Der Dragino LT-22222-L ist das Bindeglied zwischen einer bestehenden Anlage und einem LoRaWAN-Netz. Er liest Schaltkontakte, Impulszähler und Messumformer ein, und er schaltet über zwei Relais auch selbst — eine Pumpe, ein Ventil, eine Beleuchtung. Alles über Schraubklemmen, ohne Bus, ohne Steuerung, ohne Kabel zur Leitstelle. Das Gerät sitzt auf der Hutschiene im Schaltschrank und braucht nur eine Gleichspannung. Der entscheidende Punkt beim Planen ist keine Zahl aus dem Datenblatt, sondern die Betriebsart: Fünf davon stehen zur Wahl, und sie bestimmen, welche Eingänge tatsächlich gemeldet werden. Wer das vorher klärt, spart sich die Enttäuschung nach dem Einbau.
- 2 × 5 ARelais, 250 VAC / 30 VDC
- 2 + 2Analogeingänge, mA und V
- 7 … 24 V DCSpeisung
- −40 … 85 °CBetriebstemperatur
- Klasse A und CLoRaWAN
Was den LT-22222-L ausmacht
- Er schaltet, nicht nur meldet: Zwei Relaisausgänge machen aus dem Gerät eine Fernbedienung für alles, was einen Kontakt braucht. Zusammen mit den Eingängen entsteht daraus eine kleine, vollständige Fernwirkstelle — messen, melden, schalten, an einem Gerät.
- Klasse C hält das Empfangsfenster offen: Ein LoRaWAN-Gerät der Klasse A hört nur kurz nach dem eigenen Senden zu; ein Befehl kann dann Minuten liegen bleiben. Dieses Gerät beherrscht auch Klasse C und lauscht dauerhaft, das Relais folgt einem Befehl damit praktisch sofort. Möglich ist das, weil es an einer Gleichspannung hängt und nicht an einer Batterie — genau dafür ist die Bauform gemacht.
- Fünf Betriebsarten, eine Entscheidung: Ab Werk meldet er beide Strom- und beide Spannungseingänge plus die digitalen Zustände. Wer stattdessen Impulse zählen will, wechselt die Betriebsart — und gibt dafür Analogkanäle auf. Die Tabelle weiter unten zeigt, was in welcher Betriebsart übertragen wird.
- Eine Zusatzbetriebsart für Ereignisse: Neben den fünf Grundarten gibt es eine Auslösefunktion, die sich mit jeder von ihnen kombinieren lässt. Damit meldet das Gerät nicht nur im Takt, sondern auch dann, wenn wirklich etwas passiert — ohne dass du das Sendeintervall verkürzen musst.
- Die Digitaleingänge vertragen Anlagenspannung: Sie erkennen High und Low in beiden Richtungen bis 50 Volt, mit einem externen Vorwiderstand auch an 220 Volt. Du zapfst damit eine bestehende Meldeleitung an, statt ein Relais dazwischenzubauen.
- Zwei Analogwelten in einem Gerät: Zwei Eingänge für Stromsignale und zwei für Spannungssignale, beide mit einer Auflösung von einem Hundertstel. Der Industriestandard 4 bis 20 Milliampere und ein einfacher Spannungsteiler lassen sich also gleichzeitig anbinden.
- Es zählt auch, wenn niemand hinschaut: In den Zählbetriebsarten erfasst das Gerät Impulse selbständig und meldet den Stand — für Wasser-, Gas- und Stromzähler mit Impulsausgang der übliche Weg, ohne eine eigene Steuerung dafür aufzustellen.
- Zwei zusätzliche Halbleiterausgänge: Neben den Relais gibt es zwei Transistorausgänge, die bis 36 Volt und 450 Milliampere schalten. Für ein Schütz, ein Signalhorn oder eine Lampe reicht das, und sie halten länger als ein mechanischer Kontakt.
- Vollständig fernkonfigurierbar: Alle Parameter lassen sich über Funkbefehle vom Netzserver ändern — Sendeintervall, Betriebsart, Schaltbefehle. Vor Ort brauchst du dafür nichts mehr anzufassen.
- Der Karton ist komplett: Antenne, Hutschienenhalter und Programmierkabel liegen bei. Es fehlt nur die Gleichspannung — und die kommt aus dem Schaltschrank, in dem das Gerät ohnehin sitzt.
- Er lässt sich in beide Richtungen betreiben: Anmeldung über OTAA oder ABP, ganz wie es der Netzserver oder die Betriebsvorschrift verlangt.
