Dieses Modul bringt einen vollständigen M-Bus-Master auf 33 × 30 Millimeter. Es ist nicht für ein bestimmtes Board gemacht, sondern zum Einbauen: Die Anschlüsse liegen als Stiftleisten im 2.54-Millimeter-Raster auf der Rückseite, damit es sich auf eine selbst entworfene Leiterplatte löten oder in einen Versuchsaufbau stecken lässt. Es speist bis zu sechs Lasteinheiten und erzeugt die Busspannung selbst. Für alle, die ein eigenes Gerät bauen und den M-Bus-Teil nicht neu entwickeln wollen, ist das die Abkürzung — die Analogtechnik eines Masters ist der Teil, an dem ein Eigenentwurf üblicherweise hängen bleibt.
- 33 × 30 mmBauform
- 6Lasteinheiten speisbar
- 2.54 mmRastermass der Stiftleisten
- pinkompatibelzum Slave-Modul derselben Reihe
Was dieses Modul auszeichnet
- Es nimmt einem den schwierigen Teil ab: Ein M-Bus-Master ist keine Digitaltechnik, sondern eine Speisung mit Strommessung. Genau daran scheitern Eigenentwürfe — dieses Modul ist der fertige Block.
- Klein genug für die eigene Platine: 33 × 30 Millimeter passen auf praktisch jeden Entwurf, statt eine zweite Platine daneben zu erfordern.
- Standardraster: 2.54 Millimeter — auf Lochraster, auf einer gefertigten Platine und in einem Steckbrettaufbau gleichermassen verwendbar.
- Pinkompatibel zum Slave-Modul: Dieselbe Bauform, dieselbe Belegung. Ein Entwurf kann damit wahlweise als Master oder als Slave bestückt werden — das spart eine zweite Leiterplattenvariante.
- Sechs Lasteinheiten: Genug für die Zähler eines Hauses oder eines Anlagenteils.
- Auch für Versuchsaufbauten: Wer erst prüfen will, ob ein Zähler antwortet, braucht dafür keine fertige Baugruppe.
Was der M-Bus ist und warum er anders funktioniert als ein Feldbus
Der Meter-Bus ist für eine einzige Aufgabe gebaut: Verbrauchszähler auslesen. Wärmemengenzähler, Wasserzähler, Gaszähler, Wärmekostenverteiler — Geräte, die jahrzehntelang an derselben Stelle hängen, mit Batterie laufen und ein paar Mal im Jahr abgefragt werden. Genau daraus folgt seine Bauart: Der Master speist den Bus, die Zähler entnehmen ihm nur so viel Strom, dass ihre eigene Batterie geschont wird, und die Kommunikation läuft asymmetrisch — der Master spricht über die Spannung, die Zähler antworten über den Strom.
Für den Aufbau heisst das zweierlei. Erstens braucht ein M-Bus-Netz zwingend einen Master, der die Busspannung von rund 36 Volt bereitstellt; ohne ihn ist die Leitung tot. Zweitens ist die Zahl der anschliessbaren Geräte keine Frage der Adressierung, sondern der Leistung: Jeder Zähler zieht eine sogenannte Lasteinheit, und der Master kann nur so viele speisen, wie sein Netzteil hergibt. Diese Platine trägt bis zu sechs Lasteinheiten — für eine Wohnung, ein Haus oder einen Anlagenteil genügt das; für ein Mehrfamilienhaus mit zwanzig Zählern braucht es einen grösseren Master oder mehrere Segmente.
Die 36 Volt erzeugt die Platine selbst aus der Eingangsspannung — es braucht also keine separate Busversorgung. Die Schnittstelle zum Mikrocontroller ist galvanisch getrennt: Eine M-Bus-Leitung läuft durch ein ganzes Gebäude, und was sie an Störungen und Potenzialunterschieden aufnimmt, bleibt damit vom Rechner fern.
Wo ein M-Bus-Master eingesetzt wird
- Heizkostenabrechnung im Mehrparteienhaus: Wärmemengenzähler je Wohnung, zentral ausgelesen statt jährlich abgelesen.
- Wasserverbrauch erfassen: Zähler in Keller und Steigsträngen, deren Werte sonst niemand sieht.
- Energiemonitoring im Gewerbe: Verbrauch je Anlagenteil, als Grundlage für Kostenstellen und für die Suche nach Ausreissern.
- Fernwärmeübergabestationen: Zähler auslesen und die Werte in die Leittechnik bringen.
- Liegenschaftsverwaltung: Zählerstände zum Stichtag, ohne Wohnungsbegehung.
- Leckerkennung: Ein Wasserzähler, der nachts zählt, meldet ein Problem, bevor es sichtbar wird.
- Nebenkostenabrechnung für Vermietungen: Verbrauch je Einheit, nachvollziehbar dokumentiert.
- Bestandsanlagen erschliessen: Zähler mit M-Bus-Schnittstelle gibt es seit Jahrzehnten — sie sind oft längst verbaut und nur nie ausgelesen worden.
Software und Auswertung
Software gehört nicht zum Modul — es stellt die Schnittstelle bereit, die Auswertung schreibt der Anwender. Für den M-Bus sind mit libmbus in C und pyMeterBus in Python zwei gewachsene quelloffene Bibliotheken verfügbar; Zihatec stellt ausserdem Beispielcode für die Arduino-Umgebung bereit, der sich übernehmen lässt.
