Der Ingics iBS03R misst berührungslos, wie weit ein Gegenstand entfernt ist, und funkt den Wert als Bluetooth-Meldung in die Umgebung. Das klingt unscheinbar, löst aber ein alltägliches Problem: Wie voll ist der Abfallbehälter, wie viel Seife ist noch im Spender, steht die Palette am Platz? Statt eines Füllstandsschalters mit Mechanik sitzt hier ein Laufzeitsensor, der über den Inhalt hinweg misst — ohne Kontakt, ohne bewegliche Teile, in einem Gehäuse von der Grösse eines Feuerzeugs. Er braucht kein Netzteil und keine Verkabelung, sondern eine Knopfzelle und ein Bluetooth-Gateway in Reichweite.
- 40 … 3000 mmMessbereich im Fernmodus
- ± 25 mmMessfehler
- 27°Öffnungswinkel
- 1.6 … 2.6 Jahremit einer CR2450, 60-s-Takt
- 43 × 43 × 16.5 mmIP67, Fall aus 1.5 m
Was den iBS03R für die Füllstandsmessung brauchbar macht
- Laufzeitmessung statt Ultraschall: Der Sensor sendet einen Infrarotpuls und misst, wie lange das Licht bis zum Gegenstand und zurück braucht. Anders als Ultraschall stört ihn kein Luftzug und keine Temperaturschichtung, und er hat einen schmalen Messkegel statt einer breiten Schallkeule — in einem engen Behälter misst er den Inhalt und nicht die Wand.
- Zwei Betriebsarten, bewusst gewählt: Der Nahmodus reicht bis 1.3 Meter, verbraucht weniger Strom und ist gegen Fremdlicht deutlich unempfindlicher; der Fernmodus verdreifacht die Reichweite. Voreingestellt ist der Nahmodus — für den Papierhandtuchspender die richtige Wahl, während der Abfallcontainer den Fernmodus braucht.
- Ein enger Öffnungswinkel ist hier ein Vorteil: 27 Grad heissen, dass der Sensor auf einen Meter Distanz eine Fläche von rund einem halben Meter Durchmesser sieht. Für die Füllstandsmessung ist das gewollt — ein breiterer Kegel würde die Behälterwand erfassen und immer denselben Wert melden.
- Bluetooth 5 mit Coded PHY: Die reichweitenoptimierte Betriebsart holt aus derselben Sendeleistung mehr Strecke heraus. Über hundert Meter im Freien sind damit möglich — in einem Gebäude entscheidet die Bauweise, aber ein Gateway pro Stockwerk reicht in der Regel für eine ganze Etage voller Sensoren.
- Der Stromverbrauch ist gerechnet, nicht behauptet: Im Nahmodus zieht das Gerät durchschnittlich 17.9 Mikroampere, im Fernmodus 24.9. Der Hersteller rechnet daraus die Standzeit und legt offen, dass er nur die Hälfte bis vier Fünftel der Zellenkapazität ansetzt — eine ehrliche Rechnung, die man bei Standzeitangaben selten findet.
- Der Messtakt hängt am Sendetakt: Gemessen wird halb so oft wie gesendet, mindestens aber alle zehn Sekunden. Wer den Sendetakt streckt, um Batterie zu sparen, streckt automatisch auch die Messung — es gibt keine stille Reserve, die im Hintergrund Strom zieht.
- IP67 und Fallschutz aus 1.5 Metern: Das Gerät sitzt oft an Stellen, die feucht gewischt werden oder an denen es beim Leeren des Behälters herunterfällt. Beides ist eingeplant.
- Der Ein-Aus-Schalter sitzt innen: Er lässt sich nicht versehentlich betätigen, und für den Transport oder das Lager kann das Gerät stromlos gelegt werden, ohne die Batterie zu entnehmen.
- Konfiguration über eine App: Sendetakt, Betriebsart und Sendeleistung werden über Bluetooth eingestellt — ohne das Gehäuse zu öffnen und ohne Programmiergerät.
Wo er eingesetzt wird
- Abfall- und Wertstoffbehälter: Der Füllstand entscheidet über die Leerungstour. Wer nur volle Behälter anfährt, spart die Hälfte der Fahrten — und findet keinen überquellenden Container mehr vor.
