Der Dragino T68DL ist ein wasserdichter LoRaWAN-Temperatursensor für Stellen, an denen niemand regelmässig nachschauen will: Schacht, Aussenwand, Kühlraum, Feldrand. Er misst die Umgebungstemperatur mit einem Präzisions-Messwandler, funkt sie in einstellbarem Takt ins LoRaWAN-Netz und speichert jeden Messwert zusätzlich im Gerät — fällt das Netz aus, holst du die Lücke später vollständig nach. Das Gehäuse ist geschlossen und hat weder Stecker noch Serviceklappe; konfiguriert wird ausschliesslich über Funk. Damit gibt es nichts, was korrodieren, eindringen oder von Unbefugten verstellt werden kann. Für Feuchtemessung ist er nicht gedacht — er misst Temperatur, sonst nichts.
- ±0.3 °CGenauigkeit, typisch
- −40 … 85 °CMessbereich
- IP68dauerhaft dicht
- bis 10 Jahreeingebaute Batterie
- 3328 WerteSpeicher im Gerät
Was den T68DL ausmacht
- Er vergisst nichts: Jeder Messwert wird im Gerät abgelegt und mit Zeitstempel versehen. Bleibt die Bestätigung des Netzservers aus, merkt sich der Sensor genau diese Werte als unbestätigt und schiebt sie nach, sobald er wieder eine Bestätigung erhält. Du bekommst also keine Messreihe mit Löchern, sondern eine vollständige — auch wenn das Gateway einen Tag lang aus war.
- Werte lassen sich gezielt nachfordern: Statt blind alles nachzuschieben, fragst du per Downlink einen Zeitraum ab — von wann bis wann, und in welchem Abstand die Antwortpakete kommen sollen. Nach einem Ausfall holst du damit genau die fehlende Nacht nach und nicht die ganze Woche.
- Der Messwandler driftet kaum: Der Hersteller gibt weniger als 0.02 °C Abweichung pro Jahr an. Über eine typische Einsatzdauer von fünf Jahren bleibt die Zusatzabweichung damit unter einem Zehntelgrad — bei einem Gerät, dessen Batterie ohnehin über die Jahre gerechnet wird, ist das die passende Grössenordnung.
- Alarm, ohne auf das Sendeintervall zu warten: Drei Betriebsarten stehen bereit. Die Schwellwertüberwachung meldet sofort, wenn ein Fenster verlassen wird; die Abweichungsüberwachung meldet, wenn sich der Wert gegenüber der letzten Meldung um einen gesetzten Betrag ändert; die dritte sammelt mehrere Messungen und schickt sie gebündelt. So bekommst du engmaschige Überwachung, ohne alle paar Minuten zu funken.
- Das Gehäuse hat keine Öffnung: Kein USB, keine Klappe, keine Schraube ins Innere. Was dicht bleiben soll, wird gar nicht erst aufgemacht — das ist der Grund, warum dieses Gerät im Schacht liegen darf, wo ein Sensor mit Servicedeckel früher oder später Wasser zieht.
- Zeit kommt aus dem Netz: Der Sensor holt sich die Uhrzeit über den LoRaWAN-Standardbefehl vom Netzserver und wiederholt das in einstellbarem Abstand. Die Zeitstempel im Speicher stimmen damit über Jahre, ohne dass jemand eine Uhr stellt.
- Bedienung am Gerät auf das Nötigste beschränkt: Ein Taster und eine dreifarbige Leuchtdiode. Kurz drücken schickt ein Testpaket, lang drücken weckt das Gerät aus dem Auslieferungszustand, fünfmal drücken legt es wieder schlafen. Mehr braucht die Inbetriebnahme nicht, und mehr kann auch niemand verstellen.
- Er kommt schlafend an: Ab Werk ist der Sensor im Tiefschlaf und funkt nicht. Ein Karton mit fünfzig Geräten belastet also weder deine Lagerlogistik noch das Funknetz, und die Batterie zählt erst ab dem Tag, an dem du ihn aufweckst.
- Neue Firmware ohne Ausbau: Aktualisierungen laufen über Funk. Auch der Frequenzbereich lässt sich auf diesem Weg wechseln — für den Fall, dass ein Gerät einmal in einer anderen Region eingesetzt wird.
