Der VS370 meldet, ob ein Raum tatsächlich benutzt wird — nicht nur, ob sich gerade jemand bewegt. Dafür kombiniert er einen 24-GHz-Millimeterwellenradar mit einem PIR-Element: Das Infrarotelement reagiert auf bewegte Wärme, der Radar erfasst zusätzlich Kleinstbewegungen wie das Verlagern der Sitzposition oder die Hand an der Tastatur. Genau daran scheitern reine Bewegungsmelder in Sitzungszimmern — wer ruhig am Tisch sitzt, fällt nach kurzer Zeit aus der Erfassung, das Licht geht aus und die Raumbuchung wird wieder freigegeben, obwohl die Sitzung läuft. Der VS370 wird an die Wand gesetzt, läuft jahrelang auf zwei Batterien und meldet über LoRaWAN oder direkt per Milesight D2D an einen Aktor. Ohne Kamera, ohne Bild.
- 7.5 mRadarreichweite bei Bewegung
- 4.8 mReichweite bei Kleinstbewegung
- 150°Erfassungswinkel des Radars
- bis 99 %Erkennungsrate
- 6.7 JahreBatterielaufzeit bei SF7
Was den VS370 von einem Bewegungsmelder unterscheidet
- Zwei Messprinzipien, ein Ergebnis: Der PIR-Teil misst die Änderung der Wärmestrahlung und braucht dafür eine deutliche Bewegung. Der Radar misst die Laufzeitänderung des zurückgeworfenen Signals und reagiert schon auf wenige Zentimeter. Zusammen ergibt das eine Belegungsmeldung, die auch dann bestehen bleibt, wenn im Raum nur noch geredet und getippt wird.
- Kleinstbewegung als eigener Erfassungsbereich: Der Hersteller nennt zwei Reichweiten, weil das zwei verschiedene Dinge sind — bewegte Personen werden weiter erfasst als sitzende. Für die Auslegung zählt der kleinere Wert: Er markiert den Bereich, in dem der Melder eine Sitzung zuverlässig durchhält.
- Unabhängig vom Licht: Weder Radar noch PIR brauchen Helligkeit. Der Melder arbeitet im abgedunkelten Sitzungszimmer genauso wie im Tageslicht — anders als optische Belegungssensoren, die eine Mindesthelligkeit voraussetzen.
- Empfindlichkeit getrennt einstellbar: PIR und Radar lassen sich unabhängig voneinander in Stufen einstellen. In einem Raum mit Ventilator oder bewegtem Vorhang senkt man die Radarempfindlichkeit, ohne den PIR-Teil unempfindlich zu machen.
- Magnethalter mit zusätzlichen 30° Schwenk: Die Halterung ist abnehmbar und lässt sich gegenüber der Wandplatte neigen. Damit sitzt der Erfassungskegel dort, wo die Leute sitzen, und nicht an der gegenüberliegenden Wand.
- Programmierte Ruhezeiten: Ausserhalb der Nutzungszeit schläft das Gerät auf Wunsch komplett. Das verlängert die Standzeit und verhindert Meldungen, die nachts ohnehin niemand auswertet.
- Direktbetrieb ohne Netzserver: Über Milesight D2D schaltet der Melder ein anderes Milesight-Gerät unmittelbar — Licht oder Steckdose reagieren ohne Umweg über Gateway und Plattform, mit entsprechend kurzer Verzögerung.
- Helligkeitszustand als Zusatzmeldung: Das Gerät meldet neben der Belegung, ob es im Raum hell oder dunkel ist. In einer Lichtsteuerung ist das die Information, die entscheidet, ob überhaupt eingeschaltet werden muss.
- Konfiguration über NFC und Bluetooth: Einstellungen laufen über die ToolBox-App am Telefon, wahlweise durch Auflegen oder aus einigen Metern Entfernung. Bei Geräten unter der Decke ist der Bluetooth-Weg der praktikablere.
- Firmware über Funk: FUOTA erlaubt das Nachziehen der Firmware über das LoRaWAN-Netz. Bei fünfzig Meldern in einem Gebäude ist das der Unterschied zwischen einer Stunde und zwei Tagen Arbeit.
- Keine Bilddaten: Radar und PIR erzeugen keine Aufnahme, es gibt nichts zu anonymisieren. Das erspart in Betriebsvereinbarungen und Personalgesprächen die längere Diskussion.
Wo der VS370 eingesetzt wird
- Sitzungszimmer und Besprechungsräume: Belegt oder frei, unabhängig davon, wie ruhig die Runde sitzt. Der Hersteller gibt Räume von 4 × 4 m bis 6 × 6 m als Auslegungsbereich an.
