Der Milesight UC300 ist das Bindeglied zwischen einer bestehenden Anlage und einem LoRaWAN-Netz. Er nimmt auf, was in der Anlage ohnehin verdrahtet ist — Schaltkontakte, Impulszähler, Stromschleifen, Spannungssignale, Widerstandsthermometer und Modbus-Geräte — und bringt es funkbasiert nach draussen. In die Gegenrichtung schaltet er zwei Relais. Sein eigentlicher Trick ist, dass er auch ohne Netz weiterarbeitet: Wenn-dann-Regeln laufen im Gerät, und bei einem Funkausfall speichert er die Messwerte und liefert sie nach. Damit lässt sich eine Altanlage überwachen, ohne eine Steuerung zu ersetzen oder eine Leitung zu ziehen.
- 4 DI · 2 DOEingänge und Relais
- 4 Analog2 × 4-20 mA, 2 × 0-10 V
- 2 × PT100−200 … 800 °C
- 32 RegisterModbus RTU über RS485
- 5 … 24 VDCoder 5 V über USB-C
Was den UC300 im Schaltschrank auszeichnet
- Er nimmt alle gängigen Signalarten: Potentialfreie Kontakte, Impulsgeber, Stromschleifen, Spannungssignale, Widerstandsthermometer und Modbus liegen üblicherweise in einer gewachsenen Anlage nebeneinander. Statt für jede Signalart ein eigenes Funkmodul zu setzen, klemmt hier alles an ein Gerät — das spart nicht nur Geld, sondern vor allem Platz auf der Hutschiene.
- Wenn-dann-Regeln laufen im Gerät: Schwellwert überschritten, Relais schaltet, Meldung geht raus — auch dann, wenn das Gateway gerade nicht erreichbar ist. Eine Regelung, die von der Funkstrecke abhängt, ist keine Regelung; hier ist die Entkopplung ausdrücklich vorgesehen.
- Messwerte gehen bei Funkausfall nicht verloren: Das Gerät speichert und liefert nach. Für eine Auswertung, die auf lückenlose Reihen angewiesen ist — Verbrauchsabrechnung, Nachweisführung — ist das der Unterschied zwischen brauchbar und wertlos.
- Impulszählung bis 4 kHz: Damit sind auch schnelle Durchfluss- und Energiezähler abgedeckt, nicht nur der Reedkontakt am Wasserzähler, der einmal pro Liter schliesst.
- Die Digitaleingänge sind optisch getrennt: Die Anlage und die Elektronik teilen sich keine Masse. In einer Umgebung mit Schützen, Frequenzumrichtern und langen Leitungen ist das der Unterschied zwischen einem Gerät, das jahrelang läuft, und einem, das nach dem dritten Gewitter taub ist.
- Direkter Funk zwischen zwei Geräten: Milesight D2D lässt einen Sensor unmittelbar einen Aktor schalten, ohne den Umweg über Gateway und Server. Für eine einfache Ein-Aus-Kopplung — Lüfter bei Feuchte, Pumpe bei Füllstand — spart das die halbe Kette und reagiert schneller.
- Relais mit echtem Wechsler: Drei Ampere bei 30 V Gleichspannung oder 250 V Wechselspannung, als Umschaltkontakt. Damit lässt sich ein Schütz direkt ansteuern, ohne Koppelrelais davor.
- Metallgehäuse mit Wachhund: Ein interner Wachhund startet das Gerät nach einer Softwarestörung selbst neu. Bei einem Gerät, das in einem verschlossenen Schaltschrank in einem entfernten Gebäude sitzt, ist das der Unterschied zwischen einer Störung und einer Anfahrt.
- Konfiguration über USB-C, ohne Software auf dem Gerät: Einstellungen lassen sich am Notebook vornehmen — und später aus der Ferne per Downlink ändern, ohne den Schaltschrank wieder zu öffnen.