- Zwei Schraublaschen, sonst nichts: Die Befestigung sitzt ausserhalb des dichten Gehäuses. Du schraubst das Gerät an, ohne die Dichtebene zu durchdringen — der häufigste Fehler bei selbst gebauten Aussengehäusen.
Wo der T68DL eingesetzt wird
- Kühlräume und Kühlzellen: Dauerhafte Temperaturaufzeichnung mit lückenloser Historie — auch wenn die Funkverbindung durch geschlossene Metalltüren zeitweise abreisst.
- Schächte, Kanäle und Technikgruben: Orte mit stehender Feuchtigkeit, an denen ein Gerät mit Servicedeckel nicht lange durchhält.
- Aussenmontage und Frostüberwachung: Fassaden, Vordächer, Brücken, Wasserzähler-Schächte. Der Sensor arbeitet weit unter dem, was ein Schweizer Winter bietet.
- Bewässerung und Landwirtschaft: Temperatur am Feldrand, im Gewächshaus oder an der Anlage — die Anwendung, die der Hersteller selbst zuerst nennt.
- Gebäudeautomation: Vor- und Rücklauf im Technikraum, Steigzonen, unbeheizte Nebenräume. Überall dort, wo eine Leitung zu ziehen teurer wäre als der Sensor.
- Anlagen- und Prozessüberwachung: Die Abweichungsüberwachung meldet Temperatursprünge, ohne dass du das Sendeintervall verkürzen und Batterie verbrennen musst.
- Grosse Rollouts: Geräte kommen schlafend an, werden mit einem Tastendruck aktiviert und melden sich selbst am Netzserver an. Der Aufwand je Standort besteht aus zwei Schrauben und einem Knopfdruck — das ist der Unterschied zwischen fünfzig Geräten an einem Tag und fünfzig Geräten in einer Woche.
- Nachrüstung ohne Verkabelung: Bestandsbauten, Denkmalschutz, Mietflächen — überall, wo ein Kabelkanal nicht in Frage kommt.
Damit hast du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Funkplanung, Integration und Betrieb.
Die eingestellte Funkbetriebsart entscheidet über die Reichweite
Der Sensor kennt eine Hochratenbetriebsart, und sie ist ab Werk eingeschaltet. In diesem Zustand funkt er ausschliesslich mit den beiden schnellsten Datenraten DR4 und DR5. Das ist eine sinnvolle Voreinstellung: Kurze Sendezeit bedeutet wenig Strom und wenig Belegung des Funkkanals. Sie hat aber einen Preis, den das Datenblatt nicht ausspricht — die langsamen Datenraten DR0 bis DR3 sind es, die einem LoRaWAN-Gerät seine sprichwörtliche Reichweite geben. Wer den Sensor in einen Betonschacht legt oder an den Rand der Gateway-Abdeckung hängt, nimmt sich mit der Voreinstellung genau die Reserve, für die er LoRaWAN gewählt hat.
Konsequenz für die Planung: An Standorten mit knapper Abdeckung schaltest du die Hochratenbetriebsart per Downlink ab (Befehl 0xA100); das Gerät nutzt dann wieder den vollen Bereich der Datenraten. An gut versorgten Standorten lässt du sie eingeschaltet und gewinnst Batterielaufzeit. Diese Entscheidung gehört in die Planung, nicht in die Fehlersuche — nach dem Einbau im Schacht ist ein Gerät ohne Verbindung auch nicht mehr umzustellen.
Einordnung aus der Anwendungspraxis, keine Herstellerangabe: Der verbaute Messwandler TMP117 ist ein Präzisionsbaustein, der für sich genommen deutlich enger spezifiziert ist als die ±0.3 °C, die Dragino für das fertige Gerät angibt. Die Differenz ist kein Widerspruch, sondern der übliche Aufschlag für Eigenerwärmung, Gehäuse und Fertigungsstreuung. Für die Praxis heisst das: Die Angabe ist konservativ, und Geräte untereinander weichen in der Regel weniger voneinander ab, als die Toleranz vermuten lässt — für Vergleichsmessungen an mehreren Standorten ein angenehmer Umstand.