Ein Hinweis, der beim ersten Aufbau Zeit spart: M-Bus-Telegramme sind nicht selbsterklärend. Ein Zähler antwortet mit Datensätzen, die Einheit, Skalierung und Bedeutung als Kennzahlen mitführen — ein Wert von 12345 kann je nach Kennung 12.345 Kubikmeter oder 123.45 Kilowattstunden bedeuten. Die genannten Bibliotheken nehmen einem diese Übersetzung ab. Wer sie selbst schreibt, plant dafür mehr Zeit ein als für die Verkabelung.
Technische Daten
| Rolle | M-Bus-Master |
| Lasteinheiten | bis zu 6 speisbar |
| Bauform | 33 × 30 mm |
| Anschluss | Stiftleisten auf der Rückseite im 2.54-mm-Raster |
| Verwendung | zum Einlöten auf eigene Leiterplatten oder für Versuchsaufbauten |
Aufbau und Verkabelung
Das Modul wird über die Stiftleisten auf der Rückseite kontaktiert — im 2.54-Millimeter-Raster, also auf jeder selbst entworfenen Leiterplatte und auf jedem Lochrasteraufbau unterzubringen. Mit 33 × 30 Millimetern ist es klein genug, um in einer eigenen Baugruppe mitzufahren, statt als separate Platine daneben zu liegen.
Die M-Bus-Leitung selbst ist unkritisch: zwei Adern, verpolungssicher, keine Abschlusswiderstände, Sterne und Bäume erlaubt — darin unterscheidet sie sich angenehm von RS485. Die Grenzen liegen bei der Leitungslänge und der Zahl der Lasteinheiten, nicht bei der Topologie. Ein gewöhnliches Fernmeldekabel genügt; geschirmte Leitung schadet nicht, ist aber selten nötig.
Vor dem Einbau lohnt ein Test am Schreibtisch mit einem einzelnen Zähler. Antwortet er, stimmen Verdrahtung, Baudrate und Adresse; antwortet er nicht, ist die Ursache fast immer eine falsche Baudrate — 2400 Baud sind der Normalfall, aber nicht die Regel. Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis und ist als Auslegungshilfe zu verstehen, nicht als Zusage des Herstellers.
Die M-Bus-Platinen von Zihatec im Vergleich
| Platine | Für welches Board | Rolle |
|---|---|---|
| M-Bus-HAT | Raspberry Pi | Master, bis 6 Lasteinheiten |
| M-Bus-HAT für Pico | Raspberry Pi Pico | Master oder Slave, je Ausführung |
| M-Bus-Shield für MKR | Arduino MKR und Portenta | Master oder Slave, je Ausführung |
| M-Bus-FeatherWing | Feather und Thing Plus | Master oder Slave, je Ausführung |
| M-Bus-Modul | eigene Leiterplatten | Master oder Slave, zum Einlöten |
Passendes Zubehör
- Das pinkompatible Gegenstück: Das M-Bus-Slave-Modul hat dieselbe Bauform und dieselbe Belegung — eine Leiterplatte kann damit wahlweise als Master oder als Slave bestückt werden.
- Fertige Platinen statt Modul: Wer nicht selbst entwirft, nimmt die fertigen HATs, Shields und Wings derselben Reihe für Raspberry Pi, Arduino oder Feather.
- Hutschienengehäuse: Zihatec baut die passenden Gehäuse gleich mit — ein Auslesegerät gehört in den Verteiler, nicht auf die Fensterbank.
- Für Feldbusse statt Zähler: Wo es nicht um Verbrauchszähler, sondern um Modbus, DMX oder eine andere serielle Anlage geht, ist RS485 das richtige Verfahren. Auch dafür gibt es Platinen derselben Reihe, ebenfalls galvanisch getrennt.
Master oder Slave?
Diese Platine ist ein Master. Sie speist den Bus und fragt Zähler ab. Wer umgekehrt Daten an einem fremden Bus bereitstellen oder einen Stromzähler über dessen P1-Kundenschnittstelle auslesen will, braucht die Slave-Ausführung — dieselbe Bauform, andere Rolle.
Der M-Bus ist kein Feldbus. Er liest Verbrauchszähler aus, mehr nicht. Für Modbus, DMX oder eine andere serielle Anlagenverbindung ist RS485 das richtige Verfahren; dafür gibt es Platinen derselben Reihe.
Sechs Lasteinheiten sind die Grenze. Für eine Wohnung, ein Haus oder einen Anlagenteil genügt das. Ein Mehrfamilienhaus mit zwanzig Zählern braucht einen grösseren Master oder mehrere Segmente — das ist eine Frage der Speiseleistung, nicht der Adressierung.
Das Board gehört nicht dazu. Geliefert wird die Platine; Mikrocontroller, Zähler und Netzteil kommen dazu.
Unterstützung bei der Auslegung
Die Projektseite des Herstellers mit Beispielcode findest Du im Reiter „Dokumente». Sag uns, wie viele Zähler ausgelesen werden sollen und welche Fabrikate im Haus sind — daraus ergibt sich, ob ein Master mit sechs Lasteinheiten genügt und welche Bibliothek die Auswertung übernimmt. Für Auslegung und Inbetriebnahme erstellen wir Dir gern ein Angebot.

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