- Spender für Seife und Desinfektionsmittel: Nachfüllen, bevor der Spender leer ist, statt nach der Reklamation. In Spitälern und Heimen ist das ein Hygienethema, kein Komfortthema.
- Papierhandtücher und Toilettenpapier: Der Klassiker im Gebäudeunterhalt — die Reinigungsrunde wird nach Bedarf geplant statt nach Stundenplan.
- Bestandsführung im Lager: Über einem Behälter oder einer Palettenstellung montiert meldet der Sensor, wenn der Stapel unter eine Höhe fällt. Für Kleinteile mit Kanban-Prinzip reicht das oft schon als Nachbestellsignal.
- Schüttgut in offenen Behältern: Granulat, Späne, Streusalz — überall dort, wo eine mechanische Füllstandsmessung im Material verklemmt.
- Platzbelegung erkennen: Statt einer Distanz auszuwerten reicht oft die Frage „ist da etwas oder nicht» — an einer Rampe, einem Abstellplatz oder einer Werkbank.
- Zustandsüberwachung im Bestand ohne Verkabelung: In Gebäuden, in denen keine Leitung gezogen werden darf, ist eine Knopfzelle und ein Gateway pro Etage der ganze Aufwand.
- Grosse Rollouts: Bei hunderten Behältern zählt nicht der Stückpreis des Sensors, sondern der Aufwand pro Gerät bei Montage und Batteriewechsel. Beides ist hier klein: aufkleben, App-Einstellung, alle zwei Jahre Zelle tauschen.
Damit ist die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Auslegung, Montage und Anbindung.
Was die Messgenauigkeit praktisch bedeutet
Der angegebene Fehler von 25 Millimetern stammt aus der Spezifikation des verbauten Laufzeitsensors und gilt unter Laborbedingungen: ein Blatt Papier als Ziel, senkrecht angestrahlt, bei Bürolicht und Raumtemperatur. Für die Füllstandsmessung ist das völlig ausreichend — bei einem Behälter von einem Meter Höhe entspricht das zweieinhalb Prozent. Für eine Pegelmessung, bei der es auf Millimeter ankommt, ist es das nicht.
Interessanter als der Fehler ist das Verhalten am Rand des Messkegels. Der Hersteller hat das durchgemessen: Bei sieben Zentimetern Abstand und einem Ziel, das um fünfzehn Grad aus der Achse liegt, weicht der gemeldete Wert um rund acht Zentimeter nach oben ab. Das ist kein Defekt, sondern Geometrie — der schräg getroffene Rand ist tatsächlich weiter weg. Für die Praxis heisst das: senkrecht über die Mitte des Behälters montieren, nicht schräg in die Ecke.
Einordnung aus der Anwendungspraxis, keine Herstellerangabe: Eine Distanz ist noch kein Füllstand. Aus dem gemessenen Abstand wird erst dann eine Prozentzahl, wenn Behälterhöhe und Montageabstand bekannt sind — und diese Umrechnung gehört auf die Auswertungsseite, nicht in den Sensor. Praktisch bewährt hat sich, den leeren und den vollen Zustand einmal einzumessen und die Grenzwerte daraus abzuleiten, statt sie aus dem Datenblatt des Behälters zu rechnen. Schrägen, Deckel und Innenkanten verschieben die Werte sonst zuverlässig.
Batterie und Betriebsaufwand
| Mittlerer Strom und Standzeit bei 60 Sekunden Sendetakt | |
|---|---|
| Nahmodus (bis 1.3 m) | 17.87 µA — 1.6 bis 2.6 Jahre |
| Fernmodus (bis 3 m) | 24.9 µA — 1.4 bis 2.4 Jahre |
Für die Projektplanung heisst das: Bei zweijährigem Wechselintervall und hundert Sensoren fallen rund vier Batteriewechsel pro Woche an, wenn man sie über das Jahr verteilt. Wer die Geräte in einem Rutsch in Betrieb nimmt, bekommt sie auch in einem Rutsch zurück — es lohnt sich, den Wechsel gleich in die ohnehin geplante Reinigungsrunde zu legen. Die Standzeit hängt am Sendetakt: Wer statt jeder Minute nur alle fünf Minuten sendet, verlängert sie erheblich, verliert aber die Fähigkeit, kurze Ereignisse zu sehen.
