Der Dragino RS485-LB ist die Brücke zwischen verkabelter Industriesensorik und LoRaWAN. Er liest RS485- und Modbus-Geräte aus — Energiezähler, Durchflussmesser, Füllstandsonden, Regler — und schickt deren Werte über Funk an deinen Server. Damit lassen sich Anlagen anbinden, die längst Daten liefern könnten, aber nie angeschlossen wurden, weil das Kabel dorthin zu teuer war. Neben RS485 bringt er UART, I2C, einen Eindraht-Anschluss und einen schaltbaren Digitaleingang mit, versorgt angeschlossene Sensoren selbst mit 3.3 oder 5 Volt und läuft mit 8500 mAh Lithium über Jahre — dicht nach IP67 und von −40 bis 85 °C.
- RS485 · Modbusplus UART, I2C und Eindraht
- 8500 mAhLithium-Thionylchlorid
- IP67−40 … 85 °C
- 5 µARuhestrom bei 3.3 V
Was den RS485-LB auszeichnet
- Er spricht die Sprache der Anlagentechnik: Modbus über RS485 ist der Bus, auf dem praktisch jeder industrielle Zähler und Regler seine Daten anbietet. Wer diesen Bus abgreift, braucht keine neue Sensorik — die Messwerte existieren bereits.
- Er versorgt den Sensor gleich mit: Schaltbare Ausgänge mit 5 Volt und Batteriespannung speisen das angeschlossene Gerät. Entscheidend ist das Schaltbare: Der Sensor läuft nur während der Messung, den Rest der Zeit ist er aus — genau daraus entsteht die lange Laufzeit.
- Nicht nur RS485: UART mit 3.3 oder 5 Volt, I2C, ein Eindraht-Anschluss und ein Digitaleingang mit Interrupt. Damit deckt ein Gerät auch die Fälle ab, in denen der Sensor gar keinen Feldbus hat.
- Mehrere Geräte an einer Brücke: Am selben Bus dürfen mehrere Modbus-Teilnehmer mit unterschiedlichen Adressen hängen. Die Abfragen lassen sich frei zusammenstellen — welche Register gelesen und wie sie zusammengesetzt werden, legst du fest.
- Zwei Auslöser: zyklisch nach Zeitplan oder sofort über den Interrupt-Eingang. Ein Zähler wird stündlich gelesen, ein Alarmkontakt meldet unmittelbar.
- Konfiguration ohne Öffnen: Bluetooth 5.1 direkt am Gerät und Downlink aus der Ferne, dazu Firmware-Aktualisierung über Funk. Ein Gehäuse, das dicht sein muss, sollte man nicht für jede Änderung aufschrauben.
- Für draussen gebaut: IP67 und −40 bis 85 °C. Schaltschrank, Aussenwand oder Schacht sind kein Problem.
- Schlüssel ab Werk: Die LoRaWAN-Zugangsdaten sind eingespielt, das Gerät meldet sich nach dem Einschalten selbstständig an.
Wo er eingesetzt wird
- Zählerfernauslesung: Der Hauptfall — Strom-, Wasser- und Wärmezähler mit Modbus-Schnittstelle ohne Verkabelung anbinden.
- Bestandsanlagen nachrüsten: Regler und Steuerungen, die Daten liefern könnten, aber nie angeschlossen wurden.
- Füllstand und Durchfluss: Industriesonden mit RS485-Ausgang an entlegenen Stellen.
- Gebäudetechnik: Werte aus Lüftung, Heizung und Kälte in eine übergeordnete Auswertung bringen.
- Bewässerung und Landwirtschaft: Bodensonden und Wetterstationen mit Modbus, wo kein Netz liegt.
- Sensoren ohne Feldbus: Über I2C oder Eindraht auch Fühler anbinden, die nur ein einfaches Protokoll sprechen.
- Grössere Rollouts: Ein Gateway trägt viele Brücken — der Aufwand je zusätzlichem Messpunkt bleibt klein.
Damit ist die Auswahl geklärt. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für die Integration.
Wo die Brücke in der Kette sitzt
Der Aufbau ist immer derselbe: Links hängen die Modbus-Geräte am RS485-Bus — Zähler, Sonden, Melder. Die Brücke liest sie aus und funkt über LoRaWAN zum Gateway, das die Werte ins Internet und an den Netzwerkserver weitergibt. Von dort holt sie die Auswertung ab.