Wo der LT-22222-L eingesetzt wird
- Pumpen und Ventile fernschalten: Reservoir, Bewässerung, Zisterne — schalten und den Betriebszustand zurückmelden, ohne eine Leitung zur Leitstelle zu ziehen.
- Zähler mit Impulsausgang auslesen: Wasser, Gas, Strom, Wärme. Der Zähler bleibt, wie er ist; nur der Impulskontakt wird abgegriffen.
- Messumformer anbinden: Druck, Füllstand, Durchfluss — alles, was 4 bis 20 Milliampere oder eine Spannung liefert, wird ohne Zwischengerät funkfähig.
- Störmeldungen sammeln: Sammelstörung eines Kompressors, Motorschutzschalter, Türkontakt. Die Digitaleingänge nehmen die bestehenden Meldekontakte direkt auf.
- Beleuchtung und Heizung in abgelegenen Gebäuden: Werkhof, Lagerhalle, Alphütte. Schalten über Funk, wo eine Verkabelung teurer wäre als die ganze Anlage.
- Bestandsanlagen ohne Bus nachrüsten: Wo keine Modbus- oder KNX-Schnittstelle existiert, sondern nur Klemmen, ist ein I/O-Controller der kürzere Weg als eine neue Steuerung.
- Grosse Rollouts: Gleiche Bauform, gleiche Hutschiene, gleiche Konfiguration — und die lässt sich über Funk verteilen. Bei zwanzig Schaltschränken ist das der Unterschied zwischen einem Tag und einer Woche.
- Prüfstände und Provisorien: Klemmen statt Steckverbinder heisst umbauen ohne Werkzeugwechsel; das Programmierkabel liegt bei.
Damit hast du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Auslegung, Verdrahtung und Integration.
Die Betriebsart ist die eigentliche Auslegung
Ein I/O-Controller mit vier Analogeingängen, zwei Digitaleingängen, zwei Digitalausgängen und zwei Relais klingt so, als übertrüge er alles gleichzeitig. Das tut er nicht. Das Gerät kennt fünf Betriebsarten, und jede legt fest, welche Grössen im Funkpaket landen. Ab Werk läuft es in der ersten: beide Stromeingänge, beide Spannungseingänge, dazu die digitalen Zustände und die Relaisstellung. Sobald du Impulse zählen willst, wechselt du die Betriebsart — und tauschst dafür Analogkanäle ein.
| Betriebsart und was sie überträgt | |
|---|---|
| MOD1 (Werkseinstellung) | 2 Stromeingänge, 2 Spannungseingänge, Digitaleingang, Digitalausgang, Relais |
| MOD2 | zwei Digitaleingänge als Zähler, Digitalausgang, Relais |
| MOD3 | ein Digitaleingang als Zähler, 2 Stromeingänge, Digitalausgang, Relais |
| MOD4 | ein Digitaleingang als Zähler, ein Spannungszähler, Digitalausgang, Relais |
| MOD5 | ein Digitaleingang als Zähler, 2 Spannungseingänge, 1 Stromeingang, Digitalausgang, Relais |
| ADDMOD6 | Auslösefunktion, kombinierbar mit MOD1 bis MOD5 |
Konsequenz für die Planung: Zähl vor der Bestellung durch, welche Signale du wirklich brauchst, und prüf, ob eine einzige Betriebsart sie abdeckt. Zwei Wasserzähler und ein Drucksensor gehen zusammen (MOD3). Zwei Wasserzähler und vier Analogwerte gehen nicht — dafür braucht es ein zweites Gerät. Das ist die Auslegungsfrage, die nach dem Einbau nicht mehr elegant zu lösen ist.
Einordnung aus der Anwendungspraxis, keine Herstellerangabe: Bei Impulszählern lohnt der Blick auf den Kontakt, nicht auf das Datenblatt des Controllers. Reed-Kontakte in Wasserzählern prellen, und ein prellender Kontakt erzeugt Doppelimpulse — der gemeldete Stand läuft dann über Monate langsam vom Zählerstand weg. Wo es auf den absoluten Wert ankommt, gehört der Zählerstand deshalb periodisch mit dem Gerät abgeglichen, oder es kommt ein Zähler mit elektronischem Ausgang zum Einsatz.