Anbindung und Datenformat
Der Sensor sendet keine Verbindung, sondern eine Rundmeldung — jeder Empfänger in Reichweite kann sie mitlesen. Im herstellerdefinierten Teil der Meldung stehen Herstellerkennung, Gerätetyp, Batteriespannung, ein Statusbyte und zwei Sensorfelder; die gemessene Distanz steht in einem davon. Ein Gateway nimmt die Meldungen auf und leitet sie über Mobilfunk oder Netzwerk weiter. Das Format ist im Dokument „Payload» des Herstellers vollständig beschrieben und liegt im Reiter „Dokumente» — wer die Daten selbst auswertet, kommt ohne Bibliothek des Herstellers aus.
Die mitgesendete Batteriespannung ist der wichtigste Nebenwert: Sie erlaubt, den Wechsel zu planen, statt auf den Ausfall zu warten. In einer Auswertung mit hundert Geräten ist eine Liste nach Spannung sortiert das nützlichste Bild, das man bauen kann.
Montage
Das Gehäuse misst 43 × 43 Millimeter bei 16.5 Millimetern Höhe. Die Sensoröffnung sitzt auf der Oberseite — montiert wird das Gerät also mit dem Sensor nach unten, üblicherweise unter dem Deckel des Behälters.

Drei Punkte aus der Praxis. Erstens die Ausrichtung: senkrecht über die Mitte, nicht schräg — siehe die Messwerte am Kegelrand weiter oben. Zweitens die Sichtlinie: Der Deckelrand, ein Scharnier oder ein Abfallsack, der sich hochwölbt, wird als Ziel gemessen; der Sensor braucht freie Sicht auf den Inhalt. Drittens die Verschmutzung: Auf der Sensoröffnung setzt sich mit der Zeit Staub oder Spritzer ab, und der Sensor meldet dann eine zu kurze Distanz. Ein Wisch bei der Reinigungsrunde genügt, aber er muss eingeplant sein.
Technische Daten
Die allgemeinen Produktdaten — Schutzart, Batterie, Masse, Temperaturbereich, Marke — findest du in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite.
| Messung | |
|---|---|
| Verfahren | Infrarot-Laufzeitmessung |
| Bereich Nahmodus | 40 … 1300 mm, auch bei Fremdlicht |
| Bereich Fernmodus | 40 … 3000 mm im Dunkeln, 2900 mm bei Bürolicht, 730 mm bei direkter Sonne durch ein Fenster |
| Messtakt | halber Sendetakt, mindestens 10 s |
| Funk | |
| Standard | Bluetooth 4.2 und Bluetooth 5 mit Coded PHY |
| Frequenzband | 2.400 … 2.483 GHz |
| Sendeleistung | max. +5 dBm |
| Antenne | auf der Leiterplatte |
| Reichweite | über 100 m im Freifeld |
| Sendetakt | 100 ms bis 60 min, ab Werk 60 s |
| Weiteres | |
| Rechner | ARM Cortex-M3 |
| Fallschutz | 1.5 m |
| Zulassungen | CE, FCC, IC, TELEC |
| Konfiguration | App des Herstellers über Bluetooth |
Die iBS03-Reihe
Der iBS03R ist die Ausführung mit Laufzeitsensor. Die Baureihe umfasst weitere Ausführungen im selben Gehäuse — mit Reedkontakt für Tür- und Deckelüberwachung, mit Temperatur- und Feuchtefühler, mit Beschleunigungssensor oder mit Wassermelder. Wir führen aus dieser Reihe derzeit den iBS03R; die übrigen beschaffen wir auf Anfrage.
Unterstützung und Zubehör
Damit die Messwerte irgendwo ankommen, braucht es einen Empfänger — ein Bluetooth-Gateway mit Mobilfunk nimmt die Meldungen auf und schickt sie weiter, auch dort, wo kein Netzwerk liegt. Datenblatt, Payload-Beschreibung und Bedienungsanleitung liegen im Reiter „Dokumente». Ob dein Behälter für den Nah- oder den Fernmodus spricht und wo der Sensor sitzen sollte, klären wir gern vorab; wenn es um viele Standorte, die Anbindung an eure Auswertung oder die Vorkonfiguration in Stückzahl geht, erstellen wir dir dafür ein Angebot.

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