Der Decentlab DL-PR36 misst den Pegel in Grundwasser, Brunnen und Behältern — und zwar genauer, als es für diese Geräteklasse üblich ist. Die Sonde hängt an einem Kabel im Pegelrohr und bestimmt über den Wasserdruck die Höhe der Wassersäule darüber; zusätzlich misst sie die Temperatur. Entscheidend ist die Fehlergrenze: Über den gesamten Messbereich bleibt die Abweichung unter einem Promille vom Endwert. Wer Pegelverläufe über Jahre auswertet oder Zahlen gegenüber einer Behörde vertreten muss, braucht genau diese Qualität. Gebaut von Decentlab in Dübendorf, gemeldet über LoRaWAN, versorgt aus zwei Batterien über rund zehn Jahre.
- ±0.1 %Gesamtfehlerband vom Endwert
- 1.22 mmAuflösung der Wassersäule
- ±0.1 °CGenauigkeit der Temperatur
- 10.2 JahreBatterielaufzeit im 10-Minuten-Takt
- 22 mmDurchmesser der Sonde
Was den DL-PR36 auszeichnet
- Die Genauigkeit ist das ganze Argument: Linearität besser als ±0.02 % und ein Gesamtfehlerband unter ±0.1 % vom Endwert. Beim Standardbereich bedeutet das rund einen Zentimeter über zehn Meter Wassersäule. Ein Sensor der üblichen Klasse liegt beim Fünffachen davon — und genau dieser Unterschied entscheidet, ob ein Pegeltrend über Jahre auswertbar ist oder im Rauschen verschwindet.
- Auflösung im Millimeterbereich: 1.22 mm Wassersäule je Schritt. Damit werden Vorgänge sichtbar, die ein gröber auflösender Sensor gar nicht erst abbildet — etwa die tägliche Schwankung in einem Grundwasserleiter oder der langsame Wiederanstieg nach einer Entnahme.
- Die Temperatur ist keine Beigabe: ±0.1 °C über −40 bis +125 °C. Das ist nicht nur ein zweiter Messwert, sondern geht in die Dichte des Wassers ein; ohne brauchbare Temperatur ist eine hochgenaue Druckmessung nur halb so viel wert.
- Kabel bis in grosse Tiefen: Während vergleichbare Geräte bei zehn Metern enden, lässt sich hier bis weit über hundert Meter gehen. Das ist der Grund, warum dieser Sensor in tiefen Grundwassermessstellen eingesetzt wird, wo die günstigere Bauart ausscheidet.
- Sie meldet selbst, und zwar jahrelang: Zwei Batterien der Baugrösse C tragen das Gerät bei einem Messintervall von zehn Minuten über zehn Jahre. Bei einer Messstelle im Feld ist der Batteriewechsel der teuerste Posten im Betrieb — hier entfällt er fast vollständig.
- Für draussen gebaut: Das Gehäuse aus Polycarbonat ist nach IP67 dicht, schlagfest und UV-beständig. Es steht neben dem Pegelrohr und bleibt dort über Jahre.
- Offenes Funkprotokoll: LoRaWAN Klasse A mit AES-128, Betrieb im öffentlichen Netz oder auf einem eigenen Gateway. Keine Bindung an eine Plattform des Herstellers.
- Schweizer Fertigung: Entwickelt und gebaut von Decentlab in Dübendorf — kurze Wege bei Fragen zur Auslegung und bei kundenspezifischen Kabellängen.
Wo er eingesetzt wird
- Grundwasserstandsmessung: Der Hauptfall. Dauerhafte Überwachung in Messstellen, mit einer Genauigkeit, die auch für die Beweisführung taugt.
- Brunnen und Quellfassungen: Ergiebigkeit und Absenkung verfolgen, ohne regelmässig vor Ort zu messen.
- Oberflächengewässer: Pegel in Bächen, Weihern und Rückhaltebecken.
- Baugrubenentwässerung: Nachweis, dass die Absenkung im bewilligten Rahmen bleibt — hier zählt die belegbare Zahl, nicht der Richtwert.
- Reservoire und Behälter: Füllstand in Trinkwasserreservoiren, Zisternen und Prozessbehältern.