Was der Betrieb kostet
| Stromaufnahme bei 12 Volt | |
|---|---|
| Ruhe | 4 mA |
| während des Sendens mit 20 dBm | 34 mA |
Im Ruhezustand sind das knapp fünf Hundertstel Watt — eine Grössenordnung, die jedes Hutschienennetzteil übrig hat und die auch an einer kleinen Solaranlage mit Pufferbatterie durchläuft. Wartungsaufwand entsteht keiner: Es gibt keine Batterie zu wechseln, und die Relais sind das einzige Verschleissteil. Bei häufig schaltenden Anwendungen ist deshalb der Halbleiterausgang die langlebigere Wahl.
Anbindung an deinen Netzserver
Das Gerät meldet sich über OTAA oder ABP an — beides wird unterstützt, und für neue Installationen ist OTAA der sichere Weg, weil die Sitzungsschlüssel bei jedem Beitritt neu erzeugt werden. Die Messwerte kommen auf FPort 2, ab Werk alle zehn Minuten; das Intervall ist über Funkbefehl änderbar.
Wie das Paket zu lesen ist, hängt an der Betriebsart — dieselbe Bytefolge bedeutet in MOD1 etwas anderes als in MOD3. Ein fertiger Decoder für The Things Stack liegt beim Hersteller auf GitHub und ist im Reiter „Dokumente» verlinkt; er berücksichtigt die Betriebsarten. Wer selbst parst, sollte die aktive Betriebsart im System hinterlegen, sonst werden aus Zählerständen irgendwann Spannungen.
Zum Schalten schickst du einen Downlink an das Gerät. Hier zahlt sich Klasse C aus: Im Betrieb als Klasse-A-Gerät wartet der Befehl bis zum nächsten Uplink, in Klasse C greift er sofort. Konfiguriert wird entweder per Funkbefehl oder über den Programmieranschluss mit dem beiliegenden Kabel — Letzteres ist der Weg, wenn ein Gerät noch nie im Netz war.
Technische Daten
Die allgemeinen Produktdaten — Speisung, Temperaturbereich, Geräteklasse, Montageart, Schnittstellen, Marke, Herkunftsland — findest du in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite. Hier stehen die Werte, die dort keinen Platz haben.
| Ein- und Ausgänge | |
|---|---|
| Relaisausgänge | 2 Stück, 5 A bei 250 V Wechselspannung oder 30 V Gleichspannung |
| Digitalausgänge | 2 Stück, NPN, bis 36 V und 450 mA |
| Digitaleingänge | 2 Stück, bidirektional, High/Low bis 50 V — mit externem Vorwiderstand bis 220 V |
| Stromeingänge | 2 Stück, 0 … 20 mA, Auflösung 0.01 mA |
| Spannungseingänge | 2 Stück, 0 … 30 V, Auflösung 0.01 V |
| Klemmen | zwei Schraubklemmenblöcke, oben 6 und unten 10 Klemmen |
| Funk und Rechenwerk | |
| Funkbaustein | SX1276/78 |
| Rechenwerk | STM32L072 |
| Sendeleistung | bis +20 dBm |
| Empfindlichkeit | bis −148 dBm |
| Streckenbudget | bis 168 dB |
| Frequenzbereich | 862 … 1020 MHz (Hochband), 410 … 528 MHz (Tiefband) |
| Betrieb | |
| Anmeldung | OTAA oder ABP |
| Sendeintervall ab Werk | 10 Minuten, per Funkbefehl änderbar |
| Nutzdaten | FPort 2, Inhalt je nach Betriebsart |
| Konfiguration | AT-Befehle über den Programmieranschluss oder Downlink über den Netzserver |
| Firmware | über den Programmieranschluss aktualisierbar |
| Versandmasse und -gewicht | 145 × 80 × 50 mm, 180 g je Stück |
Verdrahtung und Inbetriebnahme

Die Beschriftung ist auf dem Gehäuse aufgedruckt und beantwortet im Schaltschrank die häufigste Frage von selbst. Oberer Block, von links: PRO für den Programmieranschluss, GND und VIN für die Speisung, dann AVI2 und AVI1 für die Spannungseingänge sowie ACI1 und ACI2 für die Stromeingänge, rechts der Antennenanschluss. Unterer Block: RO1 und RO2 als je zweipolige Relaiskontakte, DI1 und DI2 mit Plus und Minus für die Digitaleingänge, DO1 und DO2 für die Halbleiterausgänge. Die Leuchtdioden über dem unteren Block zeigen den Zustand jedes Kanals — beim Prüfen einer Verdrahtung sieht man damit ohne Messgerät, ob ein Eingang anliegt.