Wo er eingesetzt wird
- Bestandsanlagen nachrüsten: Eine Heizung, ein Kompressor oder eine Pumpe von 2005 hat keine Schnittstelle nach oben, aber Meldekontakte und ein Manometer mit Stromausgang. Genau daran klemmt der UC300.
- Zähler fernauslesen: Wasser, Strom, Gas und Wärme über Impuls oder Modbus, ohne Verkabelung zur Leitwarte.
- Temperaturen in Technikräumen: Zwei PT100 decken einen weiten Bereich ab — vom Kühlraum bis zur Vorlaufleitung.
- Störmeldungen sammeln: Vier potentialfreie Kontakte reichen für die Sammelstörung mehrerer Anlagen; die Meldung geht raus, sobald einer fällt.
- Fernschalten ohne Steuerung: Zwei Relais für Freigabe, Umschaltung oder Quittierung, gesteuert aus der Anwendung oder direkt von einem anderen Milesight-Gerät.
- Modbus-Geräte einsammeln: Wechselrichter, Klimageräte und Kompaktwetterstationen sprechen Modbus RTU — der UC300 fragt bis zu 32 Register ab und schickt sie ins Netz.
- Gebäudeautomation ohne Buskabel: Dort, wo eine Busleitung durch Brandabschnitte oder gemietete Flächen müsste, ersetzt LoRaWAN das Kabel.
- Grosse Rollouts: Bei fünfzig Liegenschaften zählt, dass ein Gerätetyp alle Signalarten abdeckt — eine Ersatzteilnummer, eine Konfigurationsvorlage, eine Schulung.
Damit ist die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Auslegung, Verdrahtung und Integration.
Was die Auflösung praktisch bedeutet
Die Analogeingänge lösen mit zwölf Bit auf, also in 4096 Stufen. Auf den Bereich von 4 bis 20 Milliampere gerechnet sind das rund vier Mikroampere je Stufe — die Auflösung ist damit nicht die begrenzende Grösse. Begrenzend ist die Genauigkeit, und die liegt bei diesen Eingängen deutlich darüber. Das ist kein Widerspruch, sondern der übliche Unterschied zwischen „wie fein kann das Gerät unterscheiden» und „wie nah liegt der Wert an der Wahrheit».
Einordnung aus der Anwendungspraxis, keine Herstellerangabe: Für eine Stromschleife über längere Strecken ist die Genauigkeit des Eingangs oft ohnehin nicht das Problem. Der Bürdewiderstand, die Leitungslänge und die Frage, ob der Aufnehmer zwei- oder dreiadrig gespeist wird, bestimmen das Ergebnis mit. Wer eine belastbare Messung braucht, kalibriert die Kette einmal komplett — Aufnehmer, Leitung, Eingang — statt sich auf Datenblattwerte einzelner Glieder zu verlassen. Bei den PT100-Eingängen gilt dasselbe für die Anschlussart: Zweileiter misst den Leitungswiderstand mit, Dreileiter kompensiert ihn. Bei zwanzig Metern Fühlerleitung sind das leicht zwei Grad Unterschied.
Anbindung und Betrieb
Das Gerät meldet sich als LoRaWAN-Endgerät der Klasse C an — es hört also dauerhaft mit und kann jederzeit einen Schaltbefehl empfangen, was bei einem Aktor der Sinn der Sache ist. Klasse C setzt allerdings eine dauerhafte Speisung voraus; das ist der Grund, warum batteriebetriebene Sensoren diese Klasse nicht verwenden. Anmeldung wahlweise über OTAA oder ABP, kompatibel mit gewöhnlichen Gateways und Netzservern.
Konfiguriert wird über USB-C mit dem Werkzeug des Herstellers oder aus der Ferne per Downlink. Wer eine grössere Zahl Geräte in Betrieb nimmt, legt die Konfiguration einmal an und überträgt sie — das ist der Teil, der bei fünfzig Geräten über den Aufwand entscheidet.
