Ein Gateway auf dem Dach hängt an einem Kabel, das direkt aus dem Freien ins Gebäude führt — und damit an einem Weg, auf dem eine Überspannung aus einem nahen Blitzeinschlag ungehindert bis auf die Elektronik durchschlägt. Dieser Ableiter sitzt als kurzes Zwischenstück zwischen Antenne und Koaxialkabel und führt die Energie nach Erde ab, bevor sie das Funkmodul erreicht. Für den Nutzsignalpfad bleibt er praktisch unsichtbar: unter 0.2 dB Einfügedämpfung bis 2000 MHz und ein Stehwellenverhältnis unter 1.2. RAKwireless empfiehlt ihn an jedem N-Typ-Antennenanschluss — LoRa, LTE und 2.4-GHz-WLAN gleichermassen.
- 0 – 2700 MHzFrequenzbereich
- 10 / 20 kAAbleitstossstrom In / Imax (8/20 µs)
- ≤ 1200 VSchutzpegel Up
- ≤ 0.2 dBEinfügedämpfung bis 2000 MHz
- IP67für die Montage im Freien
Was diesen Ableiter ausmacht
- Er stört das Nutzsignal nicht: Unter 0.2 dB Einfügedämpfung bis 2000 MHz und ein Stehwellenverhältnis unter 1.2 — in der Funkbilanz eines 868-MHz-Standorts verschwindet das hinter der Toleranz des Steckverbinders. Der Schutz kostet also keine Reichweite, was bei Ableitern keineswegs selbstverständlich ist.
- Schaltender Typ statt begrenzendem: Im Gerät arbeitet eine Gasentladungsstrecke, die erst bei rund 600 V Gleichspannung zündet. Unterhalb davon ist sie elektrisch nicht vorhanden — deshalb die niedrige Dämpfung. Zündet sie, schaltet sie die Leitung praktisch kurz nach Erde und hält die Restspannung unter 1200 V.
- Zweimal geprüfte Stossfestigkeit: 10 kA Nennableitstossstrom, 20 kA maximal, jeweils mit der genormten 8/20-µs-Welle. Das ist die Grössenordnung, in der sich ein naher Einschlag oder eine Einkopplung aus der Umgebung bewegt — nicht der Volltreffer in die Antenne, für den es eine Fangeinrichtung braucht.
- Bis 200 W Sendeleistung: Weit über allem, was ein LoRaWAN-Gateway abgibt. Der Ableiter ist damit auch für LTE-Rückkanäle, WLAN-Richtfunk und Amateurfunkanwendungen am selben Mast unkritisch.
- N-Stecker auf N-Buchse: Er wird direkt zwischen Antenne und Kabel geschraubt, ohne Adapter, ohne zusätzliche Steckstelle. Jeder Übergang weniger ist ein Dichtungsproblem weniger.
- IP67 und −40 bis 70 °C: Ausgelegt für den Mast, nicht für den Technikraum. Die blauen Kappen schützen die Gewinde bis zur Montage.
- Erdung über die Durchführung: Das metallische Durchführungsgewinde ist zugleich der Erdungsanschluss — der Ableiter kann durch eine Gehäusewand hindurch montiert und dort direkt geerdet werden.
- Verschleissteil mit Ansage: Eine Gasentladungsstrecke altert mit jedem Ereignis. Nach einem bekannten Einschlag in der Nähe gehört der Ableiter geprüft oder getauscht — er ist das billigste Teil der Anlage und das einzige, das seinen Zweck durch Opferung erfüllt.
Wo er eingesetzt wird
- LoRaWAN-Gateways im Aussenbereich: Der Regelfall — Antenne auf dem Mast oder Dach, Gateway im Gebäude, Ableiter am Übergang.
- Gemeindenetze mit mehreren Standorten: Wo ein Netz über Schulhäuser, Werkhöfe und Reservoirs verteilt ist, trifft es statistisch irgendwann einen Standort. Ein Ableiter je Antennenanschluss ist die billigste Versicherung im ganzen Aufbau.
