Der VS126-P ist für Räume gebaut, in denen die üblichen Personenzähler nicht mehr hinreichen: Er hängt zwischen 6 und 15 m über dem Boden und zählt von dort aus mit 99.8 % Genauigkeit. Bahnhofshallen, Flughafenterminals, Einkaufszentren, Sporthallen, Museen und Hochregallager haben genau dieses Problem — die Decke ist zu hoch für einen gewöhnlichen Deckensensor und die Fläche zu gross für eine Zähllinie an der Tür. Das Gerät arbeitet mit binokularer Stereo-Vision, sieht auch in völliger Dunkelheit und hängt an einer einzigen Netzwerkleitung mit PoE.
- 6 – 15 mMontagehöhe
- 81 m²grösste Erfassungsfläche, bei 10 m
- 2 × 5 MPStereo-Bildsensoren
- 99.8 %Zählgenauigkeit
- 802.3afSpeisung über PoE
Was den VS126-P ausmacht
- Die Lücke zwischen 6 und 15 m: Kein anderer Deckensensor der Baureihe deckt diesen Bereich ab. Der VS125 endet bei 6 m, darüber beginnt der VS126 — und er bleibt bis 15 m spezifiziert, was in einer Bahnhofshalle oder einem Terminal die realistische Deckenhöhe ist.
- Ein Kabel für Strom und Daten: 802.3af-PoE oder wahlweise 12 V über Netzteil. In 12 m Höhe ist jede zusätzliche Zuleitung ein zweiter Hubsteiger-Einsatz — PoE spart genau den.
- Zwei mal fünf Megapixel: 2704 × 2104 Bildpunkte je Auge. Aus 15 m Höhe ist ein Kopf nur noch wenige Dutzend Pixel gross; ohne diese Auflösung wäre die Erkennung dort nicht möglich.
- Sieht bei null Lux: Infrarotbeleuchtung mit automatischer Regelung. In einer Halle, deren Beleuchtung nachts abgeschaltet wird, zählt der Sensor weiter.
- Sechzehn Geräte zu einer Fläche: Multi-Device-Stitching verbindet bis zu 16 Sensoren zu einem gemeinsamen Erfassungsbereich. Für eine 500 m² grosse Halle ist das die einzige Bauweise, die ohne Doppelzählungen an den Nahtstellen auskommt.
- Zonen und Verweildauer: Bis zu vier Zähllinien und vier Zonen mit je bis zu zehn Eckpunkten. Damit misst du, wie lange sich Menschen wo aufhalten — die Grundlage für Wartezonen, Beschilderung und Personalplanung.
- Heatmap eingebaut: Bewegungs- und Verweildichte als Flächendarstellung. In einem Einkaufszentrum zeigt das, welche Achse tatsächlich begangen wird und welche nur auf dem Plan existiert.
- Ein Gehäuse wie ein Balken: 435 mm lang und nur 38.5 mm hoch. Die beiden Objektive sitzen weit auseinander — je grösser der Abstand, desto genauer die Tiefenberechnung auf Distanz. Genau deshalb ist dieses Gerät so lang und der VS125 so kurz.
- Speicher für eine Million Datensätze: Lokal gespeichert, als CSV exportierbar, dazu bis zu 8 × 50 000 Pakete Nachlieferung nach einem Netzunterbruch.
- Industrieschnittstellen an Bord: Ein Digitaleingang, zwei Digitalausgänge und ein RS485-Port (in Entwicklung) — etwa für eine Kapazitätsanzeige am Eingang.
- Direkte Anbindung ohne Zwischenschicht: HTTP(S) und MQTT(S) mit anpassbaren Inhalten, dazu eine API. Die Ethernet-Schnittstelle beherrscht 802.1x und ist mit 1.5 kV galvanisch getrennt.
- Fernwartung eingebaut: Die Milesight Development Platform verwaltet Firmware und Konfiguration vieler Geräte aus einer Oberfläche — bei Sensoren in 12 m Höhe ist das kein Komfort, sondern der Betriebsplan.
Wo der VS126-P eingesetzt wird
- Bahnhofs- und Flughafenhallen: Personenströme in Verteilerebenen, als Grundlage für Wegeführung und Personaleinsatz.
- Einkaufszentren: Frequenz je Achse und Ebene, unabhängig von der Zählung an den einzelnen Ladeneingängen.
- Sporthallen und Arenen: Belegung von Zugängen und Foyers, auch bei ausgeschalteter Hallenbeleuchtung.