- Raumbuchung ohne Geisterreservationen: Ein gebuchter, aber leerer Raum wird nach Ablauf einer Karenzzeit automatisch freigegeben — und ein belegter Raum bleibt belegt, auch wenn niemand aufsteht.
- Licht- und Lüftungssteuerung: Beleuchtung und Klimatisierung laufen nur bei tatsächlicher Anwesenheit. Zusammen mit der Helligkeitsmeldung lässt sich Tageslicht mitrechnen.
- Einzel- und Fokusräume: Kleine Rückzugsräume, in denen sich jemand über eine Stunde kaum bewegt — der klassische Fall, in dem ein PIR-Melder zu früh abschaltet.
- Flächenauswertung im Betrieb: Über Wochen aufgezeichnete Belegung zeigt, welche Räume überbucht und welche selten benutzt sind. Das ist die Grundlage für Umbau- und Mietentscheide.
- Nachrüstung in bestehenden Gebäuden: Batteriebetrieb und Wandmontage kommen ohne Leitung aus. Es braucht weder eine Dose noch einen Elektriker.
- Grosse Rollouts: Konfiguration per App, Firmware über Funk, mehrjährige Standzeit — der Betriebsaufwand je Melder bleibt auch bei mehreren hundert Geräten überschaubar.
Passt der VS370 zu deinem Vorhaben?
Er ist richtig für beheizte Innenräume mittlerer Grösse, in denen Personen sitzen und der Melder das auch dann erkennen soll, wenn wenig passiert. Montiert wird er an der Wand in 2.5 bis 3 m Höhe; Deckenmontage sieht der Hersteller ausdrücklich nicht vor.
Wo er nicht passt: In kleinen Räumen wie WC-Kabinen ist das Sichtfeld des Radars zu breit — Milesight rät davon ab. Dafür führen wir den VS330, der mit einem eng gebündelten Laufzeitsensor arbeitet. Für unbeheizte Räume ist der VS370 nicht ausgelegt, und mit IP30 gehört er nicht ins Freie.
Die Grenze der Radartechnik, offen benannt: Der Hersteller schreibt, dass eine vollständig regungslose Person, die nur noch atmet und keine Gliedmassen bewegt, nicht erkannt wird. Der Radar sieht Kleinstbewegung, nicht Anwesenheit an sich. Für Sitzungszimmer und Büros ist das unerheblich, für die Überwachung schlafender oder bettlägeriger Personen ist es der falsche Sensor — dort gehört der VS373 hin, der mit einem 60-GHz-Radar arbeitet und Atmung auswertet.
Zwei Eigenheiten, die in der Planung Ärger sparen: Der Radar durchdringt dünne Türblätter und Trockenbauwände — steht die Tür offen oder ist die Wand leicht, meldet das Gerät Bewegung aus dem Korridor. Milesight empfiehlt deshalb, die Tür nach der Sitzung zu schliessen. Und Personen, die dauerhaft hinter einer Glasfront stehen, lösen aus; bei verglasten Sitzungszimmern gehört der Melder auf die Glasseite, nicht gegenüber.
Zählen statt melden: Wenn du wissen willst, wie viele Personen durch einen Durchgang gehen, ist das eine andere Aufgabe. Dafür gibt es den VS350 und den VS360.
Damit hast du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Auslegung, Montage und Anbindung.
Millimeterwellenradar und PIR im Zusammenspiel
Ein PIR-Element ist ein Differenzsensor: Es besitzt zwei gegeneinander geschaltete pyroelektrische Flächen und misst nicht Wärme, sondern deren Änderung. Bewegt sich eine warme Fläche über die Segmentgrenze der Fresnellinse, entsteht ein Signal. Bleibt sie stehen, gleicht sich der Sensor innert Sekunden aus, und die Person ist für ihn nicht mehr vorhanden. Das ist keine Schwäche des Bauteils, sondern sein Funktionsprinzip — und der Grund, warum Bewegungsmelder in Sitzungszimmern regelmässig das Licht abstellen.
Der Radar arbeitet umgekehrt. Er sendet dauernd im 24-GHz-Band und wertet die Veränderung des zurückkommenden Signals aus. Eine Bewegung von wenigen Zentimetern — Gewichtsverlagerung auf dem Stuhl, eine Handbewegung, das Drehen des Kopfes — verändert die Phase des Echos messbar. Deshalb nennt das Datenblatt zwei getrennte Reichweiten: die grössere für gehende Personen, die kleinere für sitzende. Der VS370 meldet weiterhin belegt, solange irgendetwas davon im engeren Bereich stattfindet.