- Altlasten und Deponien: Langzeitüberwachung, bei der Messreihen über Jahre vergleichbar bleiben müssen.
- Nachweis gegenüber Behörden: Überall dort, wo eine Zahl nicht nur plausibel, sondern vertretbar sein muss.
Damit hast du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Auslegung und Einbau.
Was „±0.1 % vom Endwert» praktisch bedeutet
Die Fehlerangabe bezieht sich auf den Endwert des Messbereichs, nicht auf den gerade gemessenen Wert. Beim Standardbereich von einem bar sind zehn Meter der Endwert; ein Promille davon ist ein Zentimeter. Diese Zahl gilt über den ganzen Bereich — auch wenn gerade nur ein Meter Wasser über der Sonde steht. Das ist der Grund, warum man den Messbereich nicht grosszügig wählt: Ein Sensor mit 10 bar hätte an derselben Messstelle ein Fehlerband von zehn Zentimetern, obwohl er dieselbe Güteklasse hat. Der kleinste Bereich, der die erwartete Wassersäule sicher abdeckt, ist der genaueste.
Der Unterschied zum günstigeren DL-PR26 liegt genau hier. Dessen Gesamtfehlerband beträgt ±0.5 % vom Endwert, also fünf Zentimeter auf zehn Meter. Für eine Füllstandsanzeige ist das völlig ausreichend. Für eine Messreihe, aus der eine jährliche Absenkung von wenigen Zentimetern herausgelesen werden soll, ist es das nicht. Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis und ist als Auswahlhilfe zu verstehen, nicht als Zusicherung einer Messunsicherheit im messtechnischen Sinn.
Relativdruck — warum die Entlüftung wichtig ist
Die Sonde misst relativ zum Luftdruck. Dafür läuft im Kabel eine feine Entlüftungsader mit, die den Innenraum der Sonde mit der Atmosphäre am Gehäuse verbindet. Das ist der Grund, warum der Luftdruck des Tages das Ergebnis nicht verfälscht — und zugleich die empfindlichste Stelle der ganzen Installation: Gelangt Feuchtigkeit in diese Ader, driftet die Messung, ohne dass ein Defekt sichtbar wäre.
Praktisch heisst das: Das Gehäuse gehört so montiert, dass kein Wasser eindringt und sich keine Kondensfeuchte sammelt — also geschützt und nicht in den Schacht hinein. Das Kabel wird nicht gekürzt und nicht gequetscht; eine zu enge Kabelschelle kann die Entlüftungsader zusammendrücken. Wer über Monate einen langsam davonlaufenden Nullpunkt sieht, prüft zuerst diese Stelle und nicht den Sensor.
Batterielaufzeit nach Funkbedingungen
Die Laufzeit hängt weniger am Messintervall als an der Funkqualität. Steht ein Gateway in Sichtweite, sendet das Gerät mit kleinem Spreizfaktor und entsprechend kurz; liegt die Messstelle am Rand der Reichweite, dauert jede Sendung ein Vielfaches und kostet entsprechend mehr.
| 10-Minuten-Intervall, gute Funkbedingungen (SF7) | rund 10.2 Jahre |
| 10-Minuten-Intervall, schlechte Funkbedingungen (SF12) | rund 4.2 Jahre |
| Mittlere Leistungsaufnahme | höchstens 0.5 mW bei 10-Minuten-Intervall |
Für die Projektplanung folgt daraus: Ein Gateway näher an der Messstelle ist nicht nur eine Frage der Verbindung, sondern verdoppelt im Zweifel die Standzeit der Batterien — und damit die Zahl der Servicefahrten über die Lebensdauer der Anlage.