- Museen und Ausstellungshallen: Verweildauer je Zone in Räumen, in denen keine Technik auf Augenhöhe montiert werden darf.
- Bibliotheken und Atrien: Flächenauslastung über Wochen, als Grundlage für Umbau- und Möblierungsentscheide.
- Logistikhallen: Personenströme zwischen Toren und Kommissionierzonen, für Arbeitssicherheit und Wegeplanung.
- Messehallen: Besucherdichte je Bereich, mit Heatmap als Nachweis gegenüber Ausstellern.
- Grosse Rollouts: Ein Netzwerkport je Gerät, zentrale Verwaltung, Konfiguration einmal erstellt und verteilt.
Passt der VS126-P zu deinem Vorhaben?
Anbindung: Dieses Gerät ist die PoE-Ausführung. Es braucht eine Netzwerkleitung mit 802.3af-Speisung — alternativ ein 12-V-Netzteil — und schickt seine Daten über Ethernet. Es kommt nicht in ein LoRaWAN-Netz und hat kein Mobilfunkmodem. Wo in der Halle keine Netzwerkleitung bis zur Decke reicht, ist der VS126-L0EGL dasselbe Gerät mit eingebautem 4G-Modem.
Kein Überwachungsgerät: Der VS126 ist ein IoT-Sensor, der Personen zählt, keine Überwachungskamera. Er gibt kein Bild aus. Milesight schreibt im Datenblatt, kundenseitig einstellbare Vorschaueinstellungen stellten sicher, dass „no personally identifiable data is transmitted», und die Ausführung sei vollständig DSGVO-konform. Für die Einrichtung lässt sich eine Vorschau anzeigen — was danach das Gerät verlässt, sind Zahlen: Durchgänge, Belegung, Verweildauer. In öffentlich zugänglichen Hallen ist dieser Unterschied der Kern der Datenschutzdiskussion, und er lässt sich mit dem Datenblatt belegen.
Grenzen: Mit IP40 gehört das Gerät ins Gebäude. Der VS126 kann keine Merkmalserkennung: Kinder gegen Erwachsene, Geschlecht, Blickrichtung und Personalerkennung führt Milesight nur für den VS125 auf, nicht für dieses Gerät — hier gibt es Zählung, Zonen, Verweildauer, Gruppenzählung und Heatmap. Aus 12 m Höhe wären solche Merkmale auch nicht sinnvoll auflösbar. Und: Die Erfassungsfläche wächst nicht bis 15 m weiter. Sie erreicht bei 10 m ihr Maximum von rund 81 m² und geht darüber leicht zurück, weil der Öffnungswinkel mit der Höhe kleiner wird. Für Deckenhöhen unter 6 m nimmst du den VS125.
Damit hast du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Planung und Integration.
Technik im Detail
Der interessanteste Wert im Datenblatt ist der Öffnungswinkel — er ist nämlich keine Konstante. Milesight gibt ihn im Handbuch als Formel an: horizontal −2.607 · H + 90.204 für Montagehöhen zwischen 6 und 10 m, darüber −3.577 · H + 94.557. Der Winkel wird also mit zunehmender Höhe enger. Das ist kein Konstruktionsfehler, sondern die Bedingung dafür, dass ein Kopf aus 15 m Entfernung noch genügend Bildpunkte belegt. Die Folge für die Planung: Die erfasste Fläche wächst von 32 m² bei 6 m auf 81 m² bei 10 m — und schrumpft danach wieder auf rund 74 m² bei 15 m. Zehn Meter ist die wirtschaftlich beste Montagehöhe, nicht fünfzehn.
Binokulare Stereo-Vision heisst: zwei Objektive mit bekanntem Abstand, zwei Bilder, und aus dem Versatz identischer Bildpunkte eine Entfernung je Pixel. Die Genauigkeit dieser Tiefenberechnung hängt direkt am Abstand der beiden Objektive — er entspricht in der Optik dem, was beim Menschen der Augenabstand ist. Aus 12 m Höhe ist der Höhenunterschied zwischen Kopf und Boden nur noch ein kleiner Winkel, und deshalb ist das Gehäuse des VS126 mit 435 mm mehr als doppelt so lang wie das des VS125. Wer das Gerät neben einem VS125 sieht, hält den Unterschied für Bauform — er ist Physik.