Was die Kombination bringt, zeigt sich an den Fehlerarten. Der Radar allein neigt zu Fehlalarmen, weil er auch Ventilatoren, schwingende Vorhänge und Pflanzen im Luftzug sieht und weil er durch dünne Wände reicht. Der PIR-Teil allein übersieht ruhige Personen. Milesight verschaltet beide so, dass die Meldung tragfähiger wird als jede einzelne Quelle — und lässt die Empfindlichkeit beider Zweige getrennt einstellen, damit man den Kompromiss dem Raum anpassen kann.
Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis und ist als Auswahlhilfe zu verstehen, nicht als Zertifizierungsaussage des Herstellers: Wer heute PIR-Melder in Besprechungsräumen ersetzt, tut das fast immer wegen der Abschaltung bei ruhigem Sitzen — nicht wegen der Reichweite. Die Reichweitenzahlen sind für einen Raum von 4 × 4 m ohnehin reichlich; entscheidend ist der Wert für Kleinstbewegung und die Montagehöhe, aus der er sich ergibt.
Standzeit und Betriebsaufwand
Die Werte gelten laut Hersteller unter Laborbedingungen bei 25 °C und 50 Auslösungen am Tag. Der Spreizfaktor ist der wichtigste Hebel: Ein Melder mit gutem Gatewayempfang sendet kurz, einer am Rand der Abdeckung braucht für dieselbe Nachricht ein Vielfaches an Sendezeit.
| Bedingung | Rechnerische Standzeit |
|---|---|
| SF7, EU868 | rund 6.7 Jahre |
| SF10, EU868 | rund 5.3 Jahre |
| SF10, US915 | rund 4.6 Jahre |
Für die Projektplanung heisst das: Selbst im ungünstigen Fall liegt der Batteriewechsel jenseits der üblichen Mietvertrags- und Umbauzyklen. Wer die Standzeit weiter strecken will, setzt die Ruhezeiten auf die Nacht und aufs Wochenende — in einem Bürogebäude fallen damit rund zwei Drittel der Betriebsstunden weg. Und es lohnt sich, die Gatewaydichte nicht zu knapp zu planen: Der Unterschied zwischen SF7 und SF10 kostet hier gut zwei Jahre.
Anbindung und Datenformat
Der VS370 arbeitet als LoRaWAN-Endgerät der Klasse A, wahlweise nach Spezifikation 1.0.2 oder 1.0.3, und meldet sich per OTAA oder ABP an. Er läuft an jedem normkonformen Netzserver — The Things Stack, ChirpStack, Swisscom LPN — und ebenso an den Milesight-Gateways mit der Entwicklungsplattform des Herstellers.
Die Nutzdaten sind ein kompaktes Binärformat mit Kennung, Typ und Wert je Kanal; fertige Dekoder für die gängigen Netzserver liegen im offenen Repository von Milesight, das wir im Reiter „Dokumente» verlinken. Neben Belegung und Helligkeitszustand sendet das Gerät die Batteriespannung mit — der Wert eignet sich gut als Frühwarnung, weil Lithium-Thionylchlorid-Zellen ihre Spannung lange halten und erst gegen Ende deutlich abfallen.
Milesight D2D ist eine Direktverbindung zwischen zwei Milesight-Geräten auf der LoRa-Funkschicht, ohne Gateway und ohne Netzserver. Der VS370 tritt darin als Auslöser auf und schaltet zum Beispiel eine Funksteckdose. Das ist deutlich schneller als der Weg über die Plattform, hat aber keine Rückmeldung — für Licht ist das richtig, für sicherheitsrelevantes Schalten nicht.
Regionalvarianten
Wir führen die europäische Ausführung. Die übrigen Regionalvarianten beschaffen wir gern auf Anfrage.
| Variante | Band | Verfügbarkeit |
|---|---|---|
| VS370-868M | EU868, IN865, RU864 | Das ist die Version, die du hier bestellst |
| VS370-915M | US915, AU915, KR920, AS923 | auf Anfrage |
| VS370-470M | CN470 | auf Anfrage |
Technische Daten
Allgemeine Produktdaten wie Schutzart, Batterien, Masse, Gehäuse und Temperaturbereich stehen in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite. Hier die Werte, die für die Auslegung zählen.