Wichtig an dieser Anordnung: Am selben RS485-Bus dürfen mehrere Geräte hängen, solange sie unterschiedliche Adressen haben. Eine Brücke kann also mehr als einen Sensor bedienen — das senkt die Kosten je Messpunkt erheblich, sobald die Geräte ohnehin nebeneinander stehen.
Wie eine Modbus-Abfrage entsteht
Der Ablauf ist immer derselbe: Die Brücke schaltet die Versorgung des Sensors ein, wartet dessen Anlaufzeit ab, sendet eine oder mehrere Modbus-Anfragen, sammelt die Antworten, schaltet die Versorgung wieder aus und schickt das Ergebnis als LoRaWAN-Paket. Jeder dieser Schritte ist einstellbar — Baudrate, Geräteadresse, Funktionscode, Registeradresse, Anzahl Register und die Wartezeit.
Weil ein LoRaWAN-Paket klein ist, wird nicht alles übertragen, was der Sensor hergibt. Sinnvoll ist, gezielt die zwei bis vier Register auszuwählen, die wirklich gebraucht werden, statt einen ganzen Block zu lesen und die Auswertung dem Server zu überlassen. Das spart Sendezeit, Strom und Ärger mit der zulässigen Sendedauer im 868-MHz-Band.
Einordnung aus der Anwendungspraxis, keine Herstellerangabe: Die häufigste Fehlerquelle bei RS485 ist nicht das Protokoll, sondern die Physik — fehlende Abschlusswiderstände an den Busenden, vertauschte Adern und eine fehlende gemeinsame Masse. Wenn eine Abfrage sporadisch funktioniert und dann wieder nicht, liegt es fast immer daran und fast nie am Register.
Stromverbrauch
| Ruhezustand | 5 µA bei 3.3 V |
| Senden bei 14 dBm | 82 mA |
| Senden bei 20 dBm | 125 mA |
| Batterie | 8500 mAh, maximal 130 mA dauernd, Spitze 2 A für 1 Sekunde |
Der Ruhestrom ist so klein, dass er für die Standzeit kaum eine Rolle spielt. Was die Batterie leert, sind die Messzyklen — genauer: die Zeit, in der der angeschlossene Sensor mitversorgt wird. Wer das Intervall verdoppelt, verdoppelt die Standzeit fast.
Verfügbare Ausführungen
Es gibt die Brücke in zwei Energieversorgungen. Die übrigen Regionalvarianten beschaffen wir gern.
| RS485-LB | 8500 mAh Lithium, nicht wiederaufladbar — für Einbauorte ohne Licht | Das ist die Version, die du hier bestellst |
| RS485-LS | Solarmodul mit 3000-mAh-Akku — für dauerhafte Aussenstandorte mit Sonne | auf Anfrage |
Technische Daten
Die allgemeinen Produktdaten — Schutzart, Masse, Gewicht, Herkunft — findest du in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite.
| Schnittstellen | |
|---|---|
| Feldbus | 1 × RS485 für Modbus-Geräte |
| Seriell | 1 × UART mit 3.3 V oder 5 V |
| Weitere | 1 × I2C, 1 × Eindraht, 1 × Digitaleingang mit Interrupt |
| Sensorspeisung | schaltbarer 5-V-Ausgang und schaltbare Batteriespannung 2.6 … 3.6 V |
| Funk | |
| Protokoll | LoRaWAN 1.0.3, Klasse A |
| Frequenz | 862 … 1020 MHz, bei uns EU868 |
| Sendeleistung | bis +22 dBm |
| Empfindlichkeit | −139 dBm |
| Konfiguration | Bluetooth 5.1, Downlink, Firmware-Aktualisierung über Funk |
| Stromversorgung | |
| Batterie | 8500 mAh Lithium-Thionylchlorid, Selbstentladung unter 1 % pro Jahr |
| Versorgungsspannung | 2.5 … 3.6 V |
| Mechanik und Umgebung | |
| Abmessungen | 97 × 65 × 47 mm |
| Gewicht | 150 g, verpackt 180 g |
| Schutzart | IP67 |
| Betriebstemperatur | −40 … 85 °C |
Unterstützung und Zubehör
Ohne LoRaWAN-Netz bleibt die Brücke stumm — wenn du keines hast, ist das RAK7268CV2 unser meistverkauftes Gateway für innen, für draussen das WisGate Edge Prime. Datenblatt und Handbuch mit dem vollständigen Befehlssatz liegen im Reiter „Dokumente». Sag uns, welches Gerät du auslesen willst — schick am besten dessen Modbus-Dokumentation mit; für die Einrichtung der Registerabfragen und die Inbetriebnahme erstellen wir dir gern ein Angebot.

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