Zur Zählgenauigkeit von 99.8 %: Sie gilt unter den vom Hersteller definierten Bedingungen, also bei freier Sicht und ausreichendem Abstand zwischen den Personen. In einer dicht gedrängten Halle — Feierabendverkehr in einer Bahnhofshalle, Einlass vor einem Konzert — sinkt jede optische Zählung, weil sich Personen gegenseitig verdecken. Für solche Fälle ist die Zählung über mehrere gekoppelte Geräte mit überlappenden Bereichen deutlich robuster als ein einzelner Sensor an der Engstelle. Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis und ist als Auswahlhilfe zu verstehen, nicht als Zertifizierungsaussage des Herstellers.
Erfassungsfläche nach Montagehöhe
| Montagehöhe | Erfassungsbereich | Fläche |
|---|---|---|
| 6 m | 6.55 × 4.91 m | 32 m² |
| 7 m | 7.70 × 5.76 m | 44 m² |
| 8 m | 8.72 × 6.54 m | 57 m² |
| 9 m | 9.62 × 7.21 m | 69 m² |
| 10 m | 10.40 × 7.80 m | 81 m² |
| 11 m | 9.73 × 7.29 m | 71 m² |
| 12 m | 9.97 × 7.48 m | 75 m² |
| 13 m | 10.08 × 7.56 m | 76 m² |
| 14 m | 10.06 × 7.55 m | 76 m² |
| 15 m | 9.92 × 7.43 m | 74 m² |
Die Werte gelten für eine angenommene Körpergrösse von 1.7 m. Für die Projektplanung heisst das: Zwischen 10 und 15 m Montagehöhe ändert sich die Fläche kaum — wähle die Höhe also nach Zugänglichkeit für die Wartung, nicht nach Abdeckung.
Betriebsaufwand und Verbrauch
| Leistungsaufnahme, Mittel | 8.0 W |
| Leistungsaufnahme, Maximum | 11.3 W |
| Wartung | keine Kalibrierung, kein Batteriewechsel; Objektive gelegentlich reinigen |
Ein 802.3af-Port stellt am Gerät rund 12.95 W bereit — mit 11.3 W in der Spitze liegt der VS126-P nahe an dieser Grenze. Bei langen Leitungswegen oder älteren Switches lohnt es sich, das PoE-Budget nachzurechnen oder gleich einen 802.3at-Port zu verwenden. Der eigentliche Betriebsaufwand ist die Erreichbarkeit: In 12 m Höhe kostet jeder Handgriff einen Hubsteiger, weshalb Firmware und Konfiguration konsequent über die Plattform laufen sollten.
Integration in bestehende Systeme
Die Zählwerte verlassen das Gerät über HTTP(S) an einen frei wählbaren Endpunkt oder über MQTT(S) an einen Broker; die Inhalte des Push lassen sich anpassen, dazu gibt es eine API. Netzseitig kommen 802.1x, SSH und NTP hinzu. Die Ethernet-Schnittstelle ist mit 1.5 kV galvanisch getrennt — in einer Halle mit langen Leitungswegen und mehreren Potenzialen ist das der Grund, weshalb sich das Gerät ohne Zusatzmassnahmen einsetzen lässt.
Eingerichtet wird über die Weboberfläche, erreichbar über den eingebauten Wi-Fi-Zugangspunkt oder über das Netzwerk. Für die Verwaltung vieler Geräte ist die Milesight Development Platform vorgesehen.
Technische Daten
Allgemeine Produktdaten wie Schutzart, Masse, Gewicht, Farbe, Temperaturbereich, Stromversorgung und Herstellernummer stehen in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite. Hier stehen die Werte, die dort nicht auftauchen.