| Radar | |
|---|---|
| Frequenz | 24 GHz |
| Sendeleistung | 5 dBm |
| Erfassungswinkel | 150° |
| Reichweite bei Bewegung | 7.5 m |
| Reichweite bei Kleinstbewegung | 4.8 m |
| PIR | |
| Erfassungsbereich | 110° |
| Reichweite | bis 7 m |
| Licht | |
| Meldung | hell / dunkel |
| Funk | |
| Protokoll | LoRaWAN 1.0.2 / 1.0.3, Milesight D2D |
| Betriebsart | OTAA / ABP, Klasse A |
| Sendeleistung | 16 dBm bei 868 MHz |
| Empfindlichkeit | −137 dBm bei 300 bit/s |
| Antenne | eingebaut |
| Bedienung | |
| Konfiguration | ToolBox-App über NFC oder Bluetooth, Downlink |
| Taster | 1 × Reset, innenliegend |
| Zusatzfunktionen | D2D-Steuerung, Ruhezeiten, Empfindlichkeitsstufen, FUOTA |
| Erkennung und Montage | |
| Erkennungsrate | bis 99 % |
| Montagehöhe | 2.5 bis 3 m, Wand |
| Neigung | 60° oder 75° empfohlen, Halter zusätzlich 30° schwenkbar |
| Weiteres | |
| Zulassung | CE, FCC |
| Gewicht Magnethalter | 38.2 g zusätzlich zum Gerät |
Montage und Ausrichtung
Der Melder gehört an die Wand, nicht an die Decke, und zwar auf 2.5 bis 3 m. Für einen kleinen Sitzungsraum bis 4 × 4 m empfiehlt Milesight 2.5 m Höhe und 60° Neigung, für mittlere Räume bis 6 × 6 m 2.6 m und 75°. Grössere Räume sollten vorab durchgerechnet werden — dort reicht ein Gerät nicht zwingend.
Die Blickrichtung entscheidet über die Qualität der Meldung: Das Gerät gehört gegenüber der üblichen Sitzposition an die Wand, nicht dahinter. Ecken sind ungünstig, weil der Erfassungskegel dort zur Hälfte in die Wand zeigt. An einer Wand entlang des Laufwegs steigt die Zahl der Auslösungen durch Vorbeigehende; wenn es keine Alternative gibt, hilft die flachere Neigung von 60°. Bei einem verglasten Raum gehört der Melder auf die Glasseite: Von dort schaut er in den Raum hinein statt durch die Scheibe auf den Korridor.
Störquellen im Erfassungsbereich sind Ventilatoren, sich bewegende Vorhänge und Pflanzen im Luftzug — der Radar unterscheidet sie nicht von einem Menschen. Wo sich das nicht vermeiden lässt, senkt man die Radarempfindlichkeit und verlässt sich für die Ersterkennung stärker auf den PIR-Zweig. Der Magnethalter wird geklebt oder geschraubt; das Gerät lässt sich für den Batteriewechsel abnehmen, ohne die Ausrichtung zu verlieren.
Weitere Belegungs- und Zählsensoren von Milesight bei uns
| Modell | Messprinzip | Wofür gemacht |
|---|---|---|
| VS370 | 24-GHz-Radar und PIR | Präsenz in Sitzungs- und Büroräumen, Wandmontage |
| VS330 | Laufzeitsensor und PIR | einzelne WC-Kabine, enger Erfassungskegel |
| VS340 / VS341 | PIR, VS341 zusätzlich Thermopile | einzelner Arbeitsplatz oder Sitzplatz |
| VS350 | zwei PIR-Elemente | Zählung mit Richtung an einem Durchgang |
| VS360 | Infrarot-Lichtschranke | Zählung an schmalen Durchgängen, sonnenlichtfest |
| VS121 | KI-Bildauswertung | mehrere Arbeitsplätze aus einem Gerät, netzgespeist |
Passendes Zubehör
- Ersatzbatterien: Der VS370 wird mit zwei Zellen der Baugrösse ER14505 betrieben und darf laut Hersteller ausdrücklich nicht mit Alkalizellen bestückt werden. Passend ist die EVE ER14505V.
- Gateway: Ohne LoRaWAN-Netz keine Meldung. Für Gebäude ist das RAK7268CV2 WisGate Edge Lite 2+ unser meistverkauftes Innengerät und deckt mehrere Stockwerke ab.
- Eine Antenne braucht es nicht: Der VS370 hat sie eingebaut, es gibt keinen Anschluss dafür.
Unterstützung bei der Auslegung
Ob ein Melder für deinen Raum genügt und an welche Wand er gehört, lässt sich anhand von Grundriss und Sitzordnung vorab beurteilen — frag uns, das ist Teil der Kaufberatung. Datenblatt, Handbuch und Dekoder findest du im Reiter „Dokumente».
Sag uns, wie viele Räume du ausrüsten willst: Für Funkplanung, Vorkonfiguration und Inbetriebnahme erstellen wir dir gern ein Angebot.

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