOC, Feinstaub, Temperatur, Feuchte | Dampf- und Rauchmeldung in Sanitär- und Aufenthaltsräumen |
| GS301 | Ammoniak, Schwefelwasserstoff, Temperatur, Feuchte | Geruchsüberwachung in Sanitärräumen, Reinigung nach Bedarf |
| GS101 | brennbares Gas | Gaswarnung in Wohn- und Küchenbereichen, mit Schaltausgang |
GS601 und GS301 ergänzen sich in derselben Anlage: Der eine meldet, dass gedampft wurde, der andere, dass gereinigt werden muss. Beide arbeiten am selben Gateway.
Unterstützung bei der Auslegung
Ob dein Raum die richtige Grösse und Lüftungssituation für einen Melder hat und wo er sitzen sollte, klären wir gern mit dir — das ist eine Frage zum Produkt und kostet nichts. Für die Auslegung über eine ganze Liegenschaft, die Funkplanung, die Vorkonfiguration in Stückzahl und die Anbindung an eure Melde- und Auswertungskette erstellen wir dir gern ein Angebot.

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