Das RAK9155 Battery Plus versorgt ein LoRaWAN-Gateway dort, wo keine Steckdose ist — auf einem Silo, einem Mast, einer Alp. Es ist kein blosser Akku, sondern ein vollständiges System: Lithium-Eisenphosphat-Zellen, Batteriemanagement, Solarladeregler und, für unsere Breiten entscheidend, eine eingebaute Heizung. Lithium-Eisenphosphat darf unter null Grad nämlich nicht geladen werden; ohne Heizung steht eine Solaranlage im Schweizer Winter genau dann still, wenn die Sonne endlich scheint. Der Ladezustand wird über eine serielle Leitung an das Gateway gemeldet und erscheint dort in der Bedienoberfläche.
- 50 Ah · 640 WhLithium-Eisenphosphat
- über 5 TageGateway-Betrieb ohne Sonne
- Laden unter 0 °Cdank eingebauter Heizung
- über 10 Jahrebei einem Zyklus pro Tag
- 8 kg · IP65von einer Person montierbar
Was das Battery Plus von einem Akku mit Laderegler unterscheidet
- Die Heizung ist der eigentliche Grund, es zu kaufen: Lithium-Eisenphosphat nimmt unterhalb von null Grad keine Ladung an — wer es trotzdem versucht, zerstört die Zellen dauerhaft. Übliche Solaranlagen sperren deshalb im Winter das Laden. Hier heizt eine Folie die Zellen vor, gespeist aus dem Solarertrag, und die Anlage lädt weiter, während sie andernorts steht.
- Der Laderegler sitzt schon drin: Ein Solarladeregler mit Maximalleistungsverfolgung ist Teil des Geräts. Das Modul wird direkt angeschlossen — kein zweites Gehäuse, keine zusätzliche Verkabelung, keine Frage, ob Regler und Batterie zusammenpassen.
- Zwei Solareingänge: Einer wird belegt, der zweite ist optional. Bei zwei Modulen mit unterschiedlicher Ausrichtung — eines nach Südost, eines nach Südwest — verteilt sich der Ertrag über den Tag, statt sich mittags zu drängen. In Tallagen mit früher Beschattung ist das mehr wert als ein grösseres Modul.
- Der Ladezustand landet im Gateway: Über eine serielle Leitung meldet das Batteriemanagement Spannung, Ladezustand und Temperatur an das Gateway; sichtbar wird das in dessen Bedienoberfläche und in der Fernverwaltung. Damit sieht man den beginnenden Ausfall Wochen vorher — statt vor einem stummen Standort zu stehen.
- Lithium-Eisenphosphat statt Blei: Über zehn Jahre Standzeit bei einem Zyklus pro Tag, und die volle Kapazität ist nutzbar. Ein Bleiakku, den man regelmässig tief entlädt, ist nach zwei Wintern hin — und damit teurer, obwohl er in der Anschaffung günstiger aussieht.
- Acht Kilogramm, nicht dreissig: Eine Person trägt das Gerät auf ein Flachdach oder an einen Mast. Wer schon einmal einen Bleiblock zu zweit über eine Leiter gehoben hat, kennt den Unterschied.
- IP65 und schwer entflammbares Gehäuse: Das Gerät hängt draussen, ohne Schrank darum herum, und das Gehäuse erfüllt eine der strengeren Brandschutzklassen für Kunststoffe.
- Schutzschaltungen an jeder Stelle: Das Batteriemanagement trennt Laden und Entladen getrennt voneinander ab, und ein Verpolungsschutz sitzt im Ladeweg. Bei einer Anlage, die jahrelang unbeaufsichtigt läuft, entscheidet genau das über die Lebensdauer.
Wo es eingesetzt wird
- Gateways ohne Netzanschluss: Der Hauptfall — ein Mast, ein Silo, ein Wasserreservoir, ein Aussichtspunkt mit guter Funklage und ohne Strom.
- Abdeckung in der Landwirtschaft: Ein Gateway auf dem Betrieb erreicht die Sensoren auf den Feldern; die Speisung ist meist das schwierigere Problem als der Funk.
- Baustellen und temporäre Anlagen: Aufstellen, ausrichten, laufen lassen — und nach Projektende wieder mitnehmen.
- Notversorgung an unsicherem Netz: Auch mit Netzanschluss trägt der Speicher das Gateway über Ausfälle hinweg, statt es bei jedem Unterbruch neu starten zu lassen.
- Alp- und Berggebiete: Genau dort, wo die Heizung den Unterschied macht — kalt und trotzdem sonnig.
- Umwelt- und Gewässerüberwachung: Messstellen liegen selten am Stromnetz, und die Datenreihe soll auch im Januar weiterlaufen.
