Der Dragino TS01-NB misst Neigung — in zwei Achsen, auf drei Zehntelgrad genau — und meldet sie über das Mobilfunknetz. Damit überwacht man Dinge, die eigentlich stillstehen sollten: Bäume an Hängen, Stützmauern, Baugrubensicherungen, Masten, Gerüste, Silos. Weil er NB-IoT statt LoRaWAN spricht, braucht er kein Gateway, sondern eine SIM-Karte — das macht ihn für einzelne, weit verstreute Messpunkte oft zur günstigeren Lösung, denn ein Gateway für einen einzigen Sensor rechnet sich nie. Mit 8500 mAh Lithium und einem Ruhestrom von zehn Mikroampere läuft er jahrelang ohne Wartung.
- 0.3°Genauigkeit, zwei Achsen
- NB-IoTohne Gateway, mit SIM
- 8500 mAhLithium-Thionylchlorid
- −40 … 85 °CBetriebsbereich
Was den TS01-NB auszeichnet
- Kein Netz aufbauen, nur anmelden: NB-IoT nutzt das vorhandene Mobilfunknetz. Für einen einzelnen Messpunkt am Hang oder an einer Brücke entfällt damit die ganze Frage nach Gateway, Standort und Stromversorgung dafür.
- Zwei Achsen statt einer: Neigung wird als Nick- und Rollwinkel gemeldet. Eine Mauer, die sich verdreht statt nur kippt, würde ein einachsiger Sensor übersehen.
- Alarm im Gerät: Eine Winkelschwelle löst sofort eine Meldung aus, unabhängig vom normalen Sendetakt. Genau dafür kauft man so ein Gerät — nicht für die Kurve, sondern für den Moment, in dem sie ausbricht.
- Aufzeichnung an Bord: Messwerte werden lokal mitgeschrieben. Fällt das Mobilfunknetz zeitweise aus, entsteht keine Lücke in der Reihe — die Werte kommen nach.
- Freie Wahl beim Protokoll: MQTT, MQTT über TLS, UDP oder TCP. Damit lässt er sich an nahezu jede vorhandene Plattform anbinden, ohne dass ein Netzwerkserver dazwischen muss.
- Konfiguration per Bluetooth: Schwellen und Intervalle werden vor Ort am Gerät gesetzt, ohne es zu öffnen.
- Auf Jahre ausgelegt: Zehn Mikroampere im Ruhezustand und eine Selbstentladung unter einem Prozent pro Jahr — die Elektronik ist nicht das, was diese Zelle leert, sondern das Senden.
Wo er eingesetzt wird
- Hangüberwachung und Naturgefahren: Bäume, Felsblöcke und Böschungen, deren Bewegung ein Frühzeichen ist.
- Baugruben und Stützbauwerke: Spundwände und Verbau während der Bauzeit überwachen, wo täglich gemessen werden müsste.
- Masten und Antennenträger: Schiefstellung nach Sturm oder Anprall erkennen, ohne hinzufahren.
- Gerüste und temporäre Konstruktionen: Überwachung dort, wo ohnehin nichts fest installiert wird.
- Silos, Tanks und Container: Setzungen des Untergrunds über die Schieflage erkennen.
- Verstreute Einzelpunkte: Der typische NB-IoT-Fall — zehn Messstellen über eine ganze Region, für die sich keine eigene Funkinfrastruktur lohnt.
Damit ist die Auswahl geklärt. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für die Anwendung.
Was 0.3 Grad in der Praxis bedeuten
Drei Zehntelgrad klingen wenig, sind aber je nach Höhe des Bauwerks sehr unterschiedlich viel. An einem zwei Meter hohen Pfosten entspricht ein Grad Schiefstellung gut drei Zentimetern Auslenkung an der Spitze; bei zehn Metern sind es rund siebzehn. Die Auflösung des Sensors ist also nicht der begrenzende Faktor — die Frage ist, welche Bewegung an deinem Objekt relevant ist und wo der Sensor dafür sitzen muss.