Einbau
Das Gehäuse misst 93 × 70 × 22 Millimeter ohne den Antennenanschluss und wiegt gut 140 Gramm. Es lässt sich auf die Hutschiene setzen, an die Wand schrauben oder einfach hinstellen. Die Zeichnung zeigt die Bauform mit den seitlichen Befestigungsbohrungen und dem Antennenanschluss auf der Oberseite.

Zwei Punkte aus der Praxis. Erstens die Antenne: Sie sitzt oben und gehört aus dem Schaltschrank heraus. Ein Metallschrank ist ein wirksamer Faradayscher Käfig — wer die Antenne drinnen lässt, wundert sich über Reichweiten von wenigen Metern. Zweitens die Speisung: Der Anschluss ist gegen Verpolung und Überspannung geschützt, was in einer Anlage mit induktiven Lasten kein Luxus ist. Trotzdem gehört die Speisung auf einen eigenen Abgang und nicht auf dieselbe Klemme wie das Schütz.
Technische Daten
Die allgemeinen Produktdaten — Schutzart, Gehäuse, Masse, Temperaturbereich, Marke — findest du in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite.
| Digitale Ein- und Ausgänge | |
|---|---|
| Digitaleingänge | 4, optisch getrennt, 3 … 24 VDC; als Eingang oder Impulszähler bis 4000 Hz |
| Relaisausgänge | 2 Wechsler, max. 3 A bei 30 VDC oder 250 VAC |
| Analoge Eingänge | |
| Strom und Spannung | 2 × 4-20 mA, 2 × 0-10 V; 12 bit; Genauigkeit ± 5 % (Strom) und ± 1 % (Spannung) |
| Widerstandsthermometer | 2 × PT100, Zwei- oder Dreileiter, 12 bit, −200 … 800 °C |
| Serielle Schnittstellen | |
| Anschlüsse | 1 × RS232 (transparent), 1 × RS485 (transparent oder Modbus RTU) |
| Übertragungsrate | 1200 … 115200 bit/s |
| Modbus | bis 32 Register, bis 32 Geräte |
| Funk | |
| Frequenz | EU868 — das ist die Version, die du hier bestellst |
| Sendeleistung | 16 dBm bei 868 MHz |
| Empfindlichkeit | −137 dBm bei 300 bit/s |
| Betriebsart | OTAA oder ABP, Klasse C; zusätzlich Milesight D2D |
| Antennenanschluss | SMA, 50 Ω |
| Weiteres | |
| Konfiguration | USB-C oder Downlink |
| Anzeigen | zwei Leuchtdioden (System, Aktivität) |
| Speisungsanschluss | 2-polige Klemme, verpolungs- und überspannungsgeschützt |
Die UC-Reihe im Vergleich
Milesight führt mehrere Steuergeräte mit ähnlicher Aufgabe. Der Unterschied liegt weniger in der Funktion als in Schutzart und Stromversorgung.
| Modell und Einsatzbereich | |
|---|---|
| UC300 | die grösste Anschlussvielfalt, Metallgehäuse IP30, dauerhafte Speisung — für den Schaltschrank |
| UC501 | wasserdicht, batteriebetrieben — für Messstellen ohne Netzanschluss |
| UC502 | wie UC501, andere Anschlussbestückung |
| UC300 mit Mobilfunk | dasselbe Gerät mit 4G statt LoRaWAN, für Standorte ohne Gateway — auf Anfrage |
Unterstützung und Zubehör
Für den Betrieb braucht es ein LoRaWAN-Netz; wenn du keines hast, ist das RAK7268CV2 unser meistverkauftes Gateway für innen. Datenblatt und Bedienungsanleitung liegen im Reiter „Dokumente». Sag uns, welche Signale in deiner Anlage anliegen — welcher Eingang wofür taugt, klären wir gern vorab; für Auslegung, Vorkonfiguration in Stückzahl und Inbetriebnahme erstellen wir dir ein Angebot.


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