Was der Betrieb kostet
Ab Werk meldet sich der Sensor alle 20 Minuten. Das ist der Wert, auf den sich die Laufzeitangabe des Herstellers stützt; er lässt sich per Downlink in weiten Grenzen ändern. Die Rechnung dahinter ist geradlinig: Jede Verkürzung des Intervalls verkürzt die Laufzeit ungefähr im gleichen Verhältnis, jede Alarmüberwachung mit kurzem Abtastabstand kommt als Zuschlag dazu — der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, dass die Alarmbetriebsarten zusätzlichen Strom kosten und empfiehlt, das reguläre Sendeintervall dann zu strecken.
Weil die Batterie nicht getauscht werden kann, ist die Laufzeit gleichzeitig die Nutzungsdauer des Geräts. Bei der Kalkulation eines Rollouts rechnest du also nicht mit Wartungsbesuchen für den Batteriewechsel, sondern mit einem Ersatzzyklus. Das ist für viele Anwendungen die günstigere Rechnung — ein Servicebesuch im Schacht kostet mehr als der Sensor.
Integration in dein Netz
Der Sensor meldet sich nach dem Standardverfahren OTAA an; die Schlüssel liegen jedem Gerät als Aufkleber bei. Nach dem erfolgreichen Beitritt schickt er zuerst ein Statuspaket mit Modellkennung, Firmwarestand, Frequenzbereich und Batteriespannung, danach im eingestellten Takt die Messwerte. Das Messpaket ist neun Byte lang und enthält Batteriespannung, Temperatur, zwei Alarmflaggen und den Zeitstempel — die Temperatur als vorzeichenbehafteter Wert, den der Decoder durch zehn teilt.
Ein fertiger Decoder liegt beim Hersteller auf GitHub und ist im Reiter „Dokumente» verlinkt; er passt für The Things Stack, ChirpStack und die üblichen Plattformen. Für die Zeitsynchronisation und damit für die Datenspeicherfunktion muss dein Netzserver LoRaWAN 1.0.3 oder neuer beherrschen — bei ChirpStack, The Things Stack und Loriot ist das gegeben. Ein älterer Server verwirft die Zeitanfrage, und dann fehlen den gespeicherten Werten die Zeitstempel.
Die Konfiguration läuft ausschliesslich über Downlink. Hier lohnt ein genauer Blick, weil die Unterlagen des Herstellers sich widersprechen: Das einseitige Datenblatt führt in seiner Merkmalliste „AT Commands» und einen Programmieranschluss auf — das ist die Standardliste, die Dragino für viele Geräte verwendet. Das Handbuch zum T68DL stellt dagegen ausdrücklich fest, dass dieses Gerät AT-Befehle nicht unterstützt und die im Text aufgeführten Befehlsformate nur der Erklärung dienen. Das passt zum Gehäuse, das keine Öffnung hat. Wir richten uns nach dem Handbuch.
Praktisch heisst das: Jede Änderung — Sendeintervall, Alarmgrenzen, Datenrate, Zeitabgleich — nimmt den Weg über den Netzserver und wird erst mit dem nächsten Empfangsfenster wirksam. Plane die Erstkonfiguration deshalb dort ein, wo das Gerät sicheren Empfang hat, und nicht erst am endgültigen Standort.
Technische Daten
Die allgemeinen Produktdaten — Schutzart, Batterie, Masse, Temperaturbereich, Herkunftsland, Geräteklasse, Region — findest du in der Detailtabelle weiter unten auf dieser Seite. Hier stehen die Werte, die dort keinen Platz haben.