- Grosse Rollouts: Wenn zwanzig Gateways autark laufen sollen, zählt die Fernüberwachung des Ladezustands — sonst wird jeder Standort einzeln zur Anfahrt.
Damit ist die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Auslegung und Anschluss.
Wie das System innen aufgebaut ist
Das Blockschaltbild zeigt, warum das Gerät mehr ist als ein Akku im Kasten: Zwischen Zellen und Anschlussklemmen sitzen Batteriemanagement, getrennte Schalter für Laden und Entladen, ein Verpolungsschutz, die Ansteuerung der Heizfolie und der Solarladeregler mit Maximalleistungsverfolgung.

Praktisch bedeutet das: Der Solarertrag geht zuerst an den Regler, von dort wahlweise in die Heizung oder in die Zellen; das Gateway hängt am Lastausgang und bekommt seine Spannung aus derselben Quelle. Die serielle Leitung läuft parallel dazu und trägt nur Messwerte. Bei der Montage lohnt es sich, diese Reihenfolge im Kopf zu haben — wer die Last direkt an die Zellen legt, umgeht Schutzschaltung und Abschaltschwelle.
Auslegung in der Praxis
Einordnung aus der Anwendungspraxis, keine Herstellerangabe: Für die Schweiz ist nicht der Sommer die Bemessungsgrundlage, sondern der Dezember. Ein nach Süden geneigtes Modul liefert hier im Hochwinter einen Bruchteil des Sommerertrags, und an Nebeltagen im Mittelland fast nichts. Wer den Standort nach dem Sommerertrag auslegt, holt die Anlage im Januar herunter. Bewährt hat sich, das Modul steiler zu stellen als für den Jahresertrag optimal — das bringt im Winter mehr und lässt Schnee abrutschen — und die Autonomiereserve nicht auf die letzten fünf Tage zu rechnen, sondern auf eine Woche.
Der zweite Punkt ist die Beschattung. Ein Mast, ein Kamin oder ein Baum, der im Sommer harmlos wirkt, wirft im Winter bei tiefem Sonnenstand einen langen Schatten. Weil die Anlage genau dann am wenigsten Reserve hat, ist ein sonniger Standort im Dezember wichtiger als eine perfekte Ausrichtung im Juni.
Technische Daten
Die allgemeinen Produktdaten — Schutzart, Masse, Gewicht, Marke — findest du in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite.
| Speicher | |
|---|---|
| Zelltechnik | Lithium-Eisenphosphat, 4 Zellen in Reihe |
| Kapazität | 50 Ah, 640 Wh |
| Spannungsbereich | 10 … 14.6 V |
| Nutzbarer Ladezustand | 0 … 100 % |
| Erwartete Standzeit | über 10 Jahre bei einem Zyklus pro Tag bei 25 °C |
| Laden und Entladen | |
| Ladestrom | 8 A regulär, max. 10 A |
| Entladestrom | 8 A regulär, max. 10 A |
| Ladetemperatur | 0 … 45 °C Zelltemperatur, mit Heizung auch bei Frost |
| Entladetemperatur | −20 … 65 °C Zelltemperatur |
| Anschlüsse | |
| Solareingänge | 2 (einer belegt, einer optional) |
| Lastausgang | 1 |
| Datenleitung | RS485 zum Gateway |
| Mechanik und Umgebung | |
| Abmessungen | 499 × 280 × 75 mm |
| Gewicht | rund 8 kg |
| Gehäuse | schwer entflammbar nach UL94 5VA |
| Lagertemperatur | −20 … 50 °C, über drei Monate bei 25 °C |
| Luftfeuchtigkeit | 20 … 80 % rF |
Passende Gateways
Das System ist für die WisGate-Gateways für aussen entwickelt; dort erscheint auch die Statusmeldung in der Bedienoberfläche.
| Gateway und Eignung | |
|---|---|
| RAK7240CV2 Edge Prime | unser Aussengateway, Speisung über Gleichspannung — die naheliegende Kombination |
| RAK7267 Soho Pro | wetterfest, 9 bis 36 V — läuft ebenfalls am Lastausgang |
| Fremdgeräte mit 12-V-Eingang | elektrisch möglich, aber ohne Statusmeldung ins Gateway |
Unterstützung und Zubehör
Das Datenblatt des Herstellers liegt im Reiter „Dokumente». Ein Solarmodul und dessen Halterung gehören dazu und sind getrennt zu beschaffen — welche Modulgrösse dein Standort braucht, hängt an Ausrichtung, Beschattung und daran, was am Gateway noch hängt. Frag uns, welches Gateway zu welchem Speicher passt; für die Auslegung der Solaranlage, die Montage und die Inbetriebnahme vor Ort erstellen wir dir ein Angebot.





Rezensionen
Es gibt noch keine Rezensionen.