Einordnung aus der Anwendungspraxis, keine Herstellerangabe: Bei Neigungsmessungen im Freien ist die Temperatur die grösste Störquelle. Metallhalterungen dehnen sich, Holz arbeitet, und der Untergrund hebt sich bei Frost. Eine Messreihe über ein Jahr zeigt deshalb fast immer einen jahreszeitlichen Gang, der nichts mit Bewegung zu tun hat. Wer Alarmschwellen setzt, sollte diesen Gang zuerst kennen — sonst meldet die Anlage im ersten Winter, und niemand glaubt ihr im zweiten.
Für die Auswertung heisst das: Die Rohwerte sind weniger interessant als ihre Veränderung gegenüber der Vorwoche und gegenüber demselben Zeitraum im Vorjahr. Die Aufzeichnung im Gerät hilft dabei, weil auch bei Netzausfall keine Lücke entsteht.
Die TS01-Reihe im Überblick
Denselben Neigungssensor gibt es mit ganz unterschiedlicher Funkanbindung. Das ist die eigentliche Auswahlfrage — der Messteil ist bei allen gleich. Die übrigen Ausführungen beschaffen wir dir gern.
| Ausführung · Funk · Verfügbarkeit | ||
|---|---|---|
| TS01-NB | NB-IoT, 8500 mAh Lithium, nicht wiederaufladbar | Das ist die Version, die du hier bestellst |
| TS01-NB2 | NB-IoT mit 19 000 mAh — für sehr lange Standzeiten oder kurze Intervalle | auf Anfrage |
| TS01-NS | NB-IoT mit Solarmodul und 3000-mAh-Akku | auf Anfrage |
| TS01-LB / LB2 | LoRaWAN statt Mobilfunk — sinnvoll, wenn du ohnehin ein Gateway betreibst | auf Anfrage |
| TS01-LS | LoRaWAN mit Solarmodul | auf Anfrage |
| TS01-CB / CS | NB-IoT und LTE-M kombiniert, teils mit Satellitenortung | auf Anfrage |
| TS01-KS / KN | LTE Cat-1 für Regionen ohne NB-IoT-Abdeckung | auf Anfrage |
Wenn du bereits LoRaWAN-Sensoren betreibst und ein Gateway in Reichweite hast, lohnt der Blick auf die LB-Ausführung: Sie spart die SIM-Kosten. Umgekehrt ist die NB-Variante überall dort richtig, wo genau ein Messpunkt weit weg von allem anderen steht.
Technische Daten
Die allgemeinen Produktdaten — Herkunft, Herstellernummer, Batterieformat — findest du in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite.
| Messung | |
|---|---|
| Messgrösse | Neigung als Nick- und Rollwinkel |
| Genauigkeit | 0.3° |
| Zusatzfunktionen | Winkelalarm, Aufzeichnung im Gerät |
| Mobilfunk | |
| Modul | Quectel BC660K-GL |
| Bänder | B1, B2, B3, B4, B5, B8, B12, B13, B17, B18, B19, B20, B25, B28, B66, B70, B85 |
| Protokolle | MQTT, MQTT über TLS, UDP, TCP oder CoAP |
| SIM | Nano-SIM, optional ab Werk eingebaut |
| Konfiguration | Bluetooth, Firmware-Aktualisierung über Funk |
| Stromversorgung | |
| Batterie | 8500 mAh Lithium-Thionylchlorid, nicht wiederaufladbar |
| Selbstentladung | unter 1 % pro Jahr bei 25 °C |
| Ruhestrom | 10 µA bei 3.3 V |
| Strom | dauernd bis 130 mA, Spitze 2 A für 1 Sekunde |
| Versorgungsspannung | 2.5 … 3.6 V |
| Umgebung | |
| Schutzart | IP66 |
| Betriebstemperatur | −40 … 85 °C |
| Antenne | extern, im Lieferumfang |
Unterstützung und Zubehör
Für den Betrieb brauchst du eine NB-IoT-fähige SIM-Karte; welcher Anbieter am Standort trägt, ist die erste Frage — nicht jedes Netz ist überall verfügbar. Datenblatt, Handbuch und die Konformitätsunterlagen liegen im Reiter „Dokumente». Sag uns, was du überwachen willst und wie viele Punkte es sind — dann sagen wir dir auch, ob NB-IoT oder LoRaWAN für deinen Fall die günstigere Rechnung ergibt; für Auslegung, Befestigungskonzept und Inbetriebnahme erstellen wir dir gern ein Angebot.


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