| Messung | |
|---|---|
| Messwandler | TMP117, im Gehäuse verbaut |
| Auflösung | 0.01 °C |
| Langzeitdrift | weniger als 0.02 °C pro Jahr |
| Messbetrieb | |
| Sendeintervall ab Werk | 20 Minuten, per Downlink änderbar |
| Alarmbetriebsarten | Schwellwert, Abweichung, Sammelmeldung |
| Datenspeicher | Werte mit Zeitstempel, gezielt nach Zeitraum abrufbar |
| Zeitabgleich | über LoRaWAN-Netzbefehl, Abstand einstellbar (ab Werk 10 Tage) |
| Funk und Anbindung | |
| Anmeldeverfahren | OTAA, Schlüssel liegen bei |
| Messpaket | 9 Byte auf FPort 2: Batteriespannung, Temperatur, Alarmflaggen, Zeitstempel |
| Statuspaket | FPort 5: Modell, Firmware, Frequenzbereich, Batteriespannung |
| Hochratenbetriebsart | ab Werk ein — begrenzt auf DR4/DR5, per Downlink abschaltbar |
| Firmware | über Funk aktualisierbar, Frequenzbereich damit wechselbar |
| Bedienung und Aufbau | |
| Konfiguration | ausschliesslich per Downlink, keine Kabelschnittstelle |
| Bedienelemente | ein Taster, dreifarbige Leuchtdiode |
| Auslieferungszustand | Tiefschlaf, Aktivierung durch langen Tastendruck |
| Batteriekapazität | 2400 mAh, nicht wiederaufladbar, fest eingebaut |
| Befestigung | zwei Schraublaschen ausserhalb des dichten Gehäuses |
Montage und Inbetriebnahme
Der Sensor wird über die beiden Laschen angeschraubt; die Dichtebene bleibt dabei unberührt. Beim Standort gilt, was für jeden Temperaturfühler gilt und in der Praxis am häufigsten schiefgeht: Er misst, was ihn umgibt. Direkte Sonne, die Abwärme eines Schaltschranks oder der Luftzug einer Türöffnung landen als Messwert im System, und niemand sieht dem Diagramm später an, dass die Ursache die Montagestelle war. An der Aussenwand gehört er deshalb auf die Nordseite oder unter ein Vordach, im Technikraum mit Abstand zu Rohren und Geräten.
Reihenfolge bei der Inbetriebnahme: Zuerst die Schlüssel vom Aufkleber im Netzserver anlegen, dann das Gerät in Gateway-Nähe mit langem Tastendruck wecken und den Beitritt abwarten, dann die gewünschten Einstellungen per Downlink schicken und erst danach an den endgültigen Platz bringen. Wer die Reihenfolge umdreht, steht im Schacht und wartet auf ein Empfangsfenster.
Regionalvarianten
Der Hersteller liefert den T68DL für acht Frequenzbereiche. Wir führen die europäische Ausführung; die übrigen beschaffen wir auf Anfrage.
| Bestellbezeichnung und Verfügbarkeit | |
|---|---|
| T68DL-EU868 | Das ist die Version, die du hier bestellst |
| T68DL-EU433 | auf Anfrage |
| T68DL-US915, -AU915, -AS923, -KR920, -IN865, -CN470 | auf Anfrage |
Passendes Zubehör und Alternativen
- Gateway für drinnen: Das RAK7268CV2 WisGate Edge Lite 2+ ist unser meistverkauftes Gateway und deckt einen Betrieb oder ein Gebäude ab.
- Gateway für draussen: Wenn die Sensoren über ein Areal verteilt sind, gehört das WisGate Edge Prime RAK7240CV2 an einen hohen Punkt — bei Aussensensoren im Schacht ist die Montagehöhe des Gateways der entscheidende Hebel.
- Wenn du zusätzlich Feuchte brauchst: Der Dragino LHT52 misst Temperatur und Luftfeuchtigkeit, ist dafür aber ein Innenraumgerät.
- Eine Antenne brauchst du nicht: Die Antenne des T68DL sitzt im Gehäuse. Es gibt keinen Anschluss für eine externe — was bei einem dauerhaft dichten Gerät auch der Sinn der Sache ist.
Unterstützung bei der Auslegung
Sag uns, wo die Sensoren hin sollen und wie viele es werden — ob der T68DL für deinen Standort passt oder ob ein Gerät mit abgesetztem Fühler die bessere Wahl ist, beantworten wir dir gern in einem Satz. Das Handbuch und den Decoder findest du im Reiter „Dokumente». Für Funkplanung und Abdeckungsberechnung, für die Vorkonfiguration grösserer Stückzahlen und für die Inbetriebnahme vor Ort erstellen wir dir ein Angebot.

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