Zuerst die Antenne aufschrauben, dann die Spannung anlegen — in dieser Reihenfolge, siehe den Hinweis oben. Die Speisung kommt an den oberen Klemmenblock (GND und VIN), dort liegen auch die beiden Spannungseingänge. Der untere Block mit zehn Klemmen führt die Relais-, Digital- und Zählanschlüsse. Die Beschriftung steht auf dem Gehäusedeckel, was bei der Fehlersuche im Schaltschrank mehr wert ist als jedes Handbuch.
Reihenfolge, die sich bewährt: Gerät auf die Hutschiene, Antenne montieren, Speisung anschliessen, Beitritt zum Netz abwarten, Betriebsart setzen — und erst danach die Anlage anklemmen. Wer zuerst verdrahtet, sucht bei einem unerwarteten Messwert an drei Stellen gleichzeitig.
Zur Antenne im Schaltschrank: Ein Metallschrank ist ein Faradayscher Käfig, und die mitgelieferte Stabantenne bringt darin wenig. Wo der Schrank geschlossen und aus Blech ist, gehört die Antenne über eine Verlängerung nach draussen — sonst steht das Gerät funktechnisch im Keller, obwohl das Gateway im Nachbargebäude wäre.
Regionalvarianten
Der Hersteller liefert den LT-22222-L für zehn Frequenzbereiche. Wir führen die europäische Ausführung; die übrigen beschaffen wir auf Anfrage.
| Bestellbezeichnung und Verfügbarkeit | |
|---|---|
| LT22222-L-EU868 | Das ist die Version, die du hier bestellst |
| LT22222-L-EU433 | auf Anfrage |
| LT22222-L-US915, -AU915, -AS923, -KR920, -IN865, -CN470, -RU864, -MA869 | auf Anfrage |
Das grössere Modell derselben Reihe
Die LT-Reihe hat ein zweites Mitglied mit mehr digitalen Kanälen. Wir führen es nicht am Lager, beschaffen es aber gern.
| Modell, Unterschied und Verfügbarkeit | |
|---|---|
| LT-22222-L | 2 Digitaleingänge, 2 Digitalausgänge, 2 Relais, 2 Strom- und 2 Spannungseingänge — das ist dieses Gerät |
| LT-33222-L | 3 Digitaleingänge, 3 Digitalausgänge, 2 Relais, 2 Strom- und 2 Spannungseingänge, ein Zählanschluss — auf Anfrage |
Passendes Zubehör und Alternativen
- Speisung für dieselbe Hutschiene: Das MeanWell HDR-15-12 liefert 12 Volt und sitzt neben dem Controller auf der Schiene. Fünfzehn Watt sind reichlich — das Gerät zieht im Ruhezustand ein Bruchteil davon, und der Rest steht für angeschlossene Messumformer zur Verfügung.
- Gateway für drinnen: Das RAK7268CV2 WisGate Edge Lite 2+ ist unser meistverkauftes Gateway und deckt einen Betrieb oder ein Gebäude ab.
- Gateway für draussen: Sind die Schaltschränke über ein Areal verteilt, gehört das WisGate Edge Prime RAK7240CV2 an einen hohen Punkt.
- Eine Antenne brauchst du nicht: Sie liegt bei, passend zum Frequenzbereich. Nötig ist allenfalls eine Verlängerung, wenn die Antenne aus einem Blechschrank herausgeführt werden muss.
- Wenn du mehr Eingänge oder Modbus brauchst: Der Milesight UC300 bringt vier Digitaleingänge, zwei Relais, Analogeingänge, einen PT100-Anschluss und Modbus RTU mit. Er ist die Wahl, wenn ein Signal über einen Bus kommt statt über eine Klemme.
- Wenn du nur zählen willst: Für zwei Zähler mit Impulsausgang und sonst nichts ist der Adeunis Pulse das einfachere Gerät — batteriebetrieben und ohne Speisung am Standort, dafür ohne Schaltausgänge.
Unterstützung bei der Auslegung
Sag uns, welche Signale du erfassen und was du schalten willst — ob eine Betriebsart dafür reicht oder ob es ein zweites Gerät braucht, beantworten wir dir gern in einem Satz. Datenblätter, Handbuch und Payload-Decoder findest du im Reiter „Dokumente». Für die Auslegung grösserer Installationen, die Vorkonfiguration in Stückzahl und die Inbetriebnahme vor Ort erstellen wir dir ein Angebot.

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