| Erfassung | |
|---|---|
| Bildsensoren | 2 × 5 MP, 2704 × 2104 |
| Sichtfeld | bis 75.4° horizontal, 57.4° vertikal; nimmt mit der Montagehöhe ab |
| Montagehöhe | 6 bis 15 m |
| Erforderliche Beleuchtung | 0 Lux bei eingeschalteter Infrarotbeleuchtung |
| Zählgenauigkeit | bis 99.8 % |
| Funktionen | |
| Zähllinien | bis 4, bidirektional |
| Zonen | bis 4, je bis 10 Eckpunkte |
| U-Turn-Filter | Support |
| Gruppenzählung | Support |
| Heatmap | Support |
| Geräteverbund | bis 16 Geräte |
| Daten und Netzwerk | |
| Lokaler Speicher | eine Million Datensätze, CSV-Export |
| Prüfspeicher | 8 GB |
| Nachlieferung nach Ausfall | 8 × 50 000 Pakete |
| Ethernet | 1 × RJ45, 10/100 Mbit/s, PoE-PD |
| Isolation Ethernet | 1.5 kV RMS |
| Protokolle | MQTT(S), HTTP(S), 802.1x, SSH, NTP |
| Wi-Fi | 802.11 b/g/n, 2.4 GHz, nur als Zugangspunkt zur Konfiguration |
| Anschlüsse und Weiteres | |
| Ein- und Ausgänge | 1 × DI, 2 × DO, 1 × RS485 (in Entwicklung) |
| Bedienelemente | 1 × Reset-/Wi-Fi-Taster, 1 × RGB-Statusanzeige |
| Leistungsaufnahme | 8.0 W im Mittel, 11.3 W maximal |
| Umweltkonformität | RoHS |
Montage und Inbetriebnahme
Zwei Deckenbefestigungssätze, eine Montageplatte und ein Multifunktionskabel liegen bei. Der Sensor gehört waagrecht an die Decke mit Blick senkrecht nach unten. Weil das Gehäuse 435 mm lang ist, entscheidet auch seine Ausrichtung im Grundriss mit: Der Erfassungsbereich ist rechteckig und liegt quer zur Gehäuseachse — ein Korridor wird also anders ausgerichtet als eine Wartezone.
In hohen Hallen lohnt es sich, die Montagehöhe bewusst zu wählen statt sie von der Decke vorgeben zu lassen: Zwischen 10 und 15 m ändert sich die Abdeckung kaum, die Erreichbarkeit für Wartung dagegen erheblich. Wer den Sensor an einer Traverse auf 10 m statt an der Decke auf 14 m montiert, bekommt dieselbe Fläche und kann später mit einer Hebebühne statt mit einer Kletterpartie dran.
Konfiguriert wird im Browser über den eingebauten Wi-Fi-Zugangspunkt — das geht am Boden, bevor das Gerät hochgeht. Zonen und Linien lassen sich danach aus der Ferne anpassen; die Grundeinstellung sollte aber stehen, bevor die Hebebühne wieder weg ist.
Die Milesight-Personenzähler bei uns
| Modell | Unterschied | Wofür gemacht |
|---|---|---|
| VS126-P (dieses Gerät) | 6 bis 15 m Montagehöhe, PoE | Hallen, Terminals, Einkaufszentren |
| VS126-L0EGL | wie oben, aber mit 4G-Modem statt PoE | Hallen ohne Netzwerkleitung an der Decke |
| VS125-P | 2.2 bis 6 m, zusätzlich Merkmalserkennung | Detailhandel, Eingänge, Büroflächen |
| VS125-LW-P | 1.9 bis 3.5 m, 130° × 117° | niedrige Decken, breite Türen |
| VS133 und VS133-P | ToF statt Kamera, Tiefenbild ohne Bildaufnahme | Eingänge mit strengen Datenschutzauflagen |
| VS121 und VS121-P | Belegung statt Frequenz, 16 Zonen | Büroflächen, Desk Sharing |
Passendes Zubehör
- PoE-Einspeisung: Liefert dein Switch kein PoE, braucht es einen 802.3af-Injektor je Sensor. Wegen der 11.3 W in der Spitze lohnt sich bei langen Leitungen ein 802.3at-Port.
- Netzteil als Alternative: Ein 12-V-Netzteil ist beim PoE-Modell optional im Lieferumfang — dann braucht es am Montageort aber eine Steckdose in Deckenhöhe.
- Halterungen: Für Sturz- und Winkelmontage sowie für abweichende Deckenhöhen gibt es die Milesight-Halterungen VB01 und VB02.
- Kein Gateway nötig: Anders als bei LoRaWAN-Sensoren entfällt hier das Gateway; der Sensor spricht direkt mit deinem Server.
Unterstützung bei der Auslegung
Wie viele Sensoren eine Halle braucht und auf welcher Höhe sie am sinnvollsten hängen, lässt sich anhand von Grundriss und Schnitt vorab abschätzen — frag uns. Datenblatt und Handbuch findest du im Reiter „Dokumente».
Sag uns, wie viele Flächen du ausrüsten willst: Für Auslegung, Vorkonfiguration und Inbetriebnahme erstellen wir dir gern ein Angebot.

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