Technische Daten
Die allgemeinen Produktdaten — Schutzart, Gehäuse, Masse, Batterien, Herkunft und Zertifizierungen — findest du in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite.
| Druckmessung | |
|---|---|
| Messprinzip | piezoresistiver Aufnehmer, Relativdruck gegen Atmosphäre |
| Messbereich | 0 … 1 bar, entspricht 0 … 10 m Wassersäule; bis 30 bar (300 m) auf Anfrage |
| Auflösung | 0.000122 bar, entspricht 1.22 mm Wassersäule |
| Linearität | höchstens ±0.02 % vom Endwert |
| Gesamtfehlerband | höchstens ±0.1 % vom Endwert |
| Temperaturmessung | |
| Messbereich | −40 … +125 °C |
| Genauigkeit | höchstens ±0.1 °C |
| Sonde und Kabel | |
| Durchmesser der Sonde | 22 mm |
| Kabellänge | 10 m im Standard; längere Ausführungen auftragsbezogen |
| Funk | |
| Funktechnologie | LoRaWAN Klasse A, AES-128-Verschlüsselung |
| Frequenzband | 868 MHz für Europa |
| Sendeleistung | 14 dBm (25 mW) |
| Empfindlichkeit | −146 dBm |
| Reichweite | über 10 km bei freier Sicht, rund 2 km im Siedlungsgebiet |
| Stromversorgung und Gehäuse | |
| Batterien | 2 × Alkaline Baugrösse C |
| Gehäuse | Polycarbonat, wetterfest, schlag- und UV-beständig, IP67 |
| Masse des Gehäuses | 135 × 81 × 70 mm, ohne Sonde und Kabel |
Welche Ausführung passt?
Decentlab führt vier verwandte Sonden. Die Wahl hängt an drei Fragen: Wie genau muss es sein, wie tief hängt die Sonde, und wird die Leitfähigkeit gebraucht?
| Modell | Unterscheidungsmerkmal | Verfügbarkeit |
|---|---|---|
| DL-PR36 (diese Seite) | 22 mm Sonde, Gesamtfehlerband ±0.1 %, Kabel weit über 10 m möglich | Das ist die Version, die du hier bestellst |
| DL-PR26 | günstiger, sehr gute Auflösung, Gesamtfehlerband ±0.5 %, Kabel auf 10 m begrenzt | führen wir im Shop |
| DL-PR36XS | wie DL-PR36, aber nur 16 mm Sondendurchmesser für enge Pegelrohre | auf Anfrage |
| DL-PR36CTD | wie DL-PR36, zusätzlich elektrische Leitfähigkeit — Dreiparametersonde | auf Anfrage |

Massskizze des Gehäuses mit Bohrbild. Der Befestigungsabstand von 90 × 60 mm ist die Angabe, die du für die Montageplatte am Schacht brauchst — die Sonde selbst hängt frei am Kabel.
Einbau und Inbetriebnahme
Die Sonde wird am Kabel in das Pegelrohr abgelassen und oben gesichert — das Kabel trägt das Gewicht, darf aber nicht dauerhaft daran zerren. Die Einbautiefe wird einmal eingemessen und dokumentiert; alle späteren Werte beziehen sich darauf. Wird die Sonde später auch nur um wenige Zentimeter versetzt, ist die Messreihe ohne Vermerk nicht mehr vergleichbar, und genau dieser Vermerk fehlt erfahrungsgemäss nach zwei Jahren.
Das Gehäuse gehört geschützt über dem Schacht montiert, nicht hinein. Prüfe die Funkverbindung vor dem Schliessen der Abdeckung: Eine Messstelle mit Metalldeckel ist funktechnisch eine andere Welt als dieselbe Messstelle bei offenem Schacht.
Lieferumfang
- 1 × Decentlab DL-PR36 mit fest angeschlossener Sonde und Kabel in der bestellten Länge
- 2 × Batterie der Baugrösse C, ab Werk eingesetzt
Unterstützung bei der Auslegung
Datenblatt und Anleitungen findest du im Reiter Dokumente oben auf dieser Seite. Unsicher bei Messbereich und Kabellänge? Sag uns, wie tief die Messstelle ist und wie hoch der Wasserstand darüber maximal steht — diese beiden Angaben bestimmen die Bestellung, und sie lassen sich nachträglich nicht ändern. Für eine Sonderausführung mit grösserem Bereich oder längerem Kabel holen wir gern ein Angebot ein. Und wenn daraus ein Projekt wird — Auslegung, Funkplanung oder Inbetriebnahme —, erstellen wir dir gern ein Angebot dafür.

Rezensionen
Es gibt noch keine Rezensionen.