- Masten mit mehreren Funkdiensten: LoRa, LTE und WLAN an einem Mast — der Frequenzbereich bis 2700 MHz deckt alle drei ab, pro Anschluss ein Ableiter.
- Exponierte Lagen: Freistehende Masten, Bergstationen, Siloaufbauten und Dachkanten, bei denen die Antenne der höchste Punkt im Umkreis ist.
- Nachrüstung nach einem Schaden: Nach dem ersten zerstörten Gateway ist die Frage meist nicht mehr, ob sich der Ableiter lohnt.
- Industrieanlagen mit langen Kabelwegen: Je länger das Koaxialkabel zwischen Antenne und Gerät, desto grösser die Schleife, in die sich eine Überspannung einkoppeln kann.
Für wen dieser Ableiter passt — und wo seine Grenze liegt.
Er ersetzt keine Blitzschutzanlage. Ein Überspannungsableiter im Antennenpfad schützt gegen eingekoppelte Überspannungen aus einem Einschlag in der Umgebung. Der direkte Treffer in die Antenne ist eine andere Grössenordnung; dagegen hilft nur eine äussere Blitzschutzanlage mit Fangeinrichtung und Ableitung, geplant nach dem geltenden Regelwerk. Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis und ist als Auswahlhilfe zu verstehen, nicht als normative Auskunft.
Ohne Erdung ist er wirkungslos. Der Ableiter kann die Energie nur abführen, wenn sein Erdungsanschluss kurz, direkt und niederinduktiv auf den Potenzialausgleich geht. Das passende konfektionierte Kabel führen wir dazu; ohne diese Verbindung hast du ein Zwischenstück im Antennenpfad und sonst nichts.
Er schützt die Antennenleitung, nicht das Netzwerkkabel. RAKwireless weist ausdrücklich darauf hin, dass für die Geräteseite zusätzlich ein Überspannungsschutz im Ethernet-Pfad nötig ist. Wer nur den Antennenanschluss absichert, lässt den zweiten Weg ins Gebäude offen.
Gleichspannung auf dem Koaxialkabel läuft durch. Die Gasentladungsstrecke zündet erst bei rund 600 V. Speist deine Installation Gleichspannung über das Koaxialkabel, etwa für einen Mastvorverstärker, wird sie vom Ableiter nicht blockiert — was in diesem Fall erwünscht ist, aber bekannt sein sollte. Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis.
Damit hast du die Kaufentscheidung beisammen. Was jetzt folgt, ist die Tiefe für Planung und Montage.
Warum ein schaltender Ableiter hier der richtige ist
Überspannungsschutz im Hochfrequenzpfad hat ein Grundproblem: Alles, was man zum Schutz einbaut, liegt elektrisch parallel zum Nutzsignal und dämpft es. Ein schaltender Ableiter löst das elegant. Die Gasentladungsstrecke ist im Ruhezustand ein offener Schalter mit sehr kleiner Kapazität — für ein 868-MHz-Signal praktisch nicht vorhanden, daher die Einfügedämpfung unter 0.2 dB. Überschreitet die Spannung die Zündspannung von rund 600 V, wird aus dem offenen Schalter innerhalb von Nanosekunden ein nahezu widerstandsloser Pfad nach Erde, und die Restspannung am geschützten Gerät bleibt unter 1200 V.
Der Preis dieser Bauart ist die Alterung: Jede Zündung trägt Material von den Elektroden ab und verschiebt die Zündspannung. Deshalb gehört ein Ableiter, der ein Ereignis gesehen hat, auf die Prüfliste. Da er von aussen nicht anzeigt, wie oft er gearbeitet hat, ist der pragmatische Umgang an exponierten Standorten der turnusmässige Tausch beim ohnehin fälligen Serviceeinsatz. Diese Einordnung stammt aus der Anwendungspraxis und ist als Auswahlhilfe zu verstehen, nicht als Herstellervorgabe.
Montage und Erdung
Der Ableiter wird so nah wie möglich am Übergang ins Gebäude oder am Antennenfusspunkt eingesetzt — die Strecke zwischen Antenne und Ableiter bleibt ungeschützt, also kurz halten. Die N-Buchse zeigt zur Antenne, der N-Stecker zum Kabel; das Gerät kann durch eine Gehäusewand geführt und über das metallische Durchführungsgewinde direkt dort geerdet werden.
Die Erdungsleitung ist der entscheidende Teil der Montage, nicht der Ableiter selbst: möglichst kurz, möglichst gerade, ohne Schlaufen, mit mindestens 10 AWG in Kupfer. Kontaktflächen vorher metallisch blank machen, nach dem Anziehen gegen Feuchtigkeit schützen. Trotz IP67 gehört die Steckverbindung nach guter Praxis zusätzlich gewickelt, weil die Dichtigkeit des Ableiters nichts über die Dichtigkeit der angeschraubten Stecker aussagt.

Die Masse des Ableiters: 68 mm lang, 21 mm im Durchmesser, Schlüsselweite 16 mm am Durchführungsgewinde.
Technische Daten
Die allgemeinen Produktdaten — Schutzart, Anschlüsse, Masse, Gewicht, Temperaturbereich, Herkunftsland — stehen in der Detailtabelle weiter unten. Hier steht, was es dort nicht als Merkmal gibt.
| Hochfrequenz | |
|---|---|
| Typenbezeichnung | LA-GT2700 DN1-5 |
| Frequenzbereich | 0 bis 2700 MHz |
| Wellenwiderstand | 50 Ω |
| Einfügedämpfung | ≤ 0.2 dB (0 bis 2000 MHz) |
| Stehwellenverhältnis | ≤ 1.2 (0 bis 2000 MHz) |
| maximale Sendeleistung | ≤ 200 W |
| Schutzverhalten | |
| Bauart | schaltender Typ (Gasentladungsstrecke) |
| Ansprechgleichspannung | 600 V ± 25 % |
| Nennableitstossstrom In | 10 kA (8/20 µs) |
| maximaler Ableitstossstrom Imax | 20 kA (8/20 µs) |
| Schutzpegel Up | ≤ 1200 V |
| Umgebung und Montage | |
| Lagertemperatur | −40 °C bis 80 °C |
| Luftdruck | 70 bis 106 kPa |
| Befestigung und Erdung | metallisches Durchführungsgewinde am N-Buchsen-Port oder separater Erdungsanschluss |
Passend dazu und Alternativen
- Die Erdung, ohne die er nichts tut: Das RAK Erdungskabel 1 m, 10 AWG ist fertig konfektioniert und erfüllt den vom Hersteller verlangten Querschnitt.
- Der zweite Weg ins Gebäude: Für die Netzwerkseite der Ubiquiti ETH-SP-G2 oder der RJ45-Überspannungsschutz für 1000 MBit. RAKwireless verlangt diesen Schutz ausdrücklich zusätzlich.
- Die Antennen, zwischen die er gehört: RAK Fiberglas 3 dBi für Abdeckung auch im Nahbereich, RAK Fiberglas 5 dBi für Reichweite in die Fläche — beide mit N-Anschluss.
- Das Gateway dazu: Für Aussenstandorte das WisGate Edge Prime RAK7240CV2 mit N-Typ-Antennenanschluss.
Unterstützung bei der Planung
Wie viele Ableiter dein Standort braucht und wo der Erdungspunkt liegen sollte, klären wir gern mit dir — das ist eine Frage zum Produkt und kostet nichts. Für die Planung eines Mastaufbaus, die Abstimmung mit einem bestehenden Blitzschutzkonzept, Funkplanung und die Montage vor Ort erstellen wir dir gern